Suchsdorf - Ein neuer Markt am Rungholtplatz?

Die diskutierte Verlegung der Bus-Endhaltestelle am Rungholtplatz hatte 2014 zu einer Diskussion im Stadtteil geführt, die auch Fragen wie Nahversorung und Nachbarschaft einschloss. Die Ratsversammlung hatte eine Bürgerbeteiligung beschlossen.

Die gut 140 Teilnehmer*innen der zweiten Suchsdorfer Stadtteilversammlung am 25. April 2015 waren sich einig: Im alten Suchsdorfer Ortskern muss sich etwas ändern. Vor allem am Rungholtplatz sollen wieder Lebensmittel eingekauft werden können. Schon bei der ersten Bürgerbeteiligungsveranstaltung am 22. November 2014 hatte sich diese einhellige Meinung deutlich abgezeichnet. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie unten.

Als Konsequenz der Versammlungen wurde die Stadt aktiv, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass am Rungholtplatz wieder ein neuer Lebensmittelmarkt eingerichtet würde. Nach den beiden Stadtteilversammlungen 2014 und 2015 gab es diverse Treffen zwischen Stadt und Einzelhändlern des Rungholtplatzes, um Lösungen zur Schaffung eines neues Marktes am Rungholtplatz zu überlegen.

Die Firma Bartels-Langness-Handelsgesellschaft mbH & Co. KG wurde gewonnen, den Umbau der jetzt durch einen Trödelmarkt genutzten Fläche für einen neuen Markt-Betreiber durchzuplanen. Es wurde ein Entwurf für einen neuen Lebensmittelmarkt gezeichnet und mit verschiedenen möglichen Betreibern eines möglichen neuen Marktes gesprochen. Es wurde überlegt, dass die jetzigen Einzelhändler des Backshops (Bäckerei Günther) und der Tabakladen in die Vorkassenzone eines neuen Marktes aufgenommen werden könnten.

Zurzeit versucht die Stadt, die nötige Unterstützung zur Finanzierung des Umbaus einzuwerben. Im neuen Markt würde auch Platz für Aufenthalt geschaffen. Ebenso ist es geplant, dass soziale Dienstleistungen mit einem Kümmerer vor Ort ansässig würden mit dem Ziel der Förderung guter Nachbarschaften.

Im Zusammenhang mit einem neuen Markt soll auch der Platz davor verschönert werden, um den Rungholtplatz wieder als Zentrum attraktiv zu machen. Konkrete Zeitpläne für die Umsetzung können leider noch nicht benannt werden.   

Stadtrat Gerwin Stöcken erläuterte das Ergebnis der Prüfung der Ideen und Vorschläge der ersten Veranstaltung.

Er will sich dafür einsetzen, den Rungholtplatz zu einem kommunikativen Zentrum auszubauen.

Mit einem kleinen Markt für Nahversorgung, Möglichkeiten sich zu treffen und sozialen Dienstleistungen. 
 

Zwei Experten zeigten, wie das aussehen kann: Bürgermeister Bernd Blohm aus Brodersby (Kreis Schleswig-Flensburg) berichtete, wie der dortige Markttreff entstand.

Die Bedarfe waren in Brodersby im Prinzip die gleichen wie in Suchsdorf: Der Wunsch nach fußläufiger Nahversorgung, ein aktiver Ortskern und ein nachbarschaftlicher Zusammenhalt waren auch dort zentrale Anliegen.

All dies konnte laut Bernd Blohm in Brodersby berücksichtigt werden. "Unser Markttreff ist nun im neunten Betriebsjahr. Er ist für unser Dorf eine Erfolgsgeschichte", so Blohm.

Den Suchsdorfern gab er ein Erfolgsrezept mit auf den Weg: "Wenn Sie auch einen kleinen Markt haben möchten, dann sollte jeder von Ihnen zu diesem Projekt ein Wir-Gefühl entwickeln. Nur wenn Sie aus Überzeugung den Kaufmann als Ihren Kaufmann empfinden, fühlen Sie auch eine Art Mitverantwortung für die erfolgreiche, sichere Zukunft. In Brodersby leben die Verantwortlichen des Dorfes diese Einstellung vor."

Julius Nommensen, Geschäftsführer bei der Firma Bartels-Langness, erläuterte die notwendigen Bausteine für den Erfolg eines Marktes am Rungholtplatz.
Seine Aussagen können Sie hier nachlesen.

Einzelne Themen wurden danach in Fachforen vertieft. Deren Ergebnisse wurden am Schluss der Veranstaltung zusammengefasst und der Versammlung vorgestellt.
Eine Übersicht der Inhalte und Ergebnisse mit Fazit können Sie hier ansehen.

In einer Befragung durch den Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung (VHW) äußerte sich die Mehrheit der Teilnehmenden positiv über das Beteiligungsverfahren.
Alle Ergebnisse der Befragung können Sie hier einsehen.

Das Vorhaben der Stadt, die Busendhaltestelle am Rungholtplatz zu verlegen, hatte die Diskussion ins Rollen gebracht. Es zeigte sich schnell der wahre Kern des Problems: Infrastruktur und Wege im Ortskern sollen verbessert werden. Ein zentrales Ergebnis der Bürgerbeteiligung ist, dass die Bushaltestelle nicht verlegt, sondern nur modernisiert werden soll. Einige Wege wurden bereits ausgebessert.

Eine Befragung des Bundesverbands für Wohnen und Stadtentwicklung (VHW) nach der ersten Bürgerbeteiligungsveranstaltung im November zeigte: Eine große Mehrheit der über 100 Befragten fühlt sich jetzt von der Stadt in ihren Anliegen ernst genommen.
Die Ergebnisse der Befragung können Sie hier einsehen.

Im Vorwege der zweiten Stadtteilversammlung hatte die Stadtverwaltung bereits eine Prioritätenliste zum weiteren Vorgehen erarbeitet.

Nähere Informationen zur Prioritätenliste können Sie in der Geschäftlichen Mitteilung von Stadtrat Gerwin Stöcken nachlesen

Die Ergebnisse aus der ersten Stadtteilversammlung vom November finden Sie hier.

Die Verlegung der Bus-Endhaltestelle Rungholtplatz ist mehrmals im Ortsbeirat Suchsdorf diskutiert worden. In diesem Zusammenhang wurden viele Fragen aufgeworfen, die sich auch auf die Nahversorgung und das Leben in Suchsdorf beziehen.

Im Juli 2014 hat die Kieler Ratsversammlung beschlossen, die Fragen aus dem Stadtteil aufzugreifen und ein Beteiligungsverfahren durchzuführen.

Nach dem Zufallsprinzip wurden im August und September 2014 Suchsdorferinnen und Suchsdorfer telefonisch rund um das Thema Rungholtplatz befragt. Die Landeshauptstadt Kiel wurde bei der Telefonbefragung vom Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V. (VHW) unterstützt.

Die Ergebnisse daraus wurden auf der Stadtteilversammlung am 22. November 2014 in Suchsdorf vorgestellt, zu der Stadtrat Gerwin Stöcken alle Suchsdorfer Haushalte per Brief eingeladen hatte. 160 Personen kamen zu der Versammlung. An acht Thementischen konnten Wünsche und Vorschläge formuliert werden.

Im März lud Stadtrat Stöcken erneut per Brief zur zweiten Stadtteilversammlung am 25. April ein. Im diesem zweiten Teil der Bürgerbeteiligung stellte die Stadtverwaltung vor, was aus den Ideen und Vorschlägen der ersten Veranstaltung geworden ist. In Fachforen wurde weiterdiskutiert wie es weitergehen kann.