Nachhaltiges Kiel

Wir machen Zukunft

In Kiel gibt es viele engagierte Menschen, die sich mit guten Ideen und viel Tatendrang dafür einsetzen, dass unsere Fördestadt nachhaltig und zukunftsfähig wird.

Jeden Monat stellen wir ein*en Kieler Zukunftsmacher*in in einem Kurzinterview vor. Sie kennen Leute, die unbedingt dazugehören? Dann lassen Sie uns das gerne wissen.

 

Juni 2019: Philipp Dornberger - Leiter Kieler Woche Referat

Philipp Dornberger
Foto: Lh Kiel, Alexandra Brecht
Was hat dich nach Kiel geführt?

Ich bin ursprünglich aus Unterfranken und bin dann viel in der großen weiten Welt unterwegs gewesen, habe untern anderem in Australien, Berlin und London gelebt. Und dann habe ich eine Kielerin in Sydney kennengelernt, meine wundervolle Frau.

Nachdem ich wieder in Deutschland war, bin ich einfach mal mit ihr hier hoch gekommen, habe meine zweite große Liebe, das Meer kennengelernt und bin hier geblieben. In meinem jetzigen Lebensabschnitt mit Familie und Kind, ist Kiel der perfekte Lebensraum.

Ich finde die Stadt einfach sehr spannend. Kiel ist eine wahnsinnig grüne Stadt. Man hat den Nord-Ostsee-Kanal vor der Tür und in der Stadt eine gute Infrastruktur, genügend Plätze zum Essengehen und Shoppen. Oder am Wochenende mit dem Förde-Dampfer mal eben noch Laboe rüber, das ist wie ein Kurzurlaub. Klar, Kiel ist nicht London, Berlin oder Sydney, aber ich fühle mich hier in der jetzigen Lebensphase pudelwohl. 

Was genau machst du?

Ich bin Leiter des Referates Kieler Woche und Geschäftsführer der Kieler Woche Marketing GmbH. Damit habe ich das große Glück, mich um mein Herzensprojekt - die Kieler Woche - beruflich kümmern zu dürfen.

Die Kieler Woche spült in meinen Augen ein ganz besonderes Lebensgefühl in unsere Stadt, so ein bisschen wie die fünfte Jahreszeit. Aus meiner Sicht gibt es in Deutschland keine vergleichbare Veranstaltung. Es ist wirklich ein Mammutprojekt, ein lebendiger Organismus.

Mit meiner engagierten Crew bin ich für die Gesamtorganisation des sommerfestlichen Teils der Kieler Woche verantwortlich. Dabei geht es nicht nur um das, was die meisten Kieler-Woche- Besucher*innen gut kennen, also die Bühnen und Eventareale.

Sondern dazu zählt noch viel mehr: Die ganzen offiziellen Empfänge, das Städteforum mit den internationalen Städtepartnern Kiels, die Premiumpartnerschaften, die Mitorganisation des weltwirtschaftlichen Preises oder auch der aufwendige Designwettbewerb für das jährlich wechselnde Kieler-Woche-Design. Und das sind nur ein paar Beispiele des umfangreichen Aufgabengebietes.

Was mich dabei total begeistert, ist, dass hinter den Kulissen bei all den Mitwirkenden genau die gleiche positive Stimmung herrscht wie bei den Besucher*innen. Es gibt hier unglaublich viel Engagement und Herzblut, was ich sehr zu schätzen weiß.

Welche SDGs sind von deinem Engagement besonders berührt?

Ich sehe meine Aufgabe darin, die Kieler Woche auch dafür zu nutzen, städtische Ziele wie Klimaschutz und die Umsetzung der SDGs mit voranzubringen. Dafür müssen diese Ziele in Projekte übersetzt und erlebbar gemacht werden.

Die Kieler Woche ist dafür gut geeignet, weil sie ein wahnsinniger Marketing-Motor ist. Wir können Sachen in der Öffentlichkeit positionieren und zwar so richtig und deswegen ist es wichtig, dass wir uns in das Thema Nachhaltigkeit reinknien.

Ganz wichtig ist mir, den Kielern*innen die Kieler Woche ein Stück zurückzugeben und dafür zum Beispiel lokale Manufakturen wie Lille, Kieler Honig, die Reste Ritter oder Packeis zu stärken. Das entspricht Ziel 8 (Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit).

Die Fahrradstationen tragen dazu bei, dass weniger Autos fahren und unterstützen Ziel 13 (Klimaschutz) und Ziel 11 (nachhaltige Städte), der grüne Strom, den wir bei der Kieler Woche benutzen, sorgt für die Einhaltung des Ziels 7 (Saubere Energie).

Und unsere Anstrengungen, durch die Einführung eines Pfandsystems den Müll und vor allem Plastik zu reduzieren, betrifft Ziel 12 (Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion). 

Warum findest du Nachhaltigkeit wichtig?

Ich finde den Begriff Nachhaltigkeit erstmal schwierig, weil er so groß ist und jeder etwas anderes darunter versteht. Nachhaltigkeit ist nicht gut greifbar und hört sich nicht sexy an.

Daher finde ich es sehr wichtig, dieses Thema in konkrete Projekte, die erlebbar werden, zu übersetzen. Aus meiner Erfahrung kann man so die Menschen für die Dinge begeistern und zum Mitmachen motivieren. 

Man muss ganz ehrlich sagen, was wir im Moment mit unserem Planeten tun, geht auf keine Kuhhaut mehr. Ich finde es daher sehr vorbildlich, dass Nachhaltigkeit auch für uns als Landeshauptstadt Kiel ein wichtiges Ziel ist und ich finde es persönlich gut, was im Moment auch in der Gesellschaft passiert, beispielsweise mit Fridays for Future.

Auch ich möchte hier ein Zeichen setzen, meinen Beitrag leisten und die Kieler Woche in vielen Bereichen zum Vorzeigeprojekt machen. Natürlich können wir alleine global gesehen nicht genug ausrichten. Aber nichts zu tun ist für mich keine Alternative.

Kiel 2030 - was ist Deine Vision für unsere Stadt?

Kiel, bleib Dir treu. Wir sind nicht Hamburg, wir sind Kiel und darauf können wir auch stolz sein. Ich mag die Menschen in dieser Stadt, sie sollen so bleiben wie sie sind, vielleicht manchmal ein bisschen weniger negativ an der einen oder anderen Stelle. Dafür noch mehr den Blick aufs Schöne richten, das wünsche ich mir.

Ich hoffe, dass wir bis 2030 dem Ziel Klimaneutralität deutlich näher gerückt sind. Ich denke wir sind auf den richtigen Weg, denn es passiert vieles in den Bereichen Innenstadtentwicklung, Energieversorgung und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Jetzt müssen wir nur die Geschwindigkeit beibehalten. 


Die Interviews der vergangenen Monate

 
Februar 2019
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Oktober 2018
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