Nachhaltiges Kiel

Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Der sichere Zugang zu sauberen Wasser und eine angemessene Sanitärversorgung sind Menschenrechte und unerlässlich für ein Leben in Gesundheit und Würde.

Globale Trends tragen zu Wasserknappheit bei

Globale Trends wie Bevölkerungswachstum, wachsende Städte und Klimawandel erhöhen die Nachfrage nach Wasser. Dies verstärkt den ohnehin schon hohen Druck auf die globalen Wasserressourcen und die Gewässerökosysteme.

Auch unser Konsumverhalten und die Art und Weise, wie wir zum Beispiel Nahrungsmittel produzieren, beeinflussen die Verfügbarkeit von Wasser. In einigen Regionen der Welt, in denen Wasser sehr knapp ist, kann dies zu sozialen Konflikten oder sogar kriegerischen Auseinandersetzungen führen.

Die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) hat auch Deutschland als „verwundbar“ eingestuft, was die Verfügbarkeit von erneuerbaren Wasservorkommen pro Kopf der Bevölkerung angeht.

Umfassendes Wasserziel auf globaler Ebene

Mit dem SDG 6 ist erstmals ein umfassendes Wasserziel auf globaler Ebene verabschiedet worden. Trotz großer Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten haben etwa 663 Millionen Menschen keinen Zugang zu einer sauberen Trinkwasserversorgung.

1,8 Milliarden Menschen nutzen Trinkwasser, was bakteriell verunreinigt ist und etwa 2,4 Milliarden Menschen müssen ohne hygienische Sanitäranlagen auskommen, haben also keine Toiletten. In dicht besiedelten Gebieten und Städten beeinträchtigt dies den Lebensalltag sehr - gerade auch von Frauen - und kann massive gesundheitliche Folgen haben.

Stadtwerke und Untere Wasserbehörde wichtige Akteure

In Deutschland ist der Schutz der Trinkwasser- und Sanitärversorgung im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge sichergestellt. Für die Trinkwasserversorgung in Kiel sind die „Kieler Stadtwerke“ verantwortlich, laut denen unser Kieler Trinkwassers im deutschlandweiten Vergleich sehr gut dasteht und locker mit der Qualität von Mineralwassern mithalten kann.

Gesetzliche Grundlagen zum Schutz des Wassers werden auf EU-, Bundes- und Landesebene beschlossen, deren Einhaltung wird aber auch auf kommunaler Ebene kontrolliert. So stellt die beim Umweltschutzamt angesiedelte „Untere Wasserbehörde“ beispielsweise sicher, dass in Kiel ansässige Anlagen - wie zum Beispiel Kfz-Werkstätte, Industriebetriebe oder auch landwirtschaftliche Betriebe - dafür Sorge tragen, dass keine wassergefährdenden Stoffe wie Altöl oder Gülle in den Boden oder in Gewässer gelangen.

Wasserökosysteme

Wasserökosysteme erfüllen wichtige „Dienstleistungen“: sie stellen sauberes Wasser bereit, regulieren Wasserströme, bieten einen Lebensraum für Tiere und Erholungsräume für die Stadtbewohner. Durch die zunehmende Bevölkerungsdichte, durch den verstärkten Bau von Siedlungen und den Ausbau der Infrastruktur geraten Wasserökosysteme zunehmend unter Druck.

Auch vor diesem Hintergrund unternimmt die Landeshauptstadt Kiel Maßnahmen, um den ökologischen Zustand von Kieler Gewässern zu verbessern. So sind zum Beispiel im Bereich der alten Schwentinebrücken sogenannte „Fischpässe“ erstellt worden, die es Fischen und anderen Wasserbewohnern ermöglichen, von der Förde flussaufwärts zu ihren Laichplätzen zu gelangen.

Deutschland Schlusslicht beim Gewässerschutz

Ein großes Problem in Deutschland – auch in Teilen Schleswig-Holsteins - bleibt die Belastung des Grundwassers mit Nitrat, das für Menschen als krebserregend gilt. Als Hauptverursacher wird die Landwirtschaft angesehen, denn Massentierhaltung und massives Düngen mit Gülle führen zu der hohen Nitratbelastung des Grundwassers. In der Folge müssen die kommunalen Wasserversorger das geförderte Grundwasser aufwändig und sehr kostenintensiv aufbereiten, um es zu Trinkwasser zu machen.

Goldeimer – ein innovatives und nachhaltiges Kieler Unternehmen

Das in Kiel gegründete gemeinnützige Unternehmen Goldeimer hat sich dieser Thematik angenommen: die jungen Macher von Goldeimer produzieren nachhaltige Komposttoiletten, die auf Musikfestivals im ganzen Bundesgebiet zum Einsatz kommen. Darüber hinaus engagieren sie sich gemeinsam mit anderen Organisationen wie der Deutschen Welthungerhilfe und Viva Con Aqua dafür, dass Menschen weltweit Zugang zu sauberen Toiletten erhalten.


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