Kiel ist Fairtrade-Stadt

Kiel trägt seit 2013 den Titel „Fairtrade-Stadt“. Die Stadt wurde bereits drei Mal rezertifiziert, zuletzt im Jahr 2021.

In Kiel hat sich ein Netzwerk aus Vereinen, Verbänden, Schulen, Kirchen, Einzelhandelsgeschäften, Cafés und Restaurants entwickelt, das faire Produkte oder Bildungsprojekte zum Thema Fairer Handel anbietet. Und das Netzwerk wächst!


Fair produzierte Sportbälle für Kieler Schulen

Teilnahme bis zum 31. Mai möglich
Vier Männer sitzen auf dem Boden und nähen Bälle zusammen
Näher, Foto: Jochen Bauer, Bündnis eine Welt Schleswig-Holstein

Sportunterricht ohne Bälle ist kaum vorstellbar. Und kein Spiel kommt ohne Regeln, ohne Fairplay aus. Doch wie sieht es mit der Fairness gegenüber den Näherinnen und Nähern der eingesetzten Sportbälle aus? Unter welchen Arbeitsbedingungen stellen sie die Bälle eigentlich her? Die Antwort ist - Sie ahnen es gewiss schon - ernüchternd, oder, um es anders auszudrücken, einer roten Karte würdig: unfassbare 99 von 100 Sportbällen entstehen nach wie vor unter zumindest fragwürdigen Bedingungen, bei denen Menschenrechte kaum eine Rolle spielen! Wir finden, es ist Zeit, daran etwas zu ändern!

Aus diesem Grund möchten wir Kieler Schulen motivieren, fair produzierte Sportbälle zu beschaffen. Welche Vorteile die faire Ballproduktion hat,  können Sie hier nachlesen.  

Deswegen sind das Umweltschutzamt und das Bündnis eine Welt Schleswig-Holstein“ (BEI) die Kooperation „Kiel spielt fair“ eingegangen, um faire Sportbälle in Kieler Schulen bekannt zu machen. Das Projekt „SH spielt fair“ des BEIs bietet Schulen in Schleswig-Holstein an, Workshops zum Thema „faire Ballproduktion“ in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig können Schulen über dieses Projekt vergünstigt fair produzierte Bälle beschaffen. Die fairen Bälle werden von der Firma BadBoyz in Pakistan produziert.  

Ein fairer Ball vor dem Hintergrund einer Gruppe Jungen mit Lehrer im Tor
Faire Bälle für Kieler Schüler*innen, Foto: Jochen Bauer, Bündnis eine Welt Schleswig-Holstein

Im Rahmen der Kooperation zwischen dem BEI und der Landeshauptstadt Kiel bekommen insgesamt 20 Kieler Schulen neun faire Sportbälle geschenkt. Sie können weitere faire Bälle bestellen, nachdem Sie sich von der Qualität dieser Bälle überzeugen konnten. Darüber hinaus besteht für die teilnehmenden Schulen die Möglichkeit, Beratung zur fairen Beschaffung der Bälle zu erhalten.

Hintergrund: Die Landeshauptstadt Kiel ist seit dem Jahr 2013 Fairtrade Stadt. Kiel wurde im Jahr 2021 das dritte Mal als faire Stadt rezertifiziert. Im November 2019 wurde im Wirtschaftsausschuss und dem Ausschuss für Schule und Sport der Beschluss (Drs. 1056/ 2019) gefasst, Kieler Schulen zu bitten, ab dem Schuljahr 2020 im Rahmen ihrer Budgetierung nur noch fair gehandelte Sportgeräte zu beschaffen. Die Kooperation mit „SH spielt fair“ hilft den Schulen, diesen Beschluss jetzt zeitnah anzugehen und umzusetzen.

Für Rückfragen und bei Interesse an Workshops können Sie Kontakt mit Frau Nicoline Henkel, 0431-901 3765 oder unter der E-Mailadresse aufnehmen.

Wir freuen uns über reges Interesse und darauf, den fairen Handel in der Landeshauptstadt Kiel um einen weiteren Aspekt zu ergänzen!


