Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei

Die Metallgießerei ist das letzte erhaltene Gebäude der Howaldtswerke, die sich 1876 im heutigen Stadtteil Dietrichsdorf ansiedelten. Bis 1980 in Betrieb, repräsentiert die Gießerei rund 100 Jahre Industrie- und Werftgeschichte. Der Arbeitsraum mit der Ofenanlage im Mittelpunkt ist weitgehend original erhalten.

Die Howaldtsche Metallgießerei  ist vom 11. April bist 17. Oktober 2021 jeweils dienstags von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Ein Besuch ist nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Bitte melden Sie sich vor Ort oder unter der Telefonnummer 0431 901-3466 für ein verfügbares Zeitfenster an. Es gelten darüber hinaus die aktuellen Hygienemaßnahmen. Kontaktdaten werden erhoben. Bitte beachten Sie die Aushänge und Hinweise des Personals.

Liebe Besucher*innen,

seit dem 31. Mai dürfen Sie unsere Häuser auch wieder ohne einen Testnachweis aufsuchen. Jedoch sind alle Besucher*innen weiterhin verpflichtet, in den Räumlichkeiten eine medizinische Maske zu tragen, einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten sowie eine Registrierung über die Luca-App oder im Papierformat durchzuführen.

Da die Zahl der Museumsbesucher*innen begrenzt ist, kann es eventuell zu Wartezeiten kommen. Gruppenführungen und Veranstaltungen sind nach der derzeitigen Landesverordnung nur für Geimpfte, Genesene und Getestete nach § 2 Nummer 6 SchAusnahmV gestattet.

Wir bitten um Ihr Verständnis und freuen uns auf Ihren Besuch!

Leider sind alle Aufsichtskräfte im Stadtmuseum Warleberger Hof erkrankt. Das Haus muss daher am Samstag, 16. Februar und am Sonntag, 17. Februar geschlossen bleiben.

Wir bitten um Verständnis.

 
Nur ein paar Schritte vom Fähranleger „Dietrichsdorf“, zwischen Ostuferhafen und Fachhochschule, liegt die ehemalige Howaldtsche Metallgießerei. Hier wurden von 1884 bis 1980 vorwiegend Bronze-, Messing- und Kupferteile für die Schiffe der Howaldtswerke hergestellt.

Die Geschichte der Howaldtswerke beginnt im Jahr 1835. Damals gründete August Ferdinand Howaldt eine Maschinenfabrik am Kleinen Kiel. Es war der erste Industriebetrieb der Stadt. 1838 stieg der Unternehmer Johann Schweffel als Kapitalgeber mit ein. „Schweffel & Howaldt“ stellten Dampfmaschinen für Industrie, Landwirtschaft und Schiffbau her. Sie bauten auch selbst Schiffe, darunter 1850 das Tauchboot „Brandtaucher“ von Wilhelm Bauer.

1876 übernahmen die Söhne Georg, Bernhard und Hermann Howaldt die Firmenleitung. Im gleichen Jahr gründete Georg Howaldt in Dietrichsdorf die „Schiffswerft Georg Howaldt“.

1880 verlegten die Brüder auch die Maschinenfabrik nach Dietrichsdorf. Sie sollte alle Teile herstellen, die auf der Schiffswerft gebraucht wurden. 1889 fusionierten beide Betriebe zu den „Howaldtswerken“. Als sie aufgrund der Wirtschaftskrisen in den 1920ern vor dem Konkurs standen, kaufte sich der Reeder Heinrich Diederichsen ein. Es entstand die „Howaldtswerke Aktiengesellschaft“.

Schwarz-Weiß-Bild von 1870
Schweffel & Howaldt am Lorentzendamm, um 1870
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Schwarz-Weiß-Bild von 1876
Howaldt-Werft, 1876
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Schwarz-Weiß-Bild von 1897
Howaldtswerke, 1897
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Die Werftgebäude in Dietrichsdorf, zu denen auch eine Werksiedlung gehörte, wurden ab 1880 nach den Plänen von Heinrich Moldenschardt (1839-1891) errichtet. Er gilt als bedeutendster Architekt des Historismus in Schleswig-Holstein.

Maschinenhalle, Kesselschmiede, Eisengießerei und Metallgießerei lagen nah beieinander, so dass alle Teile in kurzer Zeit zu den Schiffsdocks gebracht werden konnten. Für den Transport hatte man die Gebäude mit Schienen verbunden. Zeitgenossen waren beeindruckt von den großen, hellen Hallen und den schönen Gebäuden mit gemusterten Backsteinwänden und Rundbogenfenstern. Alle Werkstätten hatten elektrisches Licht, sodass die Arbeitszeiten sich nicht nach dem Tageslicht richten mussten. Bei guter Auftragslage wurde Tag und Nacht gearbeitet.

Die Metallgießerei zeigt, wie funktional Moldenschardt plante. Der Schornstein steht im Mittelpunkt des quadratischen Gebäudes, sodass man ringsum Gussöfen aufstellen kann. Zugleich dient er als Stütze für die Balken des Walmdaches. In die Außenwände sind Lüftungsschächte eingebaut.

Im Lauf der Jahre bekam die Metallgießerei mehrere Anbauten, um mehr Platz für die einzelnen Arbeitsschritte zu schaffen. Diese Anbauten wurden in den 1990ern entfernt, um den Moldenschardt-Bau deutlicher sichtbar zu machen. Eine Attrappe aus Cortenstahl ersetzt seit der Sanierung 2003 bis 2006 den gemauerten Schornstein, der nur noch als Rest erhalten gewesen war.

