Kieler Schloss und Seegarten

Der strategisch günstigen Lage am Wasser ist es zu verdanken, dass der Stadtgründer Herzog Adolf IV. in den 1230er Jahren seine Holstenstadt Kiel auf einer Halbinsel in der Förde anlegte. Zentrum der mittelalterlichen Stadtanlage waren die Kirche, ein Kloster und eine Burg – das spätere Kieler Schloss auf einem Hügel oberhalb des Fördeufers. Später war das Schloss Witwensitz und Nebenresidenz der Gottorfer Herzöge. 

Gemälde der Kieler Förde um 1822 title=
Blick vom Ostufer der Kieler Förde auf die Innenstadt und das Kieler Schloss um 1822

Umfangreiche Um- und Renovierungsbauten ließ Katharina die Große, Zarin von Russland und gleichzeitig Gottorfer Herzogin, 1763 vornehmen, bevor Kiel zehn Jahre später Teil des dänischen Gesamtstaates und das Schloss Wohnsitz verschiedener dänischer Prinzen wurde. Eine letzte Glanzzeit erlebte es von 1888 bis 1918 als Dienst- und Wohnsitz des Prinzen Heinrich von Preußen, des Bruders Kaiser Wilhelms II., der sich bei der Kieler Bevölkerung großer Popularität erfreute.

 

Foto aus den 1930er Jahren
Foto von etwa 1889

Nach einem Bombenangriff 1944 brannte das imposante Renaissancebauwerk bis auf seinen heute noch erhaltenen Westflügel (Pelli-Bau) ab. 1957 wurde das Kieler Schloss nach einem Entwurf der Architekten Sprotte und Neve neu erbaut und als zentrales Kulturzentrum des Landes eingerichtet. Heute ist das prägnante Gebäude ein Wahrzeichen des demokratischen Neubeginns und des konsequent modernen Wiederaufbaus Kiels nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Hafenanlagen unterhalb des Schlosses entstanden erst spät durch eine Ausdehnung der Werften vom Schuhmachertor Richtung Norden. Ende des 19. Jahrhunderts wandelte sich das Bild durch den Bau eines Vergnügungslokals und einer Anlegebrücke am sogenannten Seegarten. Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurde das Gelände zu einem Aufmarschplatz für die Olympischen Spiele 1936 umfunktioniert, in den 1950er Jahren siedelte man hier den Fährhafen nach Norwegen an.

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Bootshafen


Bildmaterial

Kieler Stadtarchiv, Stadt- und Schifffahrtsmuseum, Landeshauptstadt Kiel, Seehafen Kiel GmbH, Touristinformation Kiel e.V., Oliver Franke/ide stampe