Kiel 2042 neue Impulse

Die Zukunftswerkstatt und das Jugendparlament wurden verschoben - wir machen trotzdem weiter. Im August gab es für Euch eine zweiwöchige Ausstellung zu den Zwischenergebnissen. Im September waren wir mit spannenden Beiträgen auf der Digitalen Woche.

 

 

Eine Karte, auf der Stadt.Land.Förde. steht, wird vor der Kieler Skyline in Richtung Fernsehturm hochgehalten
 

 

#kiel2042


Events auf der Digitalen Woche Kiel

 

Die Digitale Woche Kiel fand in diesem Jahr vom 5. bis zum 13. September statt. Mit rund 200 Veranstaltungen hat Euch die #diwokiel20 zum Lernen, Erleben und Austauschen eingeladen.

Kiel 2042 war auch mit vier Streaming-Events vertreten. Dabei ging es unter anderem um den digital-analogen Stadtraum, die Chancen und Herausforderungen durch Homeoffice und um digitale Plattformen zur Stadtgestaltung. 

Die Streams wurden aufgezeichnet und Ihr könnt sie Euch auch nachträglich noch anschauen

 
 


Die Ausstellung im August

 

Vom 4. bis zum 19. August haben wir Euch die Zwischenergebnisse der ersten Phase im Pop Up-Pavillon am Alten Markt präsentiert. Wir danken Euch für das rege Interesse und die interessanten Gespräche. Natürlich bleibt unsere Ausstellung noch weiterhin für Euch online.

Solltet Ihr Euch noch mit uns darüber unterhalten wollen, schreibt uns doch gern über .

 
 


Was will der Zukunftsprozess?

Ziel

Der Prozess 2042 soll:

  • weite Teile der Stadtgesellschaft in einen intensiven Gedankenaustausch über gemeinsame Zukunftsbilder der Stadt Kiel für das Jahr 2042 bringen.
  • einen kreativen und optmimistischen Rahmen schaffen, in dem Ihr die Freiheit habt, über den Tellerrand zu schauen und weit zu denken.

Ergebnis

Als Ergebnis des Prozesses werden:

  • visionäre Zukunftsbilder erstellt, die mögliche Zukünfte für Kiel sichtbar und verständlich machen.
  • die drängendsten Herausforderungen und Chancen benannt und klar mit Empfehlungen sowie Handlungsoptionen verknüpft.


Bisherige Formate

 

450

Gäste bei der Zukunftskonferenz

100

Teilnehmer*innen bei den On-Tour-Formaten

 
 
 

5.000

Besucher*innen des Online-Dialogs

 

Die erste Phase des Prozesses diente als öffentlicher Auftakt und widmete sich insbesondere der Orientierung und Positionierung zur Gesamtstadt Kiel und dem gemeinsamen Blick über den Tellerrand.

Die hohen Beteiligungszahlen verdeutlichen: Ihr habt Lust auf Zukunft, traut Eurer Stadt vieles zu und wollt die Aufgaben der Zukunft mit anpacken.

Vier Formate der Beteiligung bildeten die erste Prozessphase. Die ausgestellten Inhalte umfassen die Gesamtauswertung aller vier Formate.

 

Zukunftskonferenz

 

Eine Meldung mit ausgetrecktem Arm, im Hintergrund viele Menschen, die zuhören

Den feierlichen öffentlichen Auftakt des Prozesses markierte die Zukunftskonferenz am 25. Januar 2020. Insgesamt 450 Gäste nahmen an der Veranstaltung im Schwedenkai teil, ließen sich durch Fachvorträge inspirieren und brachten ihre Sichtweisen auf das Kiel im Jahr 2042 an verschiedenen Mitmach-Stationen ein.

Fünf eingeladene Gäste beleuchteten das Thema Zukunft und gesellschaftliche Transformation dabei aus verschiedenen Blickwinkeln. An fünf Mitmach-Stationen konntet Ihr Euch einbringen und für den weiteren Prozess wichtige Impulse liefern. Wie soll sich Kiel inhaltlich, räumlich und menschlich bis zum Jahr 2042 entwickeln?

Nahezu alle Beteiligungs-Stationen wurden im Anschluss der Veranstaltung in verschiedenem Umfang auf das On-Tour-Format, den Online-Dialog und die Beteiligungs-Kits übertragen.

Beteiligungskits

 

Eine Hand greift nach einem Umschlag, auf dem Betilitgungs-Kit steht

Eine Besonderheit von Kiel 2042 sind die Beteiligungs-Kits. Dieses Format wurde speziell für Gruppen konzipiert, um eigenständig die Themen des Zukunftsdialogs zu diskutieren. Am besten lässt sich ein Beteiligungs-Kit als Baukasten für eine selbst organisierte Gruppenarbeit beschreiben.
 

Es enthielt eine speziell für diesen Zweck zusammengestellte Sammlung von Aufgaben und Arbeitsmaterial, sowie eine Anleitung. Die Kits wurden in zwei Levels mit jeweils zwei bis drei Aufgaben unterteilt, die unabhängig voneinander bearbeitet werden konnten. Dadurch wurde sichergestellt, dass auch Gruppen mit begrenztem Zeitbudget eine Möglichkeit zur Beteiligung bekamen. Die Kits enthielten neben mehreren kreativen, räumlichen und thematischen Aufgaben auch einen Wahlbogen für das Jugendparlament.

