Kiellinie & Düsternbrooker Fördehang

Die Kieler*innen haben eine besondere Beziehung zu ihrer Kiellinie. Der freie Blick auf die Förde, der Wind - und die Segelboote, Fähren und Kreuzfahrtschiffe sind zum Greifen nah.

Die Promenade führt vom Ostseekai bis zum Marinestützpunkt in der Wik - direkt am Wasser entlang, gesäumt von Bootshäusern, Ruder- und Segelclubs, Traditionsseglern, Meeresforschung, Landesregierung und natürlich dem Düsternbrooker Gehölz, einem der beliebtesten Erholungsorte in Kiel.

Diese öffentlichen Räume werden ihrer herausragenden Bedeutung als Visitenkarte Kiels jedoch nicht mehr gerecht. Nicht nur an den Absperrungen am Berthold-Beitz-Ufer ist abzulesen, dass viel getan werden muss.

Die Stadt hat deswegen einen Planungsprozess angestoßen, der Aufenthalts- und Gestaltqualität, Barrierefreiheit und Hochwasserschutz zu einem Gesamtkonzept vereint. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesprogramm „Zukunft Stadtgrün“.

 
154

Hektar Projektgebiet

55

Hektar Wald- und Parkflächen, davon 18 Hektar historische Parkanlagen

3,5

Kilometer Uferpromenade


Die Planung

Vorbereitende Untersuchungen gemäß §141 BauGB mit integriertem städtebaulichen Entwicklungskonzept.

September 2017 - Ratsbeschluss

Ratsbeschluss zur Einleitung der Vorbereitenden Untersuchungen gemäß §141 BauGB


Hier wird gebaut

Im Zuge der flächendeckenden Filmung des Kieler Kanalsystems wurde festgestellt, dass an der Kiellinie im Schmutzwasserkanal über zahlreiche Undichtigkeiten ein erheblicher Fremdwasserzufluss stattfindet.

Dadurch werden die nachfolgenden Pumpstationen und das Klärwerk unzulässig stark hydraulisch belastet. Es entstehen zusätzliche Energiekosten für die Beseitigung des Abwassers. Bei Überlastung des Schmutzwassernetzes durch starken Fremdwasserzufluss besteht die Gefahr, dass Schmutzwasser austritt und in der Folge zu Gewässerverunreinigungen führt.

Der Schmutzwassersammler muss gegen eindringendes Grundwasser abgedichtet werden. Beim Regenwasserkanal ist entsprechend seiner Funktion und Bedeutung, im Wesentlichen als Straßenkanal mit wenigen Hausanschlüssen, die Standsicherheit zu gewährleisten.

Zum Abdichten wird das Inliner-Verfahren eingesetzt. Ein mit Kunstharz getränkter Kunststoffschlauch (Schlauchliner oder Inliner) wird in den Kanal eingebracht und anschließend zum neuen "Rohr im Rohr" thermisch oder mit UV-Licht ausgehärtet.

 

Bauzeit und Einschränkungen 

Die Kanalerneuerung im Bereich des Düsternbrooker Weges erfolgt bis Ende April 2019 im Abschnitt Carl-Loewe-Weg bis Seebadeanstalt.

Während der Bauzeit gibt es an der Kiellinie Verkehrsbehinderungen durch abschnittsweise Vollsperrungen im Bereich Carl-Loewe-Weg und Lindenallee.

Die Arbeiten werden in Teilabschnitten ausgeführt, sodass die Zufahrt zu den Anliegergrundstücken von jeweils einer Seite aufrechterhalten wird.

Zwischen Lindenallee und Hirschfeld-Blick wird der Verkehr durch Baustellen-Ampeln geregelt. Fußgänger*innen werden je nach Baustellenlage auf die andere Straßenseite umgeleitet oder an der Baustelle vorbeigeführt.

 

Diese Kanalsanierung erfolgt im Jahre 2019.

Im Zuge dieser Maßnahme wird aus der rechten Fahrspur ein Radfahrstreifen. Außerdem wird eine Anbindung an den heutigen Zweirichtungsradweg auf der Wasserseite geschaffen werden.

Die Fahrbahn und der Radweg sind heute im Abschnitt Tirpitzmole bis zur Koesterallee Asphalt. Im Abschnitt Koesterallee bis Bellevue ist die Fahrbahn Asphalt und der Radweg gepflastert.


