Nachhaltiges Kiel

Industrie, Innovation und Infrastruktur

Beim SDG 9 geht es um die drei großen „I“s: Infrastruktur, Industrialisierung und Innovationen. Alle drei sind entscheidend für die Entwicklung von Gesellschaften und haben großen Einfluss darauf, ob diese nachhaltig und zukunftsfähig ist.

Kommunen stellen Infrastrukturen bereit

Gerade bei der Bereitstellung von Infrastrukturen spielen Kommunen eine wichtige Rolle, da sie für die Daseinsvorsorge zuständig sind. Dabei geht es zum Beispiel um Straßen und Verkehrssysteme, Energie- und Abwasserversorgung, Abfallbewirtschaftung, die Verbreitung von Breitband oder auch den nachhaltigen Bau von Schulen, Sportstätten und öffentlichen Plätzen.

Wie in vielen anderen Städten auch, sind die finanziellen Mittel der Landeshauptstadt Kiel sehr begrenzt, was in den vergangenen Jahren dazu geführt hat, dass nicht genug in die Instandhaltung und den Ausbau von Infrastrukturen investiert werden konnte.

Inzwischen darf aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Kiel aber durchaus optimistisch in die Zukunft geblickt werden. So gibt es aktuell große und spannende Projekte wie beispielsweise den kleinen Kiel-Kanal in der Innenstadt, den Bau des Schwimmbads an der Hörn, die Ausweisung neuer Gewerbegebiete, die anstehende Erneuerung der Spundwand an der oberen Kiellinie, aber auch Maßnahmen wie die Renovierung von Schulgebäuden und der kontinuierliche Ausbau von Radwegen - um nur einige Beispiele zu nennen.

Nachhaltige Hafeninfrastruktur für Kiel

Mit Blick auf die Förderung einer zukunftsfähigen Infrastruktur ist das im Mai 2018 beschlossene „Blue Port Konzept“ für den Hafen bemerkenswert. Dieses sieht vor, den Hafen umwelt- und klimafreundlicher auszurichten. In der Kritik steht die zunehmende Anzahl an Kreuzfahrern wegen ihres Schadstoffausstoßes. Damit diese zukünftig nicht mehr durchgehend ihre Dieselmotoren zur Stromgenerierung laufen lassen während sie in der Kieler Förde liegen, sind zwei Landstromanlagen geplant.

Zudem soll mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden, dafür wird am Bahnhofskai ein drittes Rangiergleis gebaut. Die von den Schiffen ausgehende Belastung mit Stickoxiden und Feinstaub wird künftig vom Seehafen mit fünf Messstationen dokumentiert.

Förderung der Digitalisierung weltweit und in Kiel

Im SDG 9 wird auch gefordert, den Zugang zur Informations- und Kommunikationstechnologie erheblich zu erweitern und vor allem für die am wenigsten entwickelten Länder einen allgemeinen und bezahlbaren Zugang zum Internet herzustellen.

Tatsächlich besteht weltweit immer noch ein sogenannter „Digital Divide“ (digitaler Graben): 60 Prozent der Weltbevölkerung sind offline und nur 15 Prozent haben Zugang zu Highspeed Internet. Es besteht aber große Hoffnung, dass die Digitalisierung dazu beitragen kann, dass in den Entwicklungsländern bestimmte Stufen der Industrialisierung einfach übersprungen werden können, beispielsweise durch das Bezahlen per Handy oder durch 3D-Drucker, die direkt vor Ort Produkte drucken, die dringend gebraucht werden.

Auch in Kiel ist Digitalisierung ein großes Thema. Aktuell arbeitet die Stadtverwaltung an einer Digitalen Strategie, die voraussichtlich Ende 2018 in der Ratsversammlung diskutiert werden wird.  Es geht darum, die Breitbandversorgung und ein dichtes WLAN-Netz im Stadtgebiet auszubauen, E-Government in der Verwaltung einzuführen, und die Digitalisierung der Kieler Schulen zu fördern.

Erste wichtige Schritte wurden umgesetzt: So arbeitet beispielsweise die am 6. Mai 2018 neu gewählte Ratsversammlung künftig mit Tablets und damit papierlos. Und für die Kieler Bürger*innen wurde ein Chatbot eingerichtet: „Govii“, so heißt der digitale Mitarbeiter, kann Fragen zu allen behördlichen Themen beantworten, zum Beispiel wo man einen Personalausweis beantragen kann.

Seit 2017 wird im September  die „Digitale Woche Kiel“ veranstaltet, in einer Vielzahl von Veranstaltungen wird das Thema Digitalisierung erlebbar gemacht und Perspektiven für die Zukunft geschaffen.


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Kontakt

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Leiterin des Büros des Stadtpräsidenten

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Koordinatorin kommunale Entwicklungspolitik

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