Segelsport in Kiel

Der Segelsport, der seine Wurzeln in England hat, fand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen Weg nach Kiel und etablierte sich schnell in der Reichsmarinestadt, weil sich selbst Angehörige des Kaiserhauses für dieses maritime Vergnügen interessierten. Kaiser Wilhelm II. ernannte sich zum Kommodore des Kaiserlichen Yacht-Clubs, heute Kieler Yacht-Club. Die Teilnahme seiner Segelyacht "Meteor“ war eine Hauptattraktion der Regatten. Die 1882 begonnenen Segelwettbewerbe von internationalem Rang werden seit 1894 als „Kieler Woche“ bezeichnet. 

Grünes Segelboot auf kleinen Wellen vor den HDW-Kränen title=
Segelregatta auf der Kieler Förde

Nach dem Ersten Weltkrieg verloren Segelsport und Kieler Woche ihre gesellschaftliche Bedeutung, doch die Nationalsozialisten bauten die Veranstaltung aus propagandistischen Gründen wieder aus. Mit den Olympischen Segelwettbewerben 1936 erlangten die Kieler Regatten erneut internationale Anerkennung, bis sie mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs eingestellt wurden.

Holzstich mit Regatta-Motiv
49er Regatta

Nach 1945 wurde die Kieler Woche mit der Neuorientierung des politischen und gesellschaftlichen Lebens zu einem friedlichen Fest von Sport, Kultur und Völkerverständigung. Die Segelregatten auf der Förde waren ein Schauspiel für die Bürger und Gäste der Stadt. 1972 wurde Kiel mit seinem in internationalen Seglerkreisen hoch geschätzten Regattarevier erneut Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe. Die Kieler Woche ist heute das größte Segelsportereignis der Welt und zugleich das größte Sommerfest Nordeuropas.

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Bildmaterial

Kieler Stadtarchiv, Stadt- und Schifffahrtsmuseum, Landeshauptstadt Kiel, 3-pix