Olympischer Segelsport 1936

Vom 3. August bis zum 14. August 1936 fanden erstmals olympische Segelregatten auf der Kieler Förde statt. Die Olympischen Spiele wurden 1931 an Deutschland vergeben. Kiel sollte das „Seglerische Nürnberg“ werden. Schon 1933 hatten die Nationalsozialisten die Kieler Woche zur „Reichssache“ erklärt; die Kieler Wochen 1934 und 1935 dienten als Generalprobe für Olympia. 

Plakat mit Boye, zwei Segelbooten und Schriftzug: 11. Olympische Spiele Segeln, 4.-14. August 1936, Kiel title=
Plakat Olympische Segelwettbewerbe 1936

Nördlich des Hafens des Kaiserlichen Yacht-Clubs in Höhe des heutigen Bellevue entstand der Olympiahafen, daneben das Olympiaheim. 26 Nationen meldeten für die Regatten. Am 2. August startete ein Sonderzug von Kiel mit 200 Aktiven und zahllosen Schlachtenbummlern zur Eröffnungsfeier in der Reichshauptstadt Berlin. Am 4. August 1936 kehrten die Segler aus Berlin zurück und stiegen trotz allerschlechtester Wetterbedingungen in ihre Boote. Die Regattabahnen lagen damals noch auf der Innenförde. 

Zur gleichen Zeit näherte sich das olympische Feuer Kiel. Der Olympiaschmuck beschränkte sich im Kieler Stadtbild zumeist auf Fahnen am damaligen Hindenburgufer und auf verschiedenen Stadtplätzen. Zu Gast waren auch mehrere ausländische Kriegsschiffe wie der schwere Kreuzer „Goriza“ aus Italien sowie das deutsche Linienschiff „Schleswig-Holstein“. 50.000 Kielerinnen und Kieler nahmen an der Abschlussfeier auf dem Festplatz vor Bellevue teil. 

 

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Lampionfahrt und Scheinwerferspiele der Kriegsmarinne zur Kieler Woche 1934

Begleitet wurden die Spiele von Sport- und Kulturveranstaltungen auch für die Kielerinnen und Kieler. Die NSDAP-Parteijugend und die Kieler Schülerinnen und Schüler, die dazu verpflichtet wurden, bildeten dabei die Kulisse. Wie die Spiele in Berlin wurden auch die in Kiel von den Nationalsozialisten als große Propagandaschau für ein internationales Publikum inszeniert.

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Segelsport in Kiel


Bildmaterial

Kieler Stadtarchiv, Stadt- und Schifffahrtsmuseum, Urbahns