Das Berthold-Beitz-Ufer ist etwa 500 Meter lang. Es beginnt im Süden am Sportboothafen Düsternbrook, Becken 4, und endet nördlich des Anlegers Bellevue. Die Aufenthaltsqualität und Nutzung soll auch in diesem Abschnitt - als Teilbaustein des zukünftigen Gesamtkonzeptes der Kiellinie - verbessert werden. Dazu werden Promenade und Ufereinfassung gestalterisch verändert und Zugänge zum Wasser geschaffen.

Die Erneuerung des Berthold-Beitz-Ufers musste aus diversen Gründen mehrfach zurückgestellt werden. Die Vergabe der Planungsleistungen erfolgte nach einem europaweiten Verhandlungsverfahren im Jahr 2017. Unter Berücksichtigung verschiedener Randbedingungen werden derzeit Varianten für die Kaiwandgestaltung entwickelt. Die Erneuerung des derzeitig abgesperrten Bereiches wird im Jahre 2019 beginnen.

Die Ufersanierung in diesem Abschnitt ist die nächste Phase bei der Instandhaltung der elf Uferabschnitte an der Kiellinie.

Hafen und Ufer  title=
Das Berthold-Beitz-Ufer aus der Luft (Foto: Nikolas Woeckner)
 


Das Projektgebiet

 

 


Städtebauförderprogramm „Zukunft Stadtgrün“

Das Untersuchungsgebiet „Kiellinie und Düsternbrooker Fördehang“ ist 2017 in das Städtebauförderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ aufgenommen worden. Die Gelder aus dem Programm können für städtebauliche Gesamtmaßnahmen eingesetzt werden, die der Anlage, Sanierung, Qualifizierung und der Vernetzung der öffentlichen Grün- und Freiflächen dienen.

Die geförderten Maßnahmen leisten einen Beitrag zur Lebens- und Wohnqualität, zur gesellschaftlichen Teilhabe, zur Verbesserung des Stadtklimas und der Umweltgerechtigkeit insbesondere durch eine gerechte Verteilung qualitativ hochwertigen Stadtgrüns sowie zum Erhalt der biologischen Vielfalt und der Naturerfahrung.

  • Die Vorbereitung der Gesamtmaßnahme wie die Erarbeitung und Fortschreibung integrierter städtebaulicher Entwicklungskonzepte 
  • Die Aufwertung und Qualifizierung des öffentlichen Raumes, des Wohnumfeldes sowie von Grün- und Freiflächen sowie die Instandsetzung, Erweiterung und Modernisierung von Gebäuden und öffentlicher Infrastruktur des Quartiers im Rahmen von quartiersbezogenen Stadtgrünmaßnahmen 
  • Die Herstellung multifunktionaler Grün- und Freiflächen von ökologischer, sozialer und städtebaulicher Bedeutung 
  • Die Vernetzung von Grün- und Freiräumen
  • Bau- und Ordnungsmaßnahmen auf Grundstücken mit leerstehenden, fehl- oder mindergenutzten Gebäuden und von Brachflächen einschließlich Nachnutzung beziehungsweise Zwischennutzung durch Grün- und Freiflächen
  • Maßnahmen der Barrierearmut beziehungsweise -freiheit
  • Die Beteiligung und Mitwirkung von Einwohner*innen zum Besipiel beim Tag der Städtebauförderung
 


Beteiligung der Kieler*innen

Die Beteiligung aller Interessensgruppen ist fortlaufend für 2018 und 2019 in Planung und wird ein zentraler Bestandteil des Gesamtprojektes sein. Ihre Ansprechpartnerin ist

Bianca Rietzler, Stadtplanungsamt
0431 901-2629

Das städtische Kinder- und Jugendbüro begleitet ebenfalls die Beteiligung im Projektgebiet und steht für Fragen zum Thema gern zur Verfügung. Ihre Ansprechpartnerin hier ist

Chrissi Agrianidou, Kinder- und Jugendbüro
0431 901-3300

 

