Nachhaltiges Kiel

Wasser ist Leben

Zugang zu sauberem Trinkwasser ist Menschenrecht. Unerlässlich für ein Leben in Gesundheit und Würde. In Deutschland ist die Trinkwasser- und Sanitärversorgung Sache der öffentlichen Hand. In Kiel kümmern sich die „Kieler Stadtwerke“ darum.

Warum ist die Stadt Kiel zuständig?

Mit dem SDG 6 ist erstmals ein umfassendes Wasserziel auf globaler Ebene verabschiedet worden. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser und eine menschenwürdige Sanitärversorgung sind in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Städte und Kommunen kümmern sich um die sogenannte öffentliche Daseinsvorsorge.

In anderen Teilen den Welt ist die Lage dramatischer: trotz großer Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten haben weltweit immer noch 663 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser.

Das Kieler Leitungswasser steht im deutschlandweiten Vergleich sehr gut da und kann es locker mit der Qualität von Mineralwassern aufnehmen. Trotz dieser bemerkenswerten Qualität ist es – zumindest in der Kieler Gastronomie – eher unüblich, selbstverständlich Leitungswasser als Trinkwasser gereicht zu bekommen. In vielen Cafés und Restaurants stehen mittlerweile jedoch Wasserkrüge zur kostenlosen Selbstbedienung bereit. Diese positive Entwicklung sollte verstärkt auch beim Catering von Veranstaltungen gelebte Praxis werden. Die öffentlichen Verwaltungen können hier mit gutem Beispiel voran gehen.

Wasserknappheit? In Kiel kein Problem

Grundsätzlich gilt Deutschland als wasserreiches Land und der Wasserfußabdruck des Bundesumweltamtes zeigt, dass der Verbrauch die Reserve nicht übersteigt. Dennoch stuft die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) Deutschland als „verwundbar“ ein, was die Verfügbarkeit von erneuerbaren Wasservorkommen pro Kopf der Bevölkerung angeht.

Glas mit Leitungswasser
Für die Trinkwasserversorgung in Kiel sind die „Kieler Stadtwerke“ verantwortlich. Ebenso wie für die Sanitärversorgung – beispielsweise für die Abwässer aus Toiletten und Haushalten. Auch die der Industrie. - Foto: Pixabay

Nicht zuletzt die lang anhaltende Dürre im Sommer 2018 hat auch den Menschen im gut versorgten Kiel deutlich die drohenden Folgen eines möglichen Wassermangels vor Augen geführt. Noch ist die Versorgung mit Trinkwasser in Kiel unproblematisch. Damit das in Zukunft so bleibt, sorgt die Stadtverwaltung vor. Und übernimmt Verantwortung für die Kieler Bürger*innen.

Die Wasserökosysteme von Kiel und des Kieler Umlandes erfüllen wichtige Dienstleistungen: sie stellen sauberes Wasser bereit, regulieren Wasserströme, bieten einen Lebensraum für Tiere und Erholungsräume für die Stadtbewohner*innen. Durch die zunehmende Bevölkerungsdichte, den verstärkten Bau von Siedlungen und den Ausbau der Infrastruktur geraten unsere kommunalen Wasserökosysteme jedoch zunehmend unter Druck.

Das tut die Stadt – Gewässerschutz

Gewässerschutz tut not. Denn Deutschland ist Schlusslicht beim Gewässerschutz. Tatsächlich gilt die Landwirtschaft als Hauptverursacherin für die Belastung des Grundwassers mit Nitrat. Massentierhaltung und massives Düngen mit Gülle führen zu einer hohen Nitratbelastung des Grundwassers.

Dies ist auch in Teilen Schleswig-Holsteins ein großes Problem. Denn Nitrat gilt für den Menschen als krebserregend.

Auf die Landwirtschaft des Umlandes hat die Stadtverwaltung Kiel zwar keinen unmittelbaren Einfluss. Doch im Rahmen ihrer Zuständigkeit hat auch eine Stadt für ihre Wasser-Ökosysteme zu sorgen.

