Kieler Stadtgeschichte

Kiel hat eine mehr als 750 Jahre alte Geschichte und hält die Erinnerung an die Ereignisse und Menschen wach, die sie geprägt haben.

Zeugnisse vergangener Tage liegen nicht nur in den Archiven und Museen der Stadt. Auch an Orten und Plätzen wird die Bedeutung Kiels in früheren Zeiten gegenwärtig.

 


Ein Klassenfoto 1939 – Das Schicksal der Schüler*innen der jüdischen Volksschule in Kiel

 

Ein Klassenfoto 1939, 32 Kinder, zwei Lehrer. Das Klassenfoto zeigt ganz normale Schulkinder, Geschwister, Freund*innen. Doch nur wenige Jahre später war die Hälfte der Kinder tot. Denn das Foto zeigt die Schüler*innen der jüdischen Volksschule in Kiel, die durch das nationalsozialistische Regime ausgegrenzt und verfolgt wurden.

Jüdische Kinder besuchten in Kiel bis 1937 die regulären Schulen wie andere Kinder auch. Dann richtete die Schulverwaltung zunächst eine Sonderklasse ein, bis am 25. April 1938 die jüdische Volksschule eingerichtet wurde. Damit wurden die jüdischen Kinder vom regulären Schulbetrieb ausgegrenzt. Doch auch die jüdische Gemeinde unterstützte die Gründung, weil so die Kinder vor antisemitischen Anfeindungen von Lehrer*innen und Mitschüler*innen geschützt waren. 

Eine Präsentation des Stadtarchivs Kiel zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2021 - Klicken Sie auf die Symbole bei den Personen.
 

Fast alle Kinder der Schule waren in Kiel geboren. Ihre Eltern waren aber alle aus osteuropäischen Ländern nach Kiel zugewandert und verdienten ihr Geld als Kaufleute. Sie lebten fast alle in der Vorstadt. Dort befand sich auch die Schule: in zwei Klassenräumen der Gewerblichen Berufsschule in der Herzog-Friedrich-Straße.

Viele jüdische Familien versuchten 1938 und 1939 ins Ausland zu fliehen oder zumindest die Kinder mit Kindertransporten nach England in Sicherheit zu bringen. 16 Kinder überlebten auf diese Weise den Holocaust. Doch die Fluchterfahrung und der Verlust enger Angehöriger ließ sie ihr Leben lang nicht los. Auch die beiden Lehrer überlebten nach abenteuerlicher Flucht.

16 Kinder wurden mit Familienangehörigen in Ghettos oder Vernichtungslager deportiert und dort ermordet. Für sie alle wurden in Kiel in den vergangenen Jahren Stolpersteine verlegt.

Das Klassenfoto stammt aus den „Central Archives for the History of the Jewish People“ in Jerusalem. Wir verdanken es Dietrich Hauschildt-Staff, der es in den 1970er Jahren dort entdeckte und die Personen identifizieren konnte. Unsere Kenntnisse über die Biographien der Kinder und Lehrer gehen außerdem auf die Recherchen von Erich Koch, Bettina Goldberg und Gerhard Paul zurück.

Unsere Präsentation beruht auf den Publikationen:

  • Gerhard Paul unter Mitarbeit von Erich Koch: Klassenfoto 1939. Das Schicksal der Schüler und Lehrer der jüdischen Volksschule in Kiel, in: Menora und Hakenkreuz. Zur Geschichte der Juden in und aus Schleswig-Holstein, Lübeck und Altona (1918-1998), hg. von Gerhard Paul und Miriam Gillis-Carlebach, Neumünster 1988, S.481-490.
  • Gerhard Paul, Bettina Goldberg: Matrosenanzug - Davidstern. Bilder jüdischen Lebens aus der Provinz, Neumünster 2002, S. 225.

