Nachhaltiges Kiel

Recht auf Gesundheit

Gesundheit als Menschenrecht bedeutet, dass es genügend gute medizinische Praxen und Krankenhäuser gibt, und dass diese für alle Menschen öffentlich zugängig sein müssen. Das ist in Kiel grundsätzlich der Fall.

Warum ist die Stadt zuständig?

Die Verbesserung der Gesundheit aller Menschen ist ein zentrales Anliegen der Agenda 2030 und kommt vor allem im SDG 3 zum Ausdruck. Dabei ist Gesundheit nicht nur ein wichtiges Gut an sich, sondern ist gleichzeitig Ziel, Voraussetzung und Ergebnis einer nachhaltigen Entwicklung.

Amt für Gesundheit

Kommunaler Träger des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) in der Landeshauptstadt Kiel ist das Amt für Gesundheit. Hier arbeiten Ärzt*innen, Zahnärzt*innen, Sozialpädagog*innen, Gesundheitswissenschaftler*innen, Verwaltungsangestellte und Fachkräfte für Hygienekontrolle.

Aufgabe des ÖGD ist die bevölkerungsmedizinische Versorgung sowie Prävention, Gesundheitsschutz und Sachverständigentätigkeit. Die ambulante ärztliche Versorgung in allen Fachbereichen ist in Kiel - auch im landesweiten Vergleich - gut. Für die stationäre Versorgung stehen von Universitätskrankenhaus über Städtisches Krankenhaus verschiedene weitere Fachkliniken zur Verfügung. Daraus ergibt sich eine besonders gute Versorgungslage.

Das tut die Stadt – bleiben Sie gesund!

Beratungs- und Hilfsangebote

Das Amt für Gesundheit bietet den in Kiel lebenden Menschen verschiedene Beratungs- und Unterstützungsangebote an. Dazu zählt der Sozialpsychiatrische Dienst, der niederschwellige Beratung bei psychischen und sozialen Problemen für Betroffene, Angehörige und Freunde vorhält und bei Bedarf weitere Unterstützung vermittelt.

In der offenen Sprechstunde der Beratungsstelle für Sexuelle Gesundheit kann sich jeder umfassend beraten und testen lassen. Aktuell hat die Beratungsstelle ein besonderes Aufklärungs- und Präventionsangebot für Menschen mit Migrationshintergrund in Bezug auf sexuell übertragbare Krankheiten, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt entwickelt.

Seit November 2017 gibt es im Amt eine Impfsprechstunde, die Nichtkrankenversicherten, aber auch allen Anderen, offen steht. Auch im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung ist das Amt für Gesundheit - oft in Kooperation mit anderen Institutionen und Akteuren des Gesundheitswesens - aktiv. Ein aktuelles Beispiel ist das Bewegungsangebot „Spiel und Spaß für alle“ im Stadtteil Neumühlen-Dietrichsdorf.

 Krankenhaus
Die ambulante ärztliche Versorgung in allen Fachbereichen ist in Kiel – auch im bundesweiten Vergleich – gut. Für die stationäre Versorgung stehen von Universitätskrankenhaus über Städtisches Krankenhaus verschiedene weitere Fachkliniken zur Verfügung. - Foto: pixabay

Überwachung der Hygiene

Die Überwachung der Hygiene - von der Sandkiste eines Spielplatzes im öffentlichen Raum bis hin zur Intensivstation einer Klinik - übernimmt ebenfalls das Amt für Gesundheit. Für eine Großstadt am Meer spielt dabei Hygiene nicht nur an Land, sondern auch auf Schiffen eine wichtige Rolle. Kiel ist inzwischen ein beliebter Anlaufpunkt für Fähr- und Kreuzfahrtschiffe mit einem entsprechend hohen Passagieraufkommen - in 2018 waren es über 2,2 Millionen Menschen.

Dies erfordert eine hohe personelle und apparative Ausstattung des Hafenärztlichen Dienstes. Bei Ausbruchslagen an Bord gilt es, Maßnahmen zur Versorgung von Passagieren und Besatzung einzuleiten und die Bevölkerung an Land vor Ansteckung zu schützen. Dazu gehört auch die ständige Rufbereitschaft der Hafenhygiene-Kontrolleurinnen und Kontrolleure und der Ärzte und Ärztinnen im Infektionsschutz.

Das haben wir davon – Kieler Vorsorge

Kindergesundheit hat Priorität

Eine Stadtgesellschaft, die zukunftsfähig sein möchte, ist auf gesunde Kinder und Jugendliche angewiesen. Frühzeitige Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung sind somit eine zentrale Aufgabe für soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und die Eröffnung von Bildungsmöglichkeiten.

Der letzte Bericht zur Gesundheit von Kieler Schulanfängerinnen und Schulanfängern zeigt, dass auch in Kiel Gesundheitsrisiken noch sehr ungleich verteilt sind. Beim Thema Zahngesundheit und Übergewicht wird deutlich, dass in den Ortsteilen mit hohem Migrationsanteil und einem hohen Anteil an Transferleistungen die Zahlen für Übergewicht und Karies bei Kindern und Jugendlichen deutlich höher liegen als in anderen Ortsteilen.