Vor diesem Hintergrund unternimmt die Landeshauptstadt Kiel geeignete Maßnahmen, um den ökologischen Zustand von Kieler Gewässern zu verbessern. So sind zum Beispiel im Bereich der alten Schwentinebrücken sogenannte „Fischpässe“ erstellt worden, die es Fischen und anderen Wasserbewohnern ermöglichen, von der Förde flussaufwärts zu ihren Laichplätzen zu gelangen.

Das haben wir davon – saubere Toiletten

Weltweit müssen 2,4 Milliarden Menschen ohne hygienische Sanitäranlagen (Toiletten) auskommen. In dicht besiedelten Gebieten und Städten beeinträchtigt dies den Lebensalltag - gerade auch von Frauen - sehr und kann massive gesundheitliche Folgen haben.

Im Vergleich zu Japan, das eine hohe Dichte an öffentlich zugänglichen, sauberen und barrierefreien Toiletten aufweist, gibt es in der Industrienation Deutschland noch Nachholbedarf. Öffentliche Toiletten sind oft nur schwierig zu finden, oft kostenpflichtig oder dreckig - nicht selten sogar beides. Barrierefreie Toiletten sind eine echte Rarität.

Toilettenwagen des Abfallwirtschaftbetriebes Kiel
Toilettenwagen des Abfallwirtschaftbetriebes Kiel (ABK) - Foto: LH Kiel

Die Landeshauptstadt Kiel hat sich dieser Problematik angenommen: Seit März 2019 steht vor dem Kieler Hauptbahnhof eine öffentliche Toilettenanlage mit zwei Urinalen zur Verfügung. Somit steigt die Anzahl der öffentlichen Toiletten, die vom ABK betreut werden, auf 14 an.

Alle öffentlichen Toiletten stehen übrigens im faltbaren WC-Wegweiser, den man sich einfach ins Portemonnaie stecken kann. Die Orte der öffentlichen Toiletten sind aber auch online einsehbar.

Zudem gibt es acht „Nette Toiletten“ in Innenstadt-Geschäften, die von der Stadt finanziell unterstützt werden. Deren Lokalität und Ausstattung lässt sich ebenfalls online einsehen.

Kiel denkt weiter – Klos sorgen für Debatte

Kieler Design - Urinale für Frauen

Wenn ein Mann unterwegs ist und sich erleichtern möchte, ist die nächste Möglichkeit dafür oft nicht weit. Für Frauen gestaltet es sich deutlich schwieriger, diesem grundlegenden Bedürfnis und - wie wir meinen: Recht - nachzukommen.

Der Muthesius Transferpark hatte im April 2019 im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Design for debate“ zur Diskussion über Design für gesellschaftliches Umdenken gebeten und zu einem Abend rund um das Thema Urinale für Frauen eingeladen. Prof. Bettina Mölling beschäftigt sich bereits seit über 20 Jahren mit dem Thema.

Die Veranstaltung stieß auf reges Interesse - Frauen im öffentlichen Raum und das Bedürfnis nach geschlechtergerechtem Pinkeln wahrzunehmen ist aktueller denn je!

Goldeimer - ein innovatives und nachhaltiges Kieler Unternehmen

Auch das in Kiel gegründete gemeinnützige Unternehmen Goldeimer hat sich der Frage nach sanitären Einrichtungen angenommen: die jungen Macher von Goldeimer produzieren nachhaltige Komposttoiletten, die auf Musikfestivals im ganzen Bundesgebiet zum Einsatz kommen. Bei diesem Projekt steht die Frage der Wasser-Ersparnis und der Vermeidung von Umweltverschmutzung im Vordergrund.

Gleichzeitig unterstützt das Sozial-Unternehmen gemeinsam mit Viva con Aqua und der Welthungerhilfe weltweit den Bau von Toiletten. Damit Menschen auf der ganzen Welt von sauberen Toiletten profitieren. Und unter hygienischen Bedingungen besser leben können.


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