Somit konnte jede Jugendgruppe zwei Delegierte benennen, die später im Dialogprozess am Jugendparlament teilnehmen werden. Die Beteiligungs- Kits wurden auf der Zukunftskonferenz verteilt und anschließend vom Pressereferat auf den Social-Media-Kanälen der Stadt in Form von Videos beworben. Jede Gruppe - ob Freundeskreis, Verein, Initiative oder Schulklasse - konnte ein Beteiligungs-Kit bei der Stadtverwaltung beziehen.

Durch diese engagierte Öffentlichkeitsarbeit konnten in der Stadt fast 500 Kits verteilt werden. Insgesamt 106 Bearbeitungen (Level 1 und 2) von etwa 60 Gruppen wurden erfasst - was einer Rücklaufquote von über 10 Prozent entspricht.


 

 

Vier Bilder. Auf einem wurde Kiel als Roboter gezeichnet, auf den anderen drei als Haus

Beteiligungskits - Kreatives Kiel

In einem Level der Beteiligungskits solltet Ihr Euer Kiel zeichnen. Hierzu sollte die Stadt entweder als Maschine, als Körper oder als Haus zeichnerisch dargestellt werden. Jede Gruppe konnte sich eine der drei vorgegebenen Assoziationen (Körper, Haus oder Maschine) aussuchen und hatte in der Art der Darstellung völlige kreative Freiheit.

Um die Aufgabe verwertbar zu gestalten, solltet Ihr auf den Zeichnung noch notieren, was die einzelnen Elemente (beispielsweise Herz, Motor etc.) für das Team bedeuten.

 


 

Online-Dialog

 

Eine Grafik mit einem Laptop, einem Handy, Briefumschlägen und einem Diagramm

Parallel zur Konferenz startete ein mehrwöchiger Onlinedialog. Vom 25. Januar bis zum 9. März konntet Ihr die verschiedenen Inhalte der Zukunftskonferenz auch online bearbeiten. Insgesamt kam die Online-Beteiligung auf über 260 Bearbeitungen und über 5.000 Aufrufe.

 

On-Tour

 

Ein Daumen klebt einen Sticker auf eine Karte von Kiel

Damit der Prozess im Stadtraum sichtbar wird, wurden drei Vor- Ort-Termine in Form von halbtägigen Info- und Beteiligungsständen an prominenten, frequenzstarken und öffentlichen Orten im Stadtgebiet durchgeführt.
  

Ziel war es, durch Präsenz im öffentlichen Raum verschiedene Bevölkerungsgruppen zu erreichen und gezielt in Quartiere zu gehen, deren Bevölkerung auf der Zukunftskonferenz tendenziell unterrepräsentiert war. Die Beteiligung erfolgte in Mettenhof, Gaarden und im Stadtzentrum (Holstentörn).



Räume der Zukunft

Die Stadt verändert sich ständig. In der bewegten Geschichte Kiels kamen immer wieder neue Orte dazu, die eine wichtige Rolle für die gesamte Stadt einnahmen: als Orte der Arbeit, des Miteinanders oder der Identifikation. Im Zukunftsdialog spielte daher der Austausch über mögliche räumliche Veränderungen der Stadt bis zum Jahr 2042 eine große Rolle.

Der Austausch über räumliche Veränderungen und wichtige Orte des zuküntigen Kiels erfolgte anhand von vier assoziativen Begriffen, die sowohl auf der Zukunftskonferez als auch in alle weiteren Dialogformaten thematisiert wurden.

Ihr hattet die Möglichkeit, das Gehirn, den Motor, das Wohnzimmer und den Raum mit der größten Dynamik des zukünftigen Kiels zu diskutieren und auf einer Karte zu verorten. Ziel war es, wandelbare und erhaltenswerte Orte gleichermaßen zu identifizieren. Im Folgenden werden die vier Themenbereiche als „Heatmaps“ dargestellt und die jeweiligen Ballungsräume herausgehoben.

 

Hot-Spot Innenstadt
Auch bei der Frage nach Dynamik wird der Innenstadtbereich ganz klar als prägender Stadtraum gesehen.

Hot-Spot Gaarden
Das zukünftige Gaarden wird als sehr lebendiger und dynamischer Stadtteil eingeschätzt.

Hot-Spot Kiellinie und Förde
Nicht nur die Uferbereiche, sondern auch die Wasserareale der inneren Förde werden als dynamische Zukunftsräume eingeschätzt.

Hot-Spot Holtenau-Ost
Derzeit in der Planung, 2042 ein dynamischer Stadtraum: der neue Stadtteil auf dem ehemaligen MFG5-Areal im Zusammenspiel mit dem Flughafen.

Hot-Spot Mettenhof
Bei den anderen räumlichen Fragen ist Kiels bevölkerungsreichster Stadtteil kaum vertreten. Hier wird seitens der Teilnehmenden jedoch zukünftige Dynamik erkannt.