Faire Produktliste - Große Vielfalt an fair produzierten Produkten erhältlich

Wer fair einkaufen möchte hat im ersten Moment meist Kaffee oder Schokolade im Sinn. Dabei ist die faire Produktpalette sehr viel größer und vielfältiger!
Die Landeshauptstadt Kiel hat für Sie eine faire Produktliste zum Dowload zusammengestellt.

Die Liste gibt Ihnen viele Beispiele und Ideen, wie Sie Zuhause, aber auch im Arbeitsalltag von Küchen, Kitas und Schulkantinen auf faire Produkte umstellen können.  


Plakate Fairtrade-Stadt Kiel

Plakate mit fünf verschiedenen Botschaften veröffentlicht die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Kiel an Kieler Litfaßsäulen. Sie sollen an das bestehende Engagement der Fairtrade-Stadt Kiel anknüpfen und Kieler*innen für den fairen Handel motivieren.

Die Botschaft der Plakate ist: Fairer Handel sichert grundlegende Menschenrechte, gerechte Löhne und soziale Nachhaltigkeit in den Produktionsländern.

Wir stellen Ihnen hier alle Plakate gemeinsam vor und geben zu jedem Thema weiterführende Informationen. 

 
Plakat Wir sind Fairtrade-Town


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Plakat
Plakat "Wir sind Fairtrade-Town", Quelle: LH Kiel

Kiel ist neben 730 weiteren Städten und Kommunen in Deutschland seit dem Jahr 2013 zertifizierte Fairtrade-Stadt. Viele verschiedene Akteur*innen tragen dazu bei, den fairen Handel in unserer Stadt voranzubringen. Die Einhaltung der Kriterien wird regelmäßig von der Initiative „Fairtrade-Towns“ in Köln überprüft. Kiel bewirbt sich in diesem Jahr erneut für eine Rezertifizierung. Mehr über die einzelnen Kriterien und welche Rolle Städte, Kommunen und Kreise bei der Förderung des fairen Handels spielen, erfahren Sie hier.

Plakat
Fairtrade-Plakat "Für fairen Handel in unserer Stadt", Quelle: LH Kiel

Viele Produkte unseres täglichen Konsums werden nicht in Kiel produziert, sondern kommen von weit her. Durch den Kauf fair gehandelter Produkte hier vor Ort können wir die Erzeuger*innen im globalen Süden unterstützen und ein Zeichen für einen gerechteren weltweiten Handel setzen.

Der faire Handel wird in Kiel bereits seit Jahren von vielen motivierten Einzelhändler*innen, Gastronom*innen und auch Schulen, Kirchen und andere Organisationen unterstützt. In unserem Flyer zeigen wir, welche Händler*innen, Gastronomiebetriebe und Einrichtungen fair gehandelte Produkte anbieten.

Plakat
Fairtrade-Plakat "Fairtrade = Menschenrechte sichern"

Menschenrechte sind ein wichtiger Bestandteil von fairem Handel. Das zeigt sich auch in der Satzung von Fairtrade International, in welcher Begriffe wie Gerechtigkeit, keine Diskriminierung, Menschenwürde und Fairness zentrale Rollen einnehmen. Fairtrade setzt sich dabei insbesondere für die Stärkung der Rechte von Frauen und Kindern ein. Mehr über den Zusammenhang von Menschenrechten und Fairtrade erfährst du hier.

Plakat
Plakat "Fairtrade = existenzsichernde Löhne", Quelle: LH Kiel

Für Fairtrade-zertifizierte Produkte bekommen die Erzeuger*innen einen bestimmten festgelegten Fairtrade-Mindestpreis als Sicherheit gegen schwankende Weltmarktpreise. Zudem wird sehr stark auf Partnerschaft gesetzt, die Handelsbeziehungen sind möglichst langfristig und direkt, damit die Erzeuger*innen auch auf lange Sicht ein gesichertes Einkommen haben. Viele der Erzeuger*innen sind zudem in Genossenschaften organisiert und wirtschaften in der Gemeinschaft. Durch den fairen Handel können sie über Vorfinanzierung schon vor der Ernte Geld erhalten, um diese zu organisieren und zu exportieren.