Schätze in Stadtraum und Landschaft – eine Bestandsaufnahme

Ostseekai
Ostseekai
1/10
Uferabschnitt mit Seeburg und Geomar
Seeburg
2/10
Uferabschnitt Geomar bis Landeshaus
GEOMAR, Helmholtz-Institut, mit Forschungspier
3/10
Uferabschnitt Ruderclubs, Reventlouwiese und Reventloubrücke
Reventlouwiese und Anlegestelle Reventloubrücke
4/10
Uferabschnitt Landeshaus, Wasserschutzpolizei, Ministerien, Blücherbrücke
Landeshaus, Wasserschutzpolizei, Ministerien, Blücherbrücke
5/10
Wasserschutzpolizei, Ministerien, Blücherbrücke
Wasserschutzpolizei, Ministerien, Blücherbrücke
6/10
Alter Olympiahafen, Staatskanzlei
Alter Olympiahafen, Staatskanzlei
7/10
Institut für Weltwirtschaft, Kieler Yacht-Club
Institut für Weltwirtschaft, Kieler Yacht-Club
8/10
Berthold-Beitz-Ufer
Berthold-Beitz-Ufer
9/10
Bellevue & Seebadeanstalt
Anlegestelle Bellevue & Seebadeanstalt
10/10
 
49

Hektar Wasserfläche

33

Hektar Waldfläche

4

Sporthäfen mit 590 Liegeplätzen

2

Hektar Spielflächen

  • Entlang der westlichen Uferlinie der Kieler Förde verläuft die Kiellinie.
  • Die Kiellinie ist eine Promenade. Auf einer Länge von rund 3.500 Metern ist sie die am meisten frequentierte Uferpromenade der Stadt Kiel. Die Uferlinie wurde in den vergangenen 100 Jahren schrittweise stärker genutzt, befestigt und zuletzt 2011 im Bereich des Sportboothafen Düsternbrook neu gestaltet.
  • Landseitig wechseln sich entlang der Promenade private und öffentliche Räume verschiedener Nutzungen ab.
  • Der baulich gefasste Bereich ist geprägt durch prominente Bauten und Nutzungen, wie durch die Seeburg als Einrichtung der Kieler Universität, Einrichtungen von Segelvereinen und dem Kieler Yachtclub, die Repräsentanz der Landesregierung Schleswig-Holsteins mit verschiedensten Regierungsgebäuden und dem Sitz des Parlaments, dem Weltwirtschaftsinstitut sowie Gastronomienutzungen an der Promenade.
  • Entlang der Kiellinie finden sich neben dem Segelsport nahezu alle Kieler Wassersportvereine, vor allem Ruder- und Kanuvereine. Auf der Promenade wird gejoggt, geskatet, Rad gefahren und zugleich nutzen die Menschen das Ufer zum Promenieren, picknicken und sonnen.  
  • Der Düsternbrooker Fördehang umfasst die Krusenkoppel, das Düsternbrooker Gehölz, die Forstbaumschule und den Diederichsenpark.
  • Am Düsternbrooker Fördehang lässt sich noch heute die ursprüngliche Landschaftsstruktur an der Kieler Förde ablesen. 
  • Das Düsternbrooker Gehölz dient in seiner Struktur und Funktion als bedeutender innerstädtischer Grünzug im erheblichen Maß der Erholung. 
  • Geprägt wird das Gebiet durch einen natürlich gewachsenen alten Buchenwald, einem hügeligen Gelände mit steilen Moränenhängen und Rinnen zur Förde.
  • Einige der landschaftlich reizvollsten historischen Parkanlagen Kiels liegen in diesem Bereich. Dazu zählen, beginnend im Süden, die Krusenkoppel, das Düsternbrooker Gehölz, der Diederichsenpark sowie die Forstbaumschule. 
  • Während der Diederichsenpark einen Aufwertungsbedarf aufweist, sind die Forstbaumschule und die ebenfalls an der Kiellinie angrenzende Orchideenwiese erst vor wenigen Jahren saniert worden. 
  • Zwischen den Grünanlagen bieten sich beeindruckende Ausblicke auf die Kieler Förde. 
  • Die Flächen liegen zum überwiegenden Teil innerhalb des Landschaftsschutzgebietes „Kieler Fördeumgebung Stadtkreis Kiel, Landschaftsteil Forstbaumschule, Düsternbrooker Gehölz, Krusenkoppel. 
  • Die stark genutzten Parklandschaften haben neben ihrer Erholungsfunktion auch einen nicht unerheblichen Einfluss auf das städtische Klima. Sie prägen zudem maßgeblich das Landschaftsbild. Im Bereich des eiszeitlichen Fördehanges liegt das Wohnviertel Düsternbrook. 
  • Die bauliche Struktur des Viertels wird geprägt durch Stadtvillen, deren Bestand zum überwiegenden Teil aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt. Der Bereich hat eine hohe baukulturelle und siedlungsstrukturelle Bedