Blei im Trinkwasser

Oft immer noch ein Problem in Altbauten

Der Grenzwert für Blei im Trinkwasser wurde am 1. Dezember 2013 auf 0,010 Milligramm pro Liter gesenkt. Dieser Grenzwert wurde bereits 2001 in der Trinkwasserverordnung festgelegt, um den Inhaberinnen und Inhabern von Trinkwasser-Installationen die Möglichkeit zu geben, bis zum Inkrafttreten des neuen Grenzwertes entsprechende Sanierungsmaßnahmen durchzuführen.

Denn ein sicherer und dauerhafter Schutz vor erhöhten Bleiwerten kann allein durch einen Austausch noch vorhandener Bleileitungen gewährleistet werden.



Blei im Trinkwasser - Ein Problem?

Das Trinkwasser in Schleswig-Holstein ist von ausgezeichneter Qualität. Leitungen aus Blei können die gute Trinkwasserqualität allerdings beeinträchtigen. Im öffentlichen Leitungsnetz gibt es keine Bleileitungen mehr.

Alte noch vorhandene Bleileitungen in der Hausinstallation können aber die Gesundheit der Bevölkerung gefährden. Die wachsenden Erkenntnisse über die gesundheitlichen Wirkungen von Blei verlangen eine weitere Reduzierung der Bleiaufnahme. Deshalb wird der Grenzwert gesenkt.


Wie schädlich ist Blei für meine Gesundheit?

Bei der ständigen Aufnahme kleiner Bleimengen spricht man von einer chronischen, sich langsam entwickelnden Belastung. Gesundheitliche Wirkungen einer chronischen Belastung lassen sich nur in aufwändigen Untersuchungen an einer großen Zahl von Betroffenen und Nichtbetroffenen nachweisen.

Solche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Intelligenzentwicklung bei Kindern durch Blei beeinträchtigt werden kann. Denn das Nervensystem von Ungeborenen und Kindern reagiert besonders empfindlich auf Blei.

Außerdem nimmt ein Kind im Verhältnis zu seinem Körpergewicht mehr Flüssigkeit - und damit Blei - zu sich als ein Erwachsener. Bei Kindern wird das aufgenommene Blei nicht wie bei Erwachsenen vermehrt in den Knochen gespeichert. Es bleibt zu einem größeren Anteil in den Organen und den Geweben des Organismus verfügbar und kann die Gesundheit schädigen.

Junge Frauen und Schwangere sollten sich vor einer Aufnahme von Blei schützen. Im Falle einer späteren oder bestehenden Schwangerschaft kann Blei, das in den Knochen der Mutter gespeichert ist, mobilisiert und an das werdende Kind abgegeben werden.


Woran erkenne ich Bleileitungen?

Blei als Installationsmaterial ist insbesondere in alten Stadthäusern, die vor 1970 gebaut wurden, zu finden. Da Blei ein weiches Material ist, lassen sich Bleileitungen mit einem Messer, Schlüssel oder einem anderen spitzen Gegenstand einritzen oder abschaben. Die silbergrauen Bleileitungen wurden wegen ihrer Biegsamkeit in geschwungenen Linien verlegt. Die Rohrenden sind ineinander geschoben und an dieser Lötstelle wulstig aufgeworfen.

Trinkwasserleitung aus Blei (rechte Seite)
Trinkwasserleitung aus Blei (Bildmitte)
Trinkwasserleitung aus Blei (Abzweigstück)

Andere Leitungsmaterialien wie Kupfer oder verzinkter Stahl sind wesentlich härter, im rechten Winkel an der Wand verlegt und bei Verwendung von Stahl ineinander verschraubt. Bleiinstallationen finden sich im Bereich der Hausanschlussleitungen, also den Leitungen ab der Versorgungsleitung in das Haus, und im häuslichen Verteilungssystem. Somit sind Bleileitungen meist im Keller, zum Beispiel bei der Wasseruhr, im Treppenhaus (Steigleitungen) und als Kaltwasserleitung in der Wohnung erkennbar.


Vermuten Sie Bleileitungen in der Trinkwasser-Installation?

Sicheren Aufschluss über die Bleibelastung des Trinkwassers gibt nur eine Messung der Bleikonzentration im Trinkwasser. Diese Messung wird von akkreditierten Trinkwasseruntersuchungsstellen durchgeführt.

Sollten Sie eine Belastung Ihres Trinkwassers mit Blei beziehungsweise Bleileitungen in Ihrer Hausinstallation vermuten, wenden Sie sich bitte an die zuständigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Amt für Gesundheit.

Wir bieten Ihnen eine auf Ihre Situation abgestimmte individuelle Beratung und gegebenfalls auch eine kostenlose Ortsbesichtigung an.

 

Wie kann ich mich schützen?

Sicheren Schutz bietet allein der Austausch der Bleileitungen.

Solange die Bleileitungen noch nicht ausgetauscht sind, lassen Sie das Wasser ablaufen, bis es gleichmäßig kalt aus der Leitung fließt. Erst dann entnehmen Sie Wasser zum Trinken und Kochen. Das Ablaufenlassen des Trinkwassers ist allerdings nicht ausreichend, um einen Wert von 0,010 Milligramm pro Liter sicher zu unterschreiten. Junge Frauen, Schwangere und Kinder sollten daher im Falle noch vorhandener Bleileitungen generell auf abgepacktes Wasser zurückgreifen.

Das abgelaufene Wasser kann aufgefangen und für andere Zwecke wie zum Beispiel Blumengießen verwendet werden. Um Wasser zu sparen, sollten Sie Ihr Trinkwasser aus der Leitung entnehmen, wenn es bereits relativ frisch ist zum Beispiel nach dem Duschen, Waschen oder der Toilettenspülung.


Pflichten der Inhaberinnen und Inhaber von Trinkwasser-Installationen

Soweit die Bleibelastung durch die Trinkwasser-Installation verursacht wird, liegt die Verantwortlichkeit hierfür bei der Hauseigentümerin beziehungsweise dem Hauseigentümer. Seit dem 1. Dezember 2013 sind diese verpflichtet, ihre Anschlussnehmerinnen und Anschlussnehmer, meint Mieterinnen und Mieter, über bestehende Bleileitungen zu informieren, sobald sie darüber Kenntnis erlangen.

Ferner haben sie unverzüglich Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen und erforderlichenfalls Maßnahmen zur Abhilfe durchzuführen oder durchführen zu lassen. Das zuständige Gesundheitsamt ist unverzüglich zu informieren.

Betreiberinnen und Betreiber von Trinkwasser-Installationen, die mit Blei belastetes Trinkwasser abgeben, machen sich gegebenenfalls strafbar.

Kontakt

Landeshauptstadt Kiel
Amt für Gesundheit
Fleethörn 18-24
24103 Kiel

Öffnungszeiten

 
Kai Breker 

0431 901-2114
  

 

Martina Dunst

0431 901-4208