Hot-Spot Westliches Fördeufer
Aus Sicht der Teilnehmenden gilt das gesamte westliche Fördeufer ausgehend von der Kiellinie bis zum Marinestützpunkt als Wohnzimmer der Stadt - ein Band, das sich nördlich des Kanals mit Lücken fortsetzt.

Hot-Spot Holtenauer Straße
Weiterhin Flaniermeile: Die Holtenauer Straße gilt auch 2042 noch als beliebte Adresse und wichtiger Stadtraum.

Hot-Spot Innenstadt
Nicht nur die Uferbereiche, sondern auch die Wasserareale der inneren Förde werden als dynamische Zukunftsräume eingeschätzt.

Hot-Spot Quartierszentren
Ob Gaarden, Wik oder Schönkirchen - die Quartiersund Ortsteilzentren bilden in der Stadt von übermorgen aus Sicht der Teilnehmenden ein stadtweites Netz attraktiver Räume.

Hot-Spot Ravensberg
Wissen als Antrieb: Die CAU mit ihrem Campus und ihrem Umfeld wird klar als Motor der Stadt der Zukunft angesehen.

Hot-Spot Innenstadt
Trotz aller Diskussionen rund um den Strukturwandel im Einzelhandel: Die Innenstadt wird auch zukünftig als wichtiges Zugpferd gesehen.

Hot-Spot Fördeufer
Die östlichen und die westlichen Hafen- und Gewerbeflächen sowie die Uferbereiche der Förde von Nord bis Süd wurden ähnlich häufig markiert.

Hot-Spot Förde
Wasser, Hafen, Weite: Die Förde selbst wurde erkennbar häufig markiert. Sie spielt in der Einschätzung der Stadtgesellschaft auch in Zukunft eine Schlüsselrolle.

Hot-Spot Wellsee
Auch das Gewerbegebiet Wellsee bleibt aus Sicht der Teilnehmenden ein wichtger (Wirtschafts-)Faktor.

Hot-Spot Ravensberg
Die CAU mit ihrem Campus und ihrem Umfeld wird klar erkennbar als relevanter Stadtraum eingeschätzt.

Hot-Spot Innenstadt
Neben dem Rathaus wird auch die weitere Innenstadt als zukünftiger Bereich des Wissens eingeschätzt.

Hot-Spot Schwentinemündung
Das östliche Fördeufer im Bereich des Geomar und der FH bildet aus Sicht der Teilnehmenden einen erkennbaren zweiten Schwerpunkt neben der CAU.


Zukünftiges Selbstverständnis

Das Selbstverständnis einer Stadt bringt zum Ausdruck, wie die hier lebenden Menschen sich und ihr Handeln begreifen. Hierbei geht es um gelebte Alltagswerte, um Charakter und um Attitüden. Das Selbstverständnis ist eng mit der Frage verknüpft, wie man von außen gesehen werden möchte.
 

...wurde eine beispielhafte Auswahl möglicher zukünftiger Selbstverständnisse formuliert. Anhand dieser Vorschläge konnten die Teilnehmer*innen je zwei Selbstverständnisse auswählen, die aus ihrer Sicht für das zukünftige Kiel besonders wünschenswert sind.

Zusätzlich hattet Ihr die Möglichkeit, über ein freies Feld sowohl Rückmeldungen zu geben als auch eigene Vorschläge für zukünftige Selbstverständnisse zu ergänzen. In der Auswertung wurden die Rückmeldungen und neuen Vorschläge sortiert und geclustert. Die Vorschläge für zusätzliche Selbstverständnisse stammen vorrangig aus der Online-Beteiligung. Ihr findet sie in den Bildunterschriften.

1. Platz Klimaschutz, 2. Hafenstadt/Stadthafen, 3. Stadt des Wissens, 4. südlichste Stadt Skandinaviens, 5. Reallabor des Nordens, 6. Bullerbü an der Förde, 7. eine wachsende Stadt, 8. Teil der Nordstadt

 