Ein Klassenfoto 1939, 32 Kinder, zwei Lehrer. Das Klassenfoto zeigt ganz normale Schulkinder, Geschwister, Freund*innen . Doch nur wenige Jahre später war die Hälfte der Kinder tot. Denn das Foto zeigt die Schüler*innen der jüdischen Volksschule in Kiel, die durch das nationalsozialistische Regime ausgegrenzt und verfolgt wurden.

Jüdische Kinder besuchten in Kiel bis 1937 die regulären Schulen wie andere Kinder auch. Dann richtete die Schulverwaltung zunächst eine Sonderklasse ein, bis am 25. April 1938 die jüdische Volksschule eingerichtet wurde. Damit wurden die jüdischen Kinder vom regulären Schulbetrieb ausgegrenzt. Doch auch die jüdische Gemeinde unterstützte die Gründung, weil so die Kinder vor antisemitischen Anfeindungen von Lehrer*innen und Mitschüler*innen geschützt waren.
 

Eine Präsentation des Stadtarchivs Kiel zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2021 - Klicken Sie auf die Symbole bei den Personen.

 

Fast alle Kinder der Schule waren in Kiel geboren. Ihre Eltern waren aber alle aus osteuropäischen Ländern nach Kiel zugewandert und verdienten ihr Geld als Kaufleute. Sie lebten fast alle in der Vorstadt. Dort befand sich auch die Schule: in zwei Klassenräumen der Gewerblichen Berufsschule in der Herzog-Friedrich-Straße.

Viele jüdische Familien versuchten 1938 und 1939 ins Ausland zu fliehen oder zumindest die Kinder mit Kindertransporten nach England in Sicherheit zu bringen. 16 Kinder überlebten auf diese Weise den Holocaust. Doch die Fluchterfahrung und der Verlust enger Angehöriger ließ sie ihr Leben lang nicht los. Auch die beiden Lehrer überlebten nach abenteuerlicher Flucht.

16 Kinder wurden mit Familienangehörigen in Ghettos oder Vernichtungslager deportiert und dort ermordet. Für sie alle wurden in Kiel in den vergangenen Jahren Stolpersteine verlegt.

Das Klassenfoto stammt aus den „Central Archives for the History of the Jewish People“ in Jerusalem. Wir verdanken es Dietrich Hauschildt-Staff, der es in den 1970er Jahren dort entdeckte und die Personen identifizieren konnte. Unsere Kenntnisse über die Biographien der Kinder und Lehrer gehen außerdem auf die Recherchen von Erich Koch, Bettina Goldberg und Gerhard Paul zurück.

Unsere Präsentation beruht auf den Publikationen:

  • Gerhard Paul unter Mitarbeit von Erich Koch: Klassenfoto 1939. Das Schicksal der Schüler und Lehrer der jüdischen Volksschule in Kiel, in: Menora und Hakenkreuz. Zur Geschichte der Juden in und aus Schleswig-Holstein, Lübeck und Altona (1918-1998), hg. von Gerhard Paul und Miriam Gillis-Carlebach, Neumünster 1988, S.481-490.
  • Gerhard Paul, Bettina Goldberg: Matrosenanzug - Davidstern. Bilder jüdischen Lebens aus der Provinz, Neumünster 2002, S. 225.

 

Unbegreifliches begreifbar machen
Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte


Alte Ansichten von Kiel
Schwarzweißfoto
Gartenarbeit im Frühling, April 1964; Foto: Stadtarchiv Kiel / Friedrich Magnussen
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Frühling im Schrevenpark, April 1963; Foto: Stadtarchiv Kiel / Friedrich Magnussen
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Blühender Magnolienbaum am Lorentzendamm als Frühlingsbote, April 1974; Stadtarchiv Kiel / Friedrich Magnussen
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Frühlingssonne am Holstenplatz, März 1957; Stadtarchiv Kiel / Friedrich Magnussen
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Frühling im Diederichsenpark; März 1967; Foto: Stadtarchiv Kiel / Friedrich Magnussen
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Bilder aus dem Fotoarchiv des Kieler Stadtarchivs

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