Durch diese Maßnahmen können Menschen am Anfang der Lieferkette in Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützt werden, die chronisch mit schlechteren Arbeits- und Lebensverhältnissen kämpfen. Weitere Informationen finden Sie in diesem Video des offiziellen Fairtrade-Youtube Kanals.

Plakat
Fairtrade-Plakat "Fairtrade = soziale Nachhaltigkeit", Quelle: LH Kiel

Soziale Nachhaltigkeit bedeutet gerechten Zugang zu Chancen, gerechte Verteilung von Ressourcen, Sicherung der Grundbedürfnisse und Armutsbekämpfung. Aber auch darüber hinaus setzt der nachhaltige Ansatz des fairen Handels auf Vertrauen, Gerechtigkeit und Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

In den Standards von Fairtrade International ist für die Produkte, für die es festgelegte Mindestpreise gibt, auch eine Fairtrade-Prämie festgeschrieben. Die Mitglieder einer Organisation entscheiden, wofür die Prämie eingesetzt wird. Sie wird beispielsweise für den Bau von Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten, für die Erwachsenenbildung oder für Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen- und Brückenbau eingesetzt.

Über die Fairtrade-Prämie profitieren nicht nur die Erzeuger*innen direkt, sondern es wird auch eine soziale und umweltschonende Entwicklung in der Region unterstützt. Weitere Informationen finden Sie in diesem Video des offiziellen Youtube-Kanals von Fairtrade-Deutschland.



Fair handeln

Jede*r von uns kann den Fairen Handel unterstützen - durch den Kauf von zertifizierten Produkten. 

Viele Produkte in unseren Einkaufsregalen kommen von weit her aus dem globalen Süden. Die Erzeuger*innen dieser landwirtschaftlichen oder handwerklichen Produkte erhalten oft ein sehr niedriges Einkommen. Sie sind die Verlierer*innen in den herkömmlichen, weltweiten Handelsketten.

Wir Verbraucher*innen zahlen für fairtrade-zertifizierte Produkte wie Kaffee, Schokolade oder andere Waren wie zum Beispiel Kleidung, die in Entwicklungsländern produziert werden, einen fairen Preis. 

Damit sorgt der „Faire Handel“ (englisch fair trade) dafür, dass die Produzent*innen einen Mindestpreis für Ihre Produkte bekommen. Fair-Handels-Organisationen haben eine partnerschaftliche Beziehung aufgebaut, bei der nicht nur gerechte Preise gezahlt, sondern auch eine eigenständige soziale und umweltschonende Entwicklung im Land unterstützt werden.

Der Flyer "Fair einkaufen und genießen in Kiel" gibt Orientierung, welche Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe an der Kieler Förde von Kiel bis Heikendorf fair gehandelte Produkte anbieten und wie Sie faire Produkte erkennen. 

Fair einkaufen

Einzelhandelsgeschäfte, Cafés und Restaurants müssen mindestens zwei Produkte aus fairem Handel anbieten, wenn sie Teil der Fairtrade-Stadt werden möchten.

Auch Schulen, Verein und Kirchen können mitmachen, indem sie

  • in ihren Einrichtungen Fairtrade-Produkte verwenden,
  • zur Bewirtung bei Festen und öffentlichen Anlässen Fairtrade-Produkte anbieten,
  • Fairtrade-Themen in ihre Bildungsarbeit einfließen lassen.

Faire Schule

Neben Einzelhandel und Gastronomiebetrieben können auch Schulen Mitglied der Fairtrade-Stadt Kiel sein, auch Sie müssen mindestens zwei faire Produkte regelmäßig nutzen.

Schulen können sich sogar zusätzlich selbst als „Fairtrade-School“ zertifizieren lassen, dafür müssen sie fünf Bedingungen erfüllen: Es muss sich ein Schulteam bilden, das einen „Fairtrade- Kompass“ aufstellt. Es müssen mindestens zwei faire Produkte dauerhaft in der Schule angeboten werden.  Außerdem wird das Thema Fairtrade mit in den Unterricht aufgenommen und auf Schulaktionen über das Thema informiert werden.

