Kieler Aktionsplan zum Bienenschutz

Die Situation der Wild- wie auch der Honigbienen ist besorgniserregend schlecht. Auch in Schleswig-Holstein ist ein dramatischer Rückgang von Arten und Populationen zu verzeichnen. Ursachen dafür sind das nicht ausreichende Nahrungsangebot sowie schwindender Lebensraum, Krankheiten, Parasiten und die Folgen von Pestizideinsatz.

Kiel soll bienenfreundlicher werden.

Paradoxerweise bietet die Stadt zum Teil bereits jetzt bessere Lebensbedingungen für blütenbesuchende Insekten als die freie Landschaft. In vielen Privatgärten, Parks und anderen öffentlichen und halböffentlichen Grünflächen, Kleingartenanlagen und Schutzgebieten ist ein abwechslungsreiches Blütenangebot zu finden.

Bereits seit 1987 wird auf städtischen Flächen auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet. Dennoch muss noch eine Menge für den Bienenschutz getan werden, denn die Insekten sind unverzichtbare Bestäuber und maßgeblich für unsere Nahrungssicherung verantwortlich.
 

Hummel an einer Salbeiblüte
Orchideenwiese in Kiel-Wik
Hummel an einer Malvenblüte

 


Grünflächenamt sät Blumenwiese an

Das Grünflächenamt hat eine 1.000 Quadratmeter große Blumenwiese mit standortheimischen Wildblumen an der Feldstraße angesät. Schon im nächsten Sommer werden Bienen und andere nektar- und pollensuchende Insekten hier ein vielfältiges Blütenangebot finden.

Im Rahmen von Um- und Neubaumaßnahmen wurden weitere Flächen bienenfreundlich angelegt beziehungsweise umgestaltet, und zwar in der Wrangelstraße, am Gurlittplatz, im Gymnasium Elmschenhagen und am neuen Busparkplatz in der Kaistraße.

In der Kieler Gelehrtenschule hat das Grünflächenamt die Bienen AG bei der Anlage neuer Bienenweiden unterstützt.

Weitere Maßnahmen im Stadtgebiet befinden sich in der Vorbereitung: Eine Staudenmischpflanzung am Stresemannplatz, Anpflanzungen von bienenfreundlichen Blütensträuchern am Dorfteich Suchsdorf und im Grünzug Demühlen, artenreiche Aussaaten im Rahmen des Straßenumbaus am Westring und in der Bahnhofstraße, blütenreiche Saumstreifen an der neuen Veloroute 10.

Bei allen zukünftigen Planungen für Neu- und Umgestaltungen von stadteigenen Flächen soll der Aspekt der Bienentauglichkeit beachtet werden. Auch bei der Planung und Umsetzung naturschutzrechtlicher Kompensationsmaßnahmen wird die Entwicklung von Wildbienenlebensräumen berücksichtigt.
 


Jeder kann sich für Bienenschutz engagieren

Im Rahmen der diesjährigen Kieler Woche wurde im Klimaschutzzelt des Umweltschutzamtes über die Wild- und Honigbienen informiert.

Eine Pflanzenliste mit heimischen Wildpflanzen wurde zum Mitnehmen zur Verfügung gestellt, und es gab reichlich Anschauungsmaterial in Kübeln. Die Bundesfreiwilligen des Umweltschutzamtes haben eine Nisthilfe gebaut, die in Zukunft an der Blumenwiese in der Feldstraße stehen wird.

Jeder in Kiel und Umgebung kann sich für den Bienenschutz engagieren, indem Pflanzen mit Nektar und Pollen für Bienen und andere Insekten bei der Bepflanzung von Balkon, Terrasse oder Garten verwendet werden. Als Faustregeln gelten hierfür: Besser heimische als exotische Arten und eher ungefüllte als gefülltblühende Sorten verwenden.

Gleichzeitig ist es wichtig, einen Blühaspekt für einen möglichst langen Zeitraum im Jahr zu erreichen, da die Insekten vom frühen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein Nahrung suchen. 

Weitere Informationen finden Sie im Flyer Keine Angst vor Wespen, Hornissen, Hummeln und Bienen.

Poster zum Herunterladen & Ausdrucken
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Deckblatt Flyer

Flyer "Keine Angst vor Wespen, Hornissen, Hummeln und Bienen"

 

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Kontakt

Landeshauptstadt Kiel
Umweltschutzamt
Untere Naturschutzbehörde

Jeanine Wagner

0431 901-3740

 

Landeshauptstadt Kiel
Grünflächenamt
Pflege- und Entwicklungsplanung,
Grünflächeninformationssystem

Anna-Margareta Bläse

0431 901-3846