Nachhaltiges Kiel

Mehr fürs Meer tun

Mit dem SDG 14 haben sich Regierungen weltweit dazu bekannt, mehr für die Ozeane zu tun. Aber wie steht es eigentlich um die Ostsee und die Kieler Bucht? Leider nicht besonders gut.

Warum ist die Stadt zuständig?

Meeresschutz ist für die Kieler Bevölkerung ein naheliegendes Thema. Schließlich liegt die Ostsee direkt vor unserer Haustür. Forschung und Wissenschaft leisten Herausragendes. Die maritime Wirtschaft hat in Kiel eine lange Tradition. Stiftungen, Vereine und Verbände engagieren sich. Auch viele Kieler*innen setzen sich aktiv für den Meeresschutz ein.

Zum Beispiel Schüler*innen, die jedes Jahr beim „Coastal Clean-up Day“ Mitte September die Strandabschnitte vom angeschwemmten Müll reinigen.

Meeresforschung: Kiel hat herausragende Institutionen

Als Landeshauptstadt ist Kiel für seine Meeresforschung weit über die nationalen Grenzen hinaus bekannt. Dahinter stehen das renommierte Geomar Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung, das die chemischen, physikalischen, biologischen und geologischen Prozesse im Ozean und ihre Wechselwirkung mit dem Meeresboden und der Atmosphäre untersucht sowie das multidisziplinäre Forschungsnetzwerk „Ozean der Zukunft“.

Das tut Kiel – Zukunft Meeresschutz-Stadt

Die Kieler Ratsversammlung hat der Verwaltung den Auftrag gegeben, ein Konzept zu erarbeiten, wie diese vorhandenen Kompetenzen, Institutionen und Akteure im Bereich Meeresschutz noch besser aufeinander abgestimmt und miteinander vernetzt werden können. Ziel ist es, dass Kiel ein deutlich wahrnehmbareres Profil als Meeresschutzstadt entwickelt. Denn hier liegt viel Potential.

Die Kieler Erklärung

Im September 2018 trafen sich mehr als 300 Forschende aus 33 Ländern in Kiel, um im Rahmen einer internationalen Fachtagung über die Abnahme des Sauerstoffs im Ozean und die Ursachen und Konsequenzen zu diskutieren. Auch die Ostsee - vor unserer Haustür: die Kieler Bucht - leidet an Todeszonen. Zum Abschluss der Konferenz veröffentlichten die Wissenschaftler*innen einen eindringlichen Appell, die „Kieler Erklärung“, in dem sie zu mehr Meeres- und Klimaschutz aufriefen.

Das ist eine Bildunterschrift (figcaption)
Auch die Kieler Bucht leidet unter Klimawandel und Meeresverschmutzung. - Foto: Martina Hansen, LH Kiel

Das haben wir davon – Meereskrise bekämpfen

Der Ozean bedeckt 71 Prozent des Globus. Das Meer ist die Lebensgrundlage einer wachsenden Weltbevölkerung. Weltweit decken 2,9 Milliarden Menschen 20 Prozent ihres Proteinbedarfs durch Fisch. Das Klima wird im Wesentlichen von der Wechselwirkung zwischen Atmosphäre und Ozean bestimmt. In Kiel ist uns das deutlich bewusst, denn wir leben am Meer.

Das Mikroplastikproblem

Immerhin - das Thema Meeresschutz ist mittlerweile auch außerhalb Kiels angekommen: Nach einer repräsentativen Umfrage des Umweltbundesamtes im November 2017 ist der Plastikmüll in den Weltmeeren in der Wahrnehmung der deutschen Bevölkerung das Umweltrisiko Nummer eins.

Viele Kieler*innen engagieren sich daher unermüdlich gegen Mikroplastik - so führt beispielsweise das Projekt „Kreative Küste“ Bildungsprogramme an Schulen durch, um über Plastik im Meer und Nachhaltigkeit im Allgemeinen zu informieren. Einen konkreten Beitrag können wir alle über unser Konsumverhalten leisten, indem wir etwa Produkte vermeiden, die Mikroplastik enthalten, hierbei hilft der Einkaufsführer Mikroplastik.  

Meeresfilmfestival in Kiel

Ein großer Mehrwert für unsere Stadt ist sicherlich auch das im Oktober stattfindende internationale Meeresfilmfestival CineMare Kiel, dessen Ziel es ist, die Menschen für Meere zu begeistern und ihre Verbundenheit zum Wasser zu fördern. Denn nur, wem der Wert unseres überwiegend blauen Planeten bewusst ist, wird sich auch für dessen Schutz einsetzen.

Kiel bei der UNO – Meeresatlas in New York

Ohne das Meer können wir auf diesem Planeten nicht überleben. Aktuell hat das Meer großen Stress durch ganz unterschiedliche Faktoren. Nicht nur ein Problem, sondern ein ganzes Krisenbündel sorgt für diese Situation. Wir haben eine Meereskrise!

Diese Botschaft kam aus Kiel: Der Meeresatlas der Heinrich-Böll Stiftung Schleswig-Holstein und des Excellenzclusters „Future Ocean“ wurde im Juni 2017 auf der ersten UN Conference der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Neben der Originalfassung ist der Meeresatlas auch in Englisch und viele weitere Sprachen übersetzt worden - beispielsweise spanisch, türkisch, französisch, arabisch, chinesisch, khmer und katalan.


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