Schulen, die Mitglieder der Fairtrade-Stadt Kiel sind:

  • Christliche Schule Kiel
  • Gorch-Fock-Schule
  • Grundschule Russee
  • Käthe-Kollwitz-Schule
  • Max-Planck-Schule
  • Schule am Heidenberger Teich

Schulen, die darüber hinaus Fairtrade-Schools sind:

  • Lilli-Martius-Schule
  • RBZ-Wirtschaft Kiel
  • Thor-Heyerdahl-Gymnasium
  • Heinrich-Heine-Schule (Heikendorf)

Mitmachen

Wenn auch Sie sich für Fairen Handel engagieren wollen, schließen Sie sich der Aktion an. Es ist ganz einfach: Füllen Sie bitte den jeweiligen Fragebogen aus und senden Sie ihn online oder per Post an die Steuerungsgruppe 

Fairtrade-Stadt Kiel
c/o Umweltschutzamt der Landeshauptstadt Kiel
Nicoline Henkel
Holstenstraße 108
24103 Kiel

E-Mail:



Kiels Weg zur Fairtrade-Town

Den Titel Fairtradestadt - verliehen von der Initiative „Fairtrade-Towns“ - erhalten Städte, Kommunen und Kreise, die sich für die Förderung des Fairen Handels auf lokaler Ebene einsetzen. Weltweit existieren 2200 Fairtrade-Towns, in Deutschland nehmen bereits fast 700 Städte und Kommunen teil. 

Voraussetzung für die Anerkennung durch TransFair e.V. ist die Erfüllung verschiedener Kriterien - vom Start einer lokalen Steuerungsgruppe bis zur Verwendung von Fairtrade-Produkten in öffentlichen Einrichtungen. In Kiel haben von der Stadtverwaltung bis zum Einzelhandel, von der Gastronomie bis zu Schulen und Kirchengemeinden viele Akteure dabei mitgeholfen, diese Bedingungen zu erfüllen. 

Der Faire Handel garantiert gerechte Preise für Produkte, die in Ländern des Globalen Südens hergestellt werden und unterstützt dort eine eigenständige, soziale und umweltschonende Entwicklung der Produzent*innen und der Länder insgesamt.

Das Fairtrade-Siegel garantiert die Erfüllung der Standards des Fairen Handels. Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie im Internet unter www.fairtrade-towns.de.

Kiels process of becoming Fairtrade-Town can be seen here (in English) 

 

Die Kieler Organisator*innen

Treibende Kraft der Fairtrade-Town ist die Steuerungsgruppe. Sie organisiert die Kampagnen vor Ort und vernetzt unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche miteinander. In Kiel sind folgende Mitglieder in der Steuerungsgruppe vertreten:

  1. Arbeitskreis Globales Lernen, Ökopartner (Heike Hackmann)
  2. Apostelgemeinde (Thorsten Bell)
  3. Bündnis Eine Welt, BEI (Lisa Jakob)
  4. Diakonie (Torsten Nolte)
  5. Handelsverband Nord (Jana Lischke)
  6. FairHandeln (Hubert Reckmann)
  7. Kirchenkreis Altholstein (Silke Leng)
  8. Landeshauptstadt Kiel (Nicoline Henkel)
  9. Studentenwerk Schleswig-Holstein (Kristin Dahl)
  10. Weltladen Kiel e.V. (Klaus Reu)
Acht Mitglieder der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Kiel
Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Kiel im Juli 2021, von links nach rechts.: Klaus Reu, Ann-Marie Dilcher, Martin Weber, Heike Hackmann, Hubert Reckmann, Nele Markwardt, Louisa Osburg, Nicoline Henkel, Foto: LH Kiel

Wir machen mit!
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Kontakt

Steuerungsgruppe zur
Fairtrade-Town Kiel

c/o Umweltschutzamt der Landeshauptstadt Kiel
Holstenstraße 104, 24103 Kiel 

Nicoline Henkel
0431 901-3765