Reaktionen I
„Eine gemütliche, grüne Großstadt mit hellen, innovativen Köpfen“
„Wir sind mehr und Meer. Das Meer spielt leider noch keine allzugroße Rolle in der Stadt. Ein Stadtstrand wie z.B. in Wellington würde das Leben enorm aufwerten, Klimaschutz darf nicht fehlen und eine nachhaltige, in die Zukunft blickende Stadt, die immer am Puls der Zeit ist, kann einfach mehr erreichen.“
„Stadt des Wissens mit Klimaschutz verbinden (v.a. Meeresschutz / Hafen).“
„Wir sind Fahrradstadt“
1/4
„Wir sind Ostsee und der wichtigste Partner von Hamburg.“
„Wir sind die maritime Stadt“
„Wir sind eine maritime Stadt mit maritimen Sport, maritimer Industrie, maritimer Wissenschaft, maritimen Tourismus, maritimer Dienstleistung und mehr maritim geprägter Einrichtung als alle anderen Städte.“
„Wir sind die entspannte Stadt am Meer.“
„Wir sind Marinestadt.“
„Wir sind Kiel – die maritime Stadt!“
„Wir sind die einzige Großstadt am Meer!“
2/4
„Eine gemütliche, grüne Großstadt mit hellen, innovativen Köpfen“
„Wir sind die Norddeutsche Zukunft! Gerade im Zuge des Projektes Kiel 2042 sollten wir unseren Blick doch auf die Zukunft werfen. Natürlich sind wir durch die hoch angesehene CAU eine Stadt des Wissens, nur wollen wir das auch in der Zukunft bleiben! Deshalb IMMER den Blick auf zukunftsorientierte Planung werfen!“
„Stadt des Wissens mit Klimaschutz verbinden (v.a. Meeresschutz / Hafen).“
3/4
„Design – bekannt für stimmiges Stadtbild; preisgekrönte Designvorlagen für alle Wirtschaftsbereiche kommen aus Kiel (Muthesius Schule).“
4/4
Reaktionen II
„Innovationsstadt mit nordischem Flair“
„Startup-Stadt, Technologiezentrum – Aufbau von Startup-Förderung und Campus. Kiel als Kalifornien Deutschlands. (Meer, Wissenschaft, Innovation, Lebensqualität)“
„Wir bieten Jobs in Zukunftsbranchen wie in der Informationstechnologie; Öffentlicher Dienst und Militär bieten kaum nachhaltige Wertschöpfung.“
„Wir sind die innovativste und agilste Stadt im Norden.“
„Wird sind technologisch und wirtschaftlich an der Spitze in Norddeutschland.“
1/4
„Wir sind Lebensqualität! Wir nutzen unseren Wasserzugang noch besser als heute, indem wir ihn allen Bürger*innen zur Verfügung stellen. Das bedeutet in einzelnen Fällen auch, bisherige Nutzungskonzepte zu überdenken und zu ändern, so die bislang fast durchwegs asphaltierte Kiellinie mit Premiumplätzen für Autos, aber nicht für die Bürger.“
„Kiel ist die Stadt der Kleinteiligkeit und Vielfalt am Wohnungsmarkt mit einer hohen Eigentümerquote.“
2/4
3/4
„Mitgliedschaft in der neuen Hanse annehmen“
„Wir sind Ostsee und der wichtigste Partner von Hamburg.“
4/4

 


Zukünftige Leitbilder

1. Platz Gesunde Stadt, 2. Platz Geimenwohl-orientierte Stadt, 3. Platz Gerechte Stadt, 4. Platz Klimaangepasste Stadt, 5. Platz Smart City, 6. Platz Gemischte Stadt, 7. Platz Plus-Energie-Stadt, 8. Platz Sichere Stadt, 9. Platz Basisdemokratische Stadt

Im Gegensatz zum Selbstverständnis einer Stadt sind Leitbilder nicht stadtspezifisch. Ein Leitbild ist eine Reaktion auf gesellschaftliche Fragen, denen sich eine Stadt stellen muss. Leitbilder werden politisch verhandelt. Sie werden beschlossen und sind danach handlungsleitend.  

...wurde eine beispielhafte Auswahl möglicher Leitbilder formuliert, denen sich Kiel im Jahre 2042 verpflichtet fühlen könnte. Anhand dieser Vorschläge konnten die Teilnehmer*innen je zwei Leitbilder auswählen, die aus ihrer Sicht für das zukünftige Kiel besonders wünschenswert sind.

Zusätzlich hattet Ihr die Möglichkeit, über ein freies Feld sowohl Rückmeldungen zu geben als auch eigene Vorschläge für zukünftige Leitbilder zu ergänzen. In der Auswertung wurden die Rückmeldungen und neuen Vorschläge sortiert und geclustert. Die Vorschläge für zusätzliche Leitbilder stammen vorrangig aus der Online-Beteiligung.

Im den Bildunterschriften im Slider findet Ihr Zitate von der Zukunftskonferenz. Jedem Leitbild konnten einige davon zugeodnet werden. Ihr findet sie in den Bildunterschriften.


 

Leitbilder I
„Stadt der Lebensqualität im Norden mit kurzen Wegen. Kiel bietet die Möglichkeit, sich einfach, sicher und bequem ohne Automobilverkehr zu bewegen und so die volle Lebensqualität zu genießen. Der Trumpf Förde wird erst dann vollständig genutzt.“
1/5
2/5
„Intelligente Stadt – Bildung und Diversität führen zu Innovation und nachhaltigem Leben.“
„Wohlstand für mehr soziale Gerechtigkeit.“
3/5
Umweltbewuste Stadt – Dass möglichst viele Kieler über Plakate, Internet, Aktionen usw. über den Klimawandel aufgeklärt werden und die Stadt Bus und Bahnpreise reduziert sowie mehr und bessere Fahradwege baut usw.“
„Nachhaltige Stadt – bessere Luft, mehr Grün, mehr Stadtraumqualität durch Cafés, Grünflächen, Sitzgelegenheiten statt parkender Autos“
4/5
„Nachhaltige und digitale Stadt“
5/5
Leitbilder II
„Modern und Buntkreativ“
„Wir sind eine offene Stadt, offen für Menschen und Gedanken“
„Weltoffene Stadt“
1/5
„Verbindende Stadt #Orientierung #Zusammenhalt #Miteinander“
2/5
„Saubere Energiestadt z.B. aus Wasserkraftwerken und Windenergieanlagen mit mindestens 10-fachem Abstand der Nabenhöhe zu Wohnbebauungen und Gesundheit, das heißt nur geringe Mobilfunkstrahlung im Außenbereich und sehr geringe Mobilfunkstrahlung im Innenbereich, an Schlaf- und Arbeitsplätzen!“
3/5
„Kiel hat sich für starke Kommunen stark gemacht, damit wir Bürger*innen auch mitgestalten können.“
4/5
5/5

 


Der zuküftige Alltag in Kiel

Auch in 22 Jahren wird Kiel vor allem durch die Menschen geprägt, die hier leben, wohnen und ihre Stadt gestalten. Zum Auftakt des Zukunftsdialogs wurde daher der Versuch unternommen, das vielseitige Stadtleben des zukünftigen Kiels durch zehn fiktive Charaktere zu illustrieren.

Für den Dialog wurden zehn beispielhafte Alltage fiktiver Personen aus dem Jahr 2042 beschrieben. Durch diese Darstellung sollten gängige Denkmuster aufgebrochen und ihr solltet  für das Jahr 2042 inspiriert werden. Ihr konntet die Alltage / Charaktere, die ihr für besonders interessant oder wünschenswert hielten, durch eine Punktevergabe hervorheben.

Zusätzlich konnten Aufgaben definiert werden, die umgesetzt werden müssten, um den jeweiligen fiktiven Alltag „wahr werden“ zu lassen. Die eingereichten Zukunftsaufgaben wurden sinngemäß übernommen. Ähnliche Zukunftsaufgaben wurden vereinheitlicht und zusammengefasst, um die Inhalte übersichtlich und verarbeitbar zu halten. Hierfür wurde teilweise auf den direkten Wortlaut verzichtet.

 

Die drei von Euch am häufigsten ausgewählten Charaktere waren Sofia, Shari & Lucia und Finn. Aus den Charakteren haben sich Zukunftsaufgaben aus den Bereichen Wohnen, Bildung, Politik, Mobilität, Kultur und Wirtschaft gebildet, die wir Euch vorstellen.

Charaktere
Text: 98 Jahre, Ethiktrainer für Künstliche Intelligenz: Cen ist gelernter Busfahrer und lebt schon seit 50 Jahren in Kiel/ Seit 3 Jahren ist er Witwer/Er wohnt allein und selbstständig in einer Erdgeschosswohnung in Schilksee und möchte seiner Familie nicht zur Last fallen/ Eine Künstliche Intelligenz unterstützt ihn in seinem Alltag, vor allem in den Bereichen Mobilität, gesundheitliche Assistenz und Kommunikation/ Im Auftrag einer Softwarefirma trainiert Cen diese Künstliche Intelligenz an drei Tagen in der Woche in ethischen Fragen
1/10
72 Jahre, Lehrerin (unter anderem): Dagmar hat in ihrem Leben schon fünf Berufe ausgeübt - angefangen hat sie als kaufmännische Angestellte in Bremen/ Mit 50 Jahren hat sie ihr duales Studium zur Umwelt-Managerin abgeschlossen/ Danach hat sie mehrere Jahre auf einer Algenfarm in Flensburg gearbeitet/ Mit 70 Jahren ist sie in den Bereich Pädagogik gewechselt/ Jetzt ist sie Lehrerin für praktischen Klimaschutz an einer Schule in Holtenau
2/10
35 Jahre, Unternehmer: Finn hat vor einigen Jahren die Firma „customize yourself“ gegründet/ Er ist Experte für künstliche Körpererweiterung und Selbstoptimierung/ Heute trägt er dieses Bein, morgen ein anderes - er liebt die Vorteile dieser Austauschbarkeit und Anpassbarkeit/ Seine Seminare an der Uni sind extrem beliebt/ Seit neuestem trägt er einen Speicherchip, der ihn bei der kreativen Arbeit unterstützt/ Er selbst behauptet von sich, dass sein Leben von Freizeit bestimmt wird.
3/10
55 Jahre Gaarden-Kuratorin: Galina ist seit kurzem Managerin eines gemeinwohl-orientierten Kulturfonds in Gaarden. Ihre Hauptaufgabe ist die Finanzierung und auch die Eigenentwicklung von Sozial- und Kulturprojekten im Stadtteil. Mit ihren besten Freundinnen hat sie vor 20 Jahren einen alten Hof bei Rodenbek gekauft. Hier werden inzwischen auch alte Schafrassen gezüchtet.
4/10
6 Jahre, Schülerin: Lunas Lieblingsort in der Stadt ist das Erlebnisbiotop Kieler Förde. Wenn sie einmal groß ist, möchte sie zur Marine. Oder auch Bienenzählerin werden wie ihre Mama.
5/10
42 Jahre, SmartCity-Agent: Marvin arbeitet für die Kieler Stadtwerke im Bereich Systemsteuerung und Versorgungssicherheit. Er ist die menschliche Schnittstelle in Momentem, in denen die intelligenten städtischen Systeme Probleme haben und eine situative Entscheidung nötig ist. Er hat keinen festen Arbeitsplatz, sondern ist ständig per Lastenrad unterwegs zu verschiedenen Orten in der Stadt und im Umland. Seit kurzem hegt er eine Vorliebe für 3D-gedruckte Möbel.
6/10
15 Jahre, Schüler: Matteo lebt mit seiner Mutter in einem Dreifamilienhaus im Stadtteil Mettenhof. Seine Schule im Bildungszentrum Mettenhof gilt mit ihrer Mischung aus Digital- und Realraum als die innovativste Schule Norddeutschlands. Matteo geht in keine Klasse sondern lernt in maßgeschneiderten Programmen - und zwar ganz andere Dinge als seine Freunde. Matteos Opa war Graffiti-Aktivist. Er selbst bezeichnet sich als Off-Aktivist. Ihm macht es tierisch Spaß, die technischen Systeme in der Stadt zu verändern oder kreativ zu stören.
7/10
59 Jahre, Data-Cleanerin: Miruna stammt aus Rumänien, wohnt aber seit 20 Jahren in der Wik. Vor drei Jahren ist sie in ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt in einem Komplettholz-Neubau gezogen. Die insgesamt 12 Personen ihrer „Wohnfamilie“ sind zwischen 22 und 89 Jahren alt. An vier Tagen pro Woche arbeitet Miruna von Zuhause aus im offenen Gemeinschafts- Arbeitsbereich im Erdgeschoss. Freitags und am Wochenende ist Miruna für ihren Videokanal per Bahn unterwegs durch Deutschland und Nordeuropa.
8/10
31 und 41 Jahre, Stadtmacher*innen: Shari stammt aus Eritrea. Sie ist vor 5 Jahren nach Europa geflohen und arbeitet inzwischen als Tischlerin in der Kieler Innenstadt. Luca stammt aus einer alteingesessenen Kieler Familie und ist freier Bürokratie-Designer im Auftrag der Bundesregierung. Die Beiden sind seit 3 Jahren ein Paar und leben C02-neutral auf einem Hausboot. Sie haben noch keine Kinder. Beide engagieren sich ehrenamtlich im Haus des Wissens in der Innenstadt.
9/10
26 Jahre, Urban-Mining-Ingenieurin: Sofia ist Expertin für Kreislauflogistik. Ihr Spezialgebiet ist die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Gebäuden und aus Verkehrsinfrastruktur. Sie lebt in einem Mikrohaus auf dem Dach eines alten Baumarkts, der inzwischen aber zu weiten Teilen für die lokale Nahrungsmittelproduktion genutzt wird. Selbstversorgung, Tauschen und Reparieren lagen ihr schon immer am Herzen. Inzwischen ist sie in ihrem Spezialgebiet eine gefragte Rednerin und berichtet landesweit über Ressourceneffizienz an der Förde.
10/10
Eine sitzende Menschenmenge spiegelt sich in einer Scheibe, in der Ferne sieht man die HDW-Kräne

