Nachhaltiges Kiel

Energie-Pioniere in Kiel

Der Zugang zu sauberer Energie (SDG 7) ist eine Grundbedingung für eine nachhaltige Entwicklung. Städte und Kommunen müssen dahingehend aktiv werden. Kiel ist Vorreiter in Sachen Energieeffizienz und moderner Energieversorgung.

SDG 7

Das SDG 7 zielt darauf ab, allen Menschen Zugang zu bezahlbarer, zuverlässiger und moderner Energie zu ermöglichen. Der Anteil erneuerbarer Energien am globalen Energiemix soll deutlich erhöht und die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppelt werden. Zudem soll die internationale Zusammenarbeit gestärkt werden, um den Zugang zu Forschung und Technologien im Bereich erneuerbare Energie, Energieeffizienz sowie fortschrittliche und saubere Technologien für fossile Brennstoffe zu fördern und Investitionen in saubere Energie zu erleichtern. Der Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur sollen sicherstellen, dass in Entwicklungsländern moderne und nachhaltige Energiedienstleistungen für alle bereitgestellt werden.

Heute leben 685 Millionen Menschen ohne Zugang – 10 Millionen mehr als im Jahr 2021. Im Jahr 2022 leben 570 Millionen Menschen in Afrika südlich der Sahara ohne Elektrizität, was mehr als 80 % der Weltbevölkerung ohne Zugang ausmacht.

Das SDG 7 in Kiel

Kiel ist im Vergleich zu anderen bundesdeutschen Städten Vorreiter in Sachen Energieeffizienz und Energieversorgung - mit dem Masterplan 100 % Klimaschutz und dem Green City Plan haben wir uns viel vorgenommen. 

Im Kontext moderner und sauberer Energien spielt das Thema Mobilität eine große Rolle: In der Hafenstadt Kiel geht es naturgemäß nicht nur um den Straßen- und Schienenverkehr, sondern auch um den Binnen- und Seeschifffahrtsverkehr. Um der Umweltbelastung durch die Dieselmotoren der Kreuzfahrtschiffe zu begegnen, wurde am 9.Mai 2019 Kiels erste Landstromanlage eingeweiht.

Auch beim öffentlichen Nahverkehr der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) sowie beim kommunalen Fuhrpark der Stadt wird schrittweise auf emissionsärmere Antriebe umgestellt. Die KVG Kieler Verkehrsgesellschaft mbH hat durch ihr Engagement den EBUS Award 2022 erhalten. Mit dem ersten internationalen Umweltpreis im Öffentlichen Personennahverkehr werden seit 2012 Unternehmen aus der Industrie und dem ÖPNV ausgezeichnet, die sich um die Entwicklung und Förderung von Elektrobussen im ÖPNV verdient gemacht haben.

Die Förderung alternativer Antriebe im Kieler Verkehrssystem ist auch im Masterplan Mobilität und dem Green City Plan verankert, die ebenso wie der Masterplan 100% Klimaschutz  
nachhaltige Mobilität in den Vordergrund stellen.

Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Kiel
Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Kiel - Foto: LH Kiel, Barbara Westendorf

Das haben wir davon – Energie sparen zu Hause

Bereits seit 2009 nimmt Kiel am europäischen Qualitätsmanagement und Zertifizierungsverfahren European Energy Award (eea) teil, mit dem die Energie- und Klimaschutzaktivitäten von Kommunen erfasst, bewertet und überprüft werden.

Im Jahr 2014 und im Jahr 2018 erhielt Kiel die Gold-Zertifizierung und gilt damit als vorbildlich im Klimaschutz.

Zu den relevanten Maßnahmen zählen unter anderem, dass bei städtischen Bau- und Sanierungsarbeiten die sogenannten InBA®-Standards angewandt werden. Diese hohen Energiestandards sollen auch in privatrechtlichen Verträgen mit Bauinvestoren berücksichtigt werden.

Entsprechend geht es darum, in einzelnen Quartieren nicht nur bezahlbaren, sondern auch umweltfreundlichen Wohnraum zu schaffen: Mit Klimagaarden stellte Kiel 2014 das landesweit erste Energiequartier fertig. Inzwischen gibt es drei weitere Energiequartiere (Elmschenhagen-Süd, Olympiazentrum Schilksee und Postillonweg).

Gefördert durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) arbeiten hier verschiedene Stadtteilakteure zusammen, um Heizungsanlagen zu erneuern, Dämmmaßnahmen durchzuführen oder Photovoltaikanlagen auf Dächern zu installieren. Auch dies sind wichtige Bausteine für mehr Energieeffizienz und einen geringeren Ausstoß klimaschädlicher Gase.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze zeichnete die Sieger des bundesweiten Wettbewerbs "Klimaaktive Kommune 2018" aus. Die Preise von je 25.000 Euro wurden an zehn Kommunen für ihre vorbildlichen Leistungen bei der Einsparung von Treibhausgasen oder der Anpassung an den Klimawandel verliehen. Die Landeshauptstadt Kiel gewann in der Kategorie "Ressourcen- und Energieeffizienz in der Kommune" mit der Förderung von "Green-IT" im Rechenzentrum eines Abfallwirtschaftsbetriebs.

Umsteiger
Der Umsteiger in Kiel - Foto: LH Kiel, Stefan Smal

Kiel zeigt Ehrgeiz – unsere Klimaziele

Im Ausbau erneuerbarer Energien wie zum Beispiel Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft steckt großes Potential, um für die Umwelt und das Klima schädliche Emissionen zu senken.

In Deutschland stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch zwischen 1990 und 2015 von zwei auf knapp 15 Prozent.

Damit belegt Deutschland aber noch lange keinen Spitzenplatz: Der Anteil von erneuerbaren Energien liegt in Schweden beispielsweise bei über 50 Prozent oder in Österreich bei über 30 Prozent. 

Die Bundesregierung sieht im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie vor, den Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch bis 2020 auf 18 Prozent, bis 2030 auf 30 Prozent und bis 2050 auf 60 Prozent zu steigern.

Masterplan 100 % Klimaschutz

Im Rahmen des Masterplans 100 % Klimaschutz hat Kiel sich das Ziel gesetzt, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 um mindestens 95 Prozent zu reduzieren und den Energieverbrauch zu halbieren.

Eine Vielzahl an Handlungsfeldern ist damit verbunden: von Wohnen und Gewerbe über Mobilität bis hin zur Energieversorgung. In diesen Handlungsfeldern muss die Stadt Maßnahmen einleiten oder weiterführen, um ihre Klimaschutzziele zu erreichen. Einen entscheidenden Beitrag dazu leistet das Kieler Küstenkraftwerk K.I.E.L.

Durch die Nutzung von Erdgas anstelle von Steinkohle ist es möglich, die Treibhausgase in der lokalen Strom- und Wärmeerzeugung deutlich zu senken. Somit wird das klimaschonende Angebot des kommunalen Energieversorgers weiter erweitert. 


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