 

Gießofen

In der Metallgießerei wurde harte Arbeit geleistet. Besonderes Können verlangte die Herstellung der Gussformen, für die speziell aufbereiteter Sand in Formkästen gepresst wurde. Stand die Werkstatt voll mit Formkästen, begann das Gießen. Meterhohe Schmelztiegel wurden in die heißen Öfen gesenkt, um das Metall zu schmelzen - das Rezept für die Legierungen unterlag strengster Geheimhaltung. Schutzkleidung für die gefährliche Arbeit mit Feuer und flüssigem Metall wurde erst ab den 1960ern gestellt.

Den 120 Tage währenden Metallarbeiterstreik im Jahr 1956 nutzte die Firmenleitung, um die Anlagen zu erneuern und von Koks- auf Ölöfen umzustellen. Es war die letzte Modernisierung des Gießereibetriebs.

Nach der endgültigen Schließung der Metallgießerei im Jahr 1980 gab es Pläne, das Gebäude an die Hörn zu versetzen, um es zum Teil eines geplanten Museums für Industrie- und Alltagskultur zu machen. Dieses Museum wurde jedoch nie realisiert. 2003 gründeten Interessierte den Verein „Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei“. Mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des EU-Förderprogramms „Urban II“ sorgten sie für eine denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes. 2007 wurde das Museum eröffnet und bis Ende 2019 vom Verein betrieben. Seine regelmäßigen Gussvorführungen machten die Metallgießerei zum beliebten Ausflugsziel.

Im Januar 2020 übernahm das Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum die Howaldtsche Metallgießerei als neuen Standort. Es gewinnt damit einen Bau und eine Ausstattung, die authentisch Zeugnis ablegen von der Kieler Industrie-, Schiffbau und Arbeitergeschichte.

 

 

Signet Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum
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Fünf Schauplätze

Lageplan der Metallgießerei

Grenzstraße 1, 24149 Kiel

Öffnungszeiten (Mitte April bis Mitte Oktober):

Dienstag von 10-16 Uhr, Sonntag von 11-17 Uhr

Montag geschlossen
Dienstag - Sonntag 10 - 18 Uhr
Zusätzlich Donnerstag bis 20 Uhr

An Feiertagen kann es zu Änderungen kommen. Bitte beachten Sie die aktuellen Ankündigungen.


 


Einfach zum Dahinschmelzen.


Aktuelle Ausstellungen

Veranstaltungsbild
Sonntag, 11. April 2021 – Sonntag, 24. April 2022 Die Metallgießerei von Innen

Die Werkhalle des historischen Gebäudes mit den Gussöfen, Werkbänken und Werkzeugen ist original erhalten und kann während der Öffnungszeiten besichtigt werden.


Veranstaltungen

Veranstaltungsbild
Sonntag, 1. August, 14 Uhr Eine Werft, ein Dorf - Stadtteilführung

Historische Stadtteilführung rund um die Metallgießerei (nur mit Anmeldung)
Als die Gebrüder Howaldt in den 1880ern Werft und Maschinenfabrik an der Schwentine ansiedelten, brachte das einschneidende Veränderungen für das ländliche Dietrichsdorf. Der 1,5-stündige Rundga ...

Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei

Veranstaltungsbild
Sonntag, 8. August, 11.15 Uhr Formen und Gießen

1,5-stündiger Guss-Workshop in der Metallgießerei (nur mit Anmeldung)
Unter sachkundiger Anleitung lernen Sie, die Form für einen Taler herzustellen und diesen anschließend aus Zinn zu gießen. Zugleich erfahren Sie dabei etwas über die Besonderheiten des Gießens, die früheren Arbeitsbedingu ...

Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei

Veranstaltungsbild
Freitag, 13. August, 14 Uhr Von der Fischhalle zur Metallgießerei - Museumsausflug per Schiff

Zwei Standorte des Stadtmuseums, verbunden mit einer einstündigen Fahrt auf dem Museumsschiff „Stadt Kiel“ vom Anleger Seegarten zum Anleger Dietrichsdorf (nur mit Anmeldung)
Lernen Sie Kiels maritime Seite kennen: Start ist am Schifffahrtsmuseu ...

Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei

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Sonntag, 22. August, 11.15 Uhr Formen und Gießen

1,5-stündiger Guss-Workshop in der Metallgießerei (nur mit Anmeldung)
Unter sachkundiger Anleitung lernen Sie, die Form für einen Taler herzustellen und diesen anschließend aus Zinn zu gießen. Zugleich erfahren Sie dabei etwas über die Besonderheiten des Gießens, die früheren Arbeitsbedingu ...

Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei

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Dienstag, 31. August, 11 Uhr Formen und Gießen

1,5-stündiger Guss-Workshop in der Metallgießerei (nur mit Anmeldung)
Unter sachkundiger Anleitung lernen Sie, die Form für einen Taler herzustellen und diesen anschließend aus Zinn zu gießen. Zugleich erfahren Sie dabei etwas über die Besonderheiten des Gießens, die früheren Arbeitsbedingu ...

Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei

Veranstaltungsbild
Sonntag, 12. September, 11.15 Uhr Industriebau mit Geschichte - Tag des offenen Denkmals

Führung durch das Gebäude der Metallgießerei
Bogenfenster und Backsteinmuster – die Metallgießerei ist für ein Industriegebäude fast zu schön. Bei der einstündigen Führung erfahren Sie, warum der Architekt Heinrich Moldenschardt die Metallgießerei so ...

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Sonntag, 12. September, 15 Uhr Industriebau mit Geschichte - Tag des offenen Denkmals

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Sonntag, 26. September, 11.15 Uhr Industriebau mit Geschichte - Tage der Industriekultur am Wasser

Führung durch das Gebäude der Metallgießerei
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