  • alternative Wohnkonzepte
  • Neues Leerstands- / Flächenmanagement
  • Nachhaltiges, klimabewusstes und grünes Bauen
  • Flexible Nutzung von Gebäuden
  • Neue Wohnkonzepte für Kieler*innen und nicht für Investoren
  • Ressourcenschonendes nachhaltiges Bauen
  • Neuerfinden von Gewerbegebieten
  • Zwischennutzung statt Neubau
  • Die Förde zum Lebensraum machen
  • Fördeufer ist für Hausboote freigegeben
  • Förde als Erholungsraum (Baderaum)
  • Erweiterung der zugänglichen Uferteile
  • Erschwingliches Wohnen für Kieler*innen
  • Freiraum wird mit Ideenwerkstätten gestaltet (öff. Raum und bebauter Raum)
  • Stadt als Bauherr und Flächeneigentümer
  • Innenstadt als kulturelles Zentrum der Stadt
  • ökologisches und soziales Wohnen
  • Barrierefreie öffentliche und private Räume
  • Freiräume und Grünräume ausbauen

 

  • Verankerung von Kreislaufprinzipien
  • Nachhaltigkeitsstrategie um Zusammenhang mit den SDGs entwickeln
  • Bewusstsein für Veränderungen u. Nachhaltigkeit
  • Verbot von nicht wiederverwendbaren Ressourcen
  • straffreies Wiederverwenden von Lebensmitteln
  • B-Planung / Gesetzgebung für Baugenehmigungen ändern
  • Flächen für urban gardening bereitstellen
  • Bürger*innen als Gestalter von Freiflächen
  • Unterstützung des Ehrenamts
  • Grundabsicherung schaffen
  • Stadtkonzept zum Tauschen und Reparieren
  • Nachhaltige Nutzung von Produkten fördern (Tauschen und Reparieren)
  • Implementierung des „Cradle to Cradle“-Ansatzes in alle Bereiche
  • lokale Ausschreibungen für lokale Aufgaben
  • barrierefreie Integration
  • Förderung „grüner“ Energie
  • lokale Initiative in der an jedem politischen und alltäglichen Prozessen mitgewirkt werden kann und das sichtbar
  • soziales Engagement und Ehrenamt fördern
  • Motivation zur Zusammenkunft / Beteiligung
  • Bürokratieabbau
  • Premie für CO2-Neutrales Leben
  • offene Integrationspolitik
  • weltoffene Gesellschaft
  • Förderung von Selbstständigkeit statt Filialisten
  • Unterstützung lokaler Unternehmen
  • Vorreiter in der Start-Up-Förderung
  • kostenlose Ressourcen für Start-Ups
  • Mehr freizeitbasiertes Leben nach dem Vorbild von Finnland
  • Expertenaustausch fördern
  • Förderung der medizinischen Forschung / Medizintechnik
  • Vereinfachung medizinischer Zulassung
  • Toleranz und Akzeptanz gegenüber Neuem
  • Förderung innovativer Ideen
  • Körpererweiterungen ermöglichen