Hier gilt es, wirksame Präventionsmaßnahmen im Zusammenwirken mit den interdisziplinär besetzten Elternberatungsstellen im Rahmen der sogenannten Frühen Hilfen, dem Zahnärztlichen Dienst und den Familienzentren weiter auszubauen.

Gut Drauf

Die Aktion „Gut Drauf“ richtet sich an Einrichtungen und Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen pädagogisch zusammenarbeiten. GUT DRAUF ist eine Aktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für Kinder und Jugendliche von 5 bis 18 Jahren.

Junge Menschen erfahren, dass es möglich ist, gesund zu leben - auf unkomplizierte und unterhaltsame Weise. Im Kern geht es um das Wechselspiel von ausgewogener Ernährung, ausreichender Bewegung und einem positiven Umgang mit Stress. Ziel ist, gesundheitsgerechte Angebote und Strukturen in Lebenswelten von Heranwachsenden nachhaltig zu verankern.

Hände eines alten Menschen
Während eine alternde und schrumpfende Bevölkerung Industriestaaten wie Deutschland vor große Herausforderungen stellt, sieht es in den Ländern des globalen Südens ganz anders aus: die Geburtenraten gehen zwar auch hier tendenziell zurück, sind aber immer noch sehr hoch. So bekommen in Afrika Frauen im Durchschnitt 4,6 Kinder. Laut Prognosen der Vereinten Nationen werden im Jahr 2050 etwa 9,7 Milliarden Menschen auf der Erde leben. - Foto: Pixabay

Ältere Menschen

Eine besondere Herausforderung für die Erreichung der Ziele von SDG 3 stellt in Deutschland der demografische Wandel dar: um Armut, Isolation und Fremdbestimmtheit im Alter zu begegnen, müssen Wohnungen und Quartiere altersgerecht gestaltet, ärztliche Versorgung dezentral und ambulant bereitgestellt sowie die häusliche Pflege so lange wie gewünscht im vertrauten Umfeld gewährleistet und bezahlbar werden.

Zu allen altersrelevanten Fragen informiert und berät die Leitstelle „Älter werden“. Mit der sozialraumorientierten Pflegebedarfs- und Infrastrukturplanung entwickelt die Leitstelle zudem eine bedarfsgerechte Angebotsstruktur für Menschen im Alter mit dem Ziel, Teilhabe, Selbstbestimmung und Selbstständigkeit auch in dieser Lebensphase zu erhalten.

Das WIPP-Projekt - Gesundheit kennt keine Grenzen

Seniorinnen und Senioren gehören zudem zu der Bevölkerungsgruppe, die in Kiel besonders armutsgefährdet ist. Altersarmut kann ein großer Risikofaktor für die psychische und physische Gesundheit sein. Entsprechend hat die Stadt Kiel gemeinsam mit Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, einer Stiftung und Parteien ein „Bündnis gegen Altersarmut“ initiiert, das dieser wachsenden Herausforderung begegnen möchte.

Kiel beteiligt sich zudem an einem EU-Forschungsprojekt. Das deutsch-dänische Projekt WIPP lotet aus, wie mit innovativer Gesundheitsförderung ältere Menschen gesund bleiben und neue soziale Kontakte finden können. Denn beides ist wesentlich für Gesundheit und Wohlbefinden.

Gesunde Städte-Netzwerk

Seit dem Jahr 2002 ist Kiel Mitglied im Gesunde Städte-Netzwerk (GSN), das gesundheitsfördernde Maßnahmen mit innovativen Methoden umsetzen möchte. Bei regionalen und überregionalen Treffen tauschen sich die städtischen Gesundheitsexpertinnen und -experten über Projekte und Ansätze aus und diskutieren in Workshops fachliche Fragen. In den jährlich bundesweit erscheinenden GSN-Nachrichten informiert die LH Kiel über ihre Aktivitäten.

Kiel engagiert sich für globale Anliegen!

Schlechte Luft ist ein Gesundheitsrisiko. Und zwar für alle Menschen weltweit. Das SDG 3 benennt zwar in erster Linie Ziele, die für Länder des globalen Südens aktuell sind wie beispielsweise die Senkung der Mütter-, Neugeborenen- und Kindersterblichkeit sowie die Beseitigung von Aids, Tuberkulose und Malaria.

Andere Ziele, wie die Zahl der Todesfälle und Verletzungen infolge von Verkehrsunfällen zu halbieren sowie die Sterblichkeits- und Erkrankungsrate aufgrund gefährlicher Chemikalien und Umweltverschmutzung erheblich zu verringern, sind jedoch auch für deutsche Städte und Kommunen relevant.

Dies zeigt aktuell die Diskussion um schädliches Stickoxid, das die Luft deutscher Städte belastet und ein Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung darstellt. In Kiel sind davon vor allen Dingen Anwohner*innen rund um den Theodor-Heuss-Ring betroffen. Die Anstrengungen der Stadt Kiel die Situation für Kiel zu verbessern, dient auch globalen Nachhaltigkeitszielen. Über die unmittelbare Betroffenheit hinaus.


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Kontakt

Stefanie Skuppin
Leiterin des Büros des Stadtpräsidenten

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Koordinatorin kommunale Entwicklungspolitik

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