Nachhaltiges Kiel

Nachhaltiger Konsum und Produktion

Ressourcenverbrauch verringern

Durch unsere gegenwärtige Art zu wirtschaften und zu konsumieren, werden die Naturvorräte der Erde so aufgezehrt, dass sie sich nicht mehr vollständig aus eigener Kraft erneuern können. Das heißt: mit unserem aktuellen Lebensstil leben wir über unsere Verhältnisse und auf Kosten unserer Kinder und Enkel.

Die Folgen sind unter anderem ein Verlust an Artenvielfalt, an fruchtbaren Böden, an sauberer Luft sowie Kahlschläge in Ur- und Regenwäldern. Um auf einen nachhaltigen Entwicklungspfad zu kommen, ist es also entscheidend, dass wir unseren Ressourcenverbrauch deutlich verringern.

Müll- und Verpackungsvermeidung

Mit der Frage, wie dies gelingen kann, befasst sich das SDG 12. Es enthält einen umfangreichen Katalog mit Maßnahmen für nachhaltige Produktions- und Konsummuster. Dazu zählen zum Beispiel die Themen Müllvermeidung und Recycling, mit denen sich in Kiel sowohl der Abfallwirtschaftsbetrieb (ABK) als auch zivilgesellschaftliche Initiativen sowie Einzelhändler auseinandersetzen. In Deutschland gibt es mit dem Kreislaufwirtschaftsgesetz bereits sehr anspruchsvolle Vorschriften hinsichtlich einer umweltverträglichen Bewirtschaftung der Abfälle.

Tatsächlich nimmt die Recyclingquote für Siedlungsabfälle in Deutschland mit etwa 66 Prozent innerhalb der Europäischen Union den Spitzenplatz ein. Gleichzeitig stehen die Deutschen im Bereich der Müllvermeidung aber ganz unten auf der Liste, nur Dänemark und Zypern erzeugen pro Kopf mehr Abfall. Dies gilt es durch Bildungs- und Aufklärungsarbeit anzugehen, denn Abfallvermeidung steht auch im Kreislaufwirtschaftsgesetz an erster Stelle. So organisiert und veranstaltet der ABK jedes Jahr gemeinsam mit vielen Kooperationspartnern Workshops und Aktionen im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung.

Nachhaltig Konsumieren in Kiel

Auch aus der Stadtgesellschaft heraus sind bereits viele spannende Aktivitäten entstanden: im Mai 2018 veröffentlichte der Muddi Markt e.V. die Fibel „Kostbares in Kiel“, die eine große Hilfe ist für alle, die nachhaltiger Konsumieren möchten. Auch die inzwischen deutschlandweite Bewegung von verpackungsfreien Läden wurde hier im hohen Norden angestoßen: in 2014 eröffnete die französische Kielerin Marie Delaperriere den ersten „Unverpackt“-Laden und hat seitdem einer Vielzahl an Nachfolgern aus ganz Deutschland und Europa beratend zur Seite gestanden.

Es sei jeder Kielerin und jedem Kieler empfohlen, einmal in der Adelheidstraße 28 vorbeizuschauen, um zu erfahren, wie gut sich die alltäglichen Einkäufe ganz ohne Plastikverpackungen erledigen lassen. Gemeinsam mit dem Kieler Verein „Zero Waste“ plant die Stadt zudem, ein Zero Waste - Konzept für Kiel zu entwickeln und damit Teil der internationalen Zero Waste Bewegung zu werden, zu der auch Kiels Partnerstadt San Francisco bereits gehört.

Das Umweltschutzamt der Landeshauptstadt ist ebenfalls seit vielen Jahren aktiv und hat unter anderem den Runden Tisch „Plastiktütenfreies Kiel“ sowie den Runden Tisch „Kaffee geht Mehrweg“ gemeinsam mit Kieler Einzelhändlern ins Leben gerufen.

Kiel ist Fair Trade Town

Zudem ist Kiel seit 2013 „Fairtrade-Stadt" und fördert damit den fairen Handel auf kommunaler Ebene. 2019 muss Kiel sich zum zweiten Mal für diesen Titel rezertifizieren. Dazu müssen alle zusammen arbeiten: Einzelhandelsgeschäfte, Cafés und Restaurants, die faire Produkte oder Bildungsprojekte zum Thema Fairer Handel anbieten, aber auch Vereine, Verbände, Schulen und Kirchen.

Auch fordert das SDG 12 von öffentlichen Verwaltungen, bei ihren Einkäufen und Auftragsvergaben Anbieter zu bevorzugen, die mit ihren Beschäftigten fair und mit der Umwelt besonders verantwortungsbewusst umgehen.

Klar, keiner von uns möchte beispielsweise in der Stadt auf Pflastersteinen laufen, die von Kindern in Steinbrüchen in Indien abgebaut wurden. Trotzdem orientieren sich kommunale Beschaffungsprozesse oft ausschließlich am günstigsten Angebot und nicht an sozialen und ökologischen Bedingungen bei der Produktion. Die Frage nach der Rolle einer nachhaltigen öffentlichen Beschaffung werden wir auch in Kiel noch einmal genauer beleuchten müssen, da es hierfür bisher kein umfassendes Konzept gibt.

Kieler Nachhaltigkeitspreis

Eine wichtige im SDG 12 genannte Maßnahme, um Ressourcen zu schonen, besteht auch darin, die weit verbreitete Nahrungsmittelverschwendung anzugehen und wieder mehr regionale Nahrungsmittel zu konsumieren.

Damit befasste sich auch der am 18. Dezember 2017 verliehene Nachhaltigkeitspreis der Landeshauptstadt Kiel, dessen Thema lautete: „Nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln in und an der Kieler Förde“. Die vielen beeindruckenden Bewerbungen der Kieler*innen zeigten, dass es hier jede Menge kreative Ideen und Engagement für die nachhaltige Produktion von regionalen Lebensmitteln gibt.

Auch in 2018 wird die Landeshauptstadt wieder einen Kieler Nachhaltigkeitspreis für innovative Ideen, Konzepte und Projekte, die die Faktoren „Soziales“, „Wirtschaftlichkeit“ und „Umwelt“ beispielgebend zu zukunftsfähigen Lösungen miteinander verbinden, ausschreiben.

Ökologischer Fußabdruck

Ein viel diskutierter Ansatz, um die Problematik unseres Ressourcenverbrauchs zu veranschaulichen, ist der sogenannte „ökologische Fußabdruck“: Er zählt alle Ressourcen, die für den Alltag benötigt werden und zeigt auf, wie viel Fläche gebraucht wird, um all die Energie und Rohstoffe zur Verfügung zu stellen. Anschließend wird dieser Flächenverbrauch auf alle Menschen hochgerechnet und mit den auf der Erde real verfügbaren Flächen verglichen. Wer einmal seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck berechnen lassen möchte, kann dies ganz einfach hier tun

 


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Koordinatorin kommunale Entwicklungspolitik

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