  • Integration von neuen Studiengängen / Kursen, um Talente anzuziehen
  • Nachhaltigkeitgedanke als Bestandteil jedes
  • Studiengangs und Denkens
  • Enge Kooperation von Wirtschaft und Uni
  • Bildungsangebote für lokale Produktion (urban
  • Gardening, Recycling etc.)
  • Forschung zum Thema Kreislaufwirtschaft fördern
  • für alle zugängliche Bildungsräume
  • Vernetzung von Wissenschaft und Praxis
  • Ausbau der Universität

  • Wasser auch als Mobilitätsraum (Wassertaxen)
  • Modernste Versorgungsanschlüsse (Glasfaser) direkt zum Hausboot
  • Die Innenstadt bietet Transportkonzepte, die klimaneutral den Transport von Tischlerei-Werktstoffen ermöglichen.
  • Fördern des ÖPNV

  • Multikulturelle Treffpunkte

  • Förderung von lokaler und eigenverantwortlicher
  • Produktion (Energien, Lebensmittel...)
  • Förderung von regionaler Produktion / Konsum
  • lokaler Müll- und Versorgungskreislauf
  • Förderung von Leihgeschäften / Sharing
  • städtische Lebensmittelproduktion (micro Greens, Fischzucht etc.)
  • Open Source-Förderung, um auf Ressourcen zuzugreifen
  • Entwicklung von neuen Techniken
  • Förderung „urban mining“
  • Förderung von innerstädtischem Handwerk und Manufakturen
  • Pop-Up-Stores auf dem flämischen Markt
  • Stadtweites W-LAN
  • Größere IT-Sicherheit
  • Internetausbau
  • Co-Working Spaces
  • Flächen für Start-Ups (Werkstätten und Büros)


Globale Trends & lokale Aufgaben

Klimawandel, soziale Ungleichheit oder auch Digitalisierung - eine auf die Zukunft orientierte Stadtentwicklung muss sich zahlreichen Aufgaben stellen. Auf der Zukunftskonferenz konntet Ihr einschätzen, wie Kiel in Hinblick auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet ist. 

Die dargestellten Herausforderungen wurden von urbanista für die Zukunftskonferenz formuliert und sind nicht als vollständige Übersicht zu verstehen. Bei der Zukunftskonferenz konntet Ihr Punkte für die Aufgaben vergeben, auf die Kiel eurer Meinung nach gut beziehungsweise nicht gut vorbereitet ist. Dieses Themenfeld wurde aufgrund der Textmenge sowie der Komplexität lediglich auf der Zukunftskonferenz dargestellt.

 

Die Zukunft kann kommen

Auf diese Herausforderungen ist Kiel gut vorbereitet:

  • Bürger*innen fordern das Recht auf Mitgestaltung ein, dies braucht Platz und feste Organisationsformen in der Stadt.
  • Teilen statt Besitzen: Sharing Angebote nehmen einen immer höheren Stellenwert in den Städten ein.
  • In einer vielfältigen Gesellschaft steigt der Bedarf nach neuen „Mitten“, in denen Begegnung, Austausch und Diskurs stattfinden kann.
  • Insbesondere „Digital Natives“ nutzen die Stadt anders. Dies bietet Gelegenheiten, öffentliche Räume gänzlich neu zu denken.
  • Orte für Lebenslanges Lernen brauchen einen Platz in der Stadt.
  • Die Verkehrswende erfordert eine Neuaufteilung des Straßenraums und weiterer öffentlicher Räume.
  • Lebensqualität und eine gesunde Wohnumgebung werden zu wichtigen Standortfaktoren im Wettbewerb der Städte.
  • Stadtnatur und Grünräume müssen neu geschaffen und erhalten werden.
Hier müssen wir anpacken

Auf diese Herausforderungen ist Kiel noch nicht optimal vorbereitet:

  • Durch saubere, leise und hochtechnisierte Produktion kann auch die Industrie wieder in die innere Stadt zurückgeholt werden.
  • Der Lebensalltag wird immer häufiger auf mehrere Lebensmittelpunkte verteilt. Die räumliche Mobilität wird damit immer bedeutender.
  • Kommunen verlieren Teile ihrer Handlungsfähigkeit und Gestaltungsmacht – vor allem durch Schuldenlast sowie Sanierungs- und Invenstitionsstau.
  • Städtische Systeme werden mithilfe von Echtzeitdaten und lernenden Algorithmen gesteuert.


raum + krise

„Change is the only permanence and uncertainty the only certainty" -  Zygmunt Bauman

Eine Krise ist eine Ausnahmesituation. Eine akute Störung am gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen System führt zu einer unübersichtlichen und akuten Entscheidungssituation, welche sowohl in eine Katastrophe führen kann, als auch Chancen zur Verbesserung in sich trägt.

Man verlässt das gesicherte Terrain. Dabei lässt der Ausnahmezustand der derzeitigen Pandemie uns unsere globalisierte Lebensrealität neu wahrnehmen und gibt uns die Möglichkeit zur Reflexion und Experimenten. Was können wir aus unserem neuen Alltag lernen? Werden wir auch zukünftig auf Konsum verzichten? Und können wir über Corona-Videos oder Balkon-Konzerte hinaus weiterführende Techniken und Methoden entwickeln, in unübersichtlichen, komplexen Ordnungssystemen handlungsfähig bleiben?

In diesem Semester beschäftigten sich die Studierenden des Masterstudiengangs „Raumstrategien / Spatial Strategies“ der Muthesius Kunsthochschule mit dem Ausnahmezustand der aktuellen COVID-19-Pandemie. Die Teilnehmer*innen wurden dazu eingeladen sich mit den gesellschaftlichen Widersprüchen und den globalen Wirkkräften der vernetzten Gesellschaft zu beschäftigen und dessen Einfluss auf den privaten und öffentlichen Raum zu untersuchen.

Diese Untersuchungen sind zweiteilig und bestehen aus einer anfänglichen Recherche mit Schwerpunkten (Social Distancing / Fußabdruck der Krise / Zoom / exponentielles Wachstum / Containment / Klopapier / öffentlicher Raum / Sicherheit ...) sowie einer Visualisierung der subjektiven Erfahrung aller Teilnehmer*innen und ihres Alltags innerhalb der eigenen Quarantäne. Die aus der Recherche resultierenden Projekte übersetzen dabei die gewonnene Sicht auf die Krise in ein künstlerisches Experiment (Film / Sequenzen / Stop Motion / Modell / Präsentation mit gesprochenem Text).

 

Während der COVID-19-Pandemie arbeiten wir vermehrt im Home Office und kommunizieren hauptsächlich digital. Welche Auswirkungen hat diese Art der Kommunikation auf unser Verhalten und wie inszenieren wir uns?

Ich habe mich mit der Krise in der Krise, Handeln im Wandel, einem kollektiven Selbstbetrug und Zahlen, die stetig steigen, beschäftigt.

Kümmern kann man sich um vieles oder es halt lassen. Kümmern bedeutet sich einer Sache, einer Person, einem Thema anzunehmen und beinhaltet Zeit, Energie und Aufmerksamkeit. Kümmern ist vielschichtig und in jedem Fall sollte man mehr darüber sprechen, wichtige Fragen stellen (Wer kümmert sich, warum und worum wird sich gekümmert und unter welchen Bedingungen?) und zuletzt damit beginnen das Thema ganzheitlich neu zu denken.

 

In der Krise habe ich die Form der Kommunikation im Raum umgedacht, es geht um Gestik und Mimik, Sprache und neue Linguistik, Informationsleitung und körperlichen Raum…

Unser Wohnraum reagiert als eigenständiges System auf die Krise. Wie ein Organismus wird auch er infiziert, seine Strukturen angegriffen und seine Anpassungsfähigkeit auf die Probe gestellt. Wie kann aus dem Chaos heraus eine neue Ordnung entstehen? Welche Geschwüre und Verwachsungen bildet der Wohnorganismus als Reaktion auf seine Verletzungen? Eine Geschichte von ineinander liegenden Strukturen, Unordnung und neuer Ordnung.

Wir definieren uns durch die Erfahrungen und Informationsquellen, die wir ausgewählt haben, zusammen mit den Ausdrucksmitteln, die uns zur Verfügung stehen. Wir treten in eine Ära ein, in der die menschliche Identität zu einer untrennbaren Mischung aus digitaler und physischer Identität wird. Wie sieht die Welt aus, nachdem diese Selbst verschmolzen sind?

 

Home is changing. During the pandemic, cases of domestic violence surge worldwide.For the victims of IPV(intimate partner violence), Stay home order is their worst nightmare, they are forced to stay with their abuser. Home is no longer a safe place, yet a place they want to escape.

»Leib sein [ ... ] heißt an eine bestimmte Weit geheftet sein, und unser Leib ist nicht zunächst im Raum: er ist zum Raum. [ ... ] Suche ich dergestalt die Bewegung klar und deutlich zu denken, so vermag ich nie zu verstehen, daß Bewegung je für mich zu beginnen und mir als Phänomen gegeben zu sein vermag. Und gleichwohl laufe ich, habe ich allen Forderungen und Alternativen des klaren Denkens zum Trotz die Erfahrung der Bewegung [ ... ].«

In der Krise wurden wir durch die Isolation mehr denn je an unseren persönlichen Raum gebunden und von der Außenwelt abgeschnitten. Das Social Distancing, die Trennung von sozialen Kontakten; Familie, Freunde, Partner und Arbeitskollegen ließ Jeden Einzelnen von uns Tag für Tag sozial verhungern. Der Wunsch nach Berührung wuchs.

 

Durch die Isolation und den zwischenmenschlichen Rückzug während der COVID-19 Quarantäne habe ich eine romantische Beziehung mit meiner Zimmerpflanze begonnen. Inzwischen haben wir uns getrennt, sind aber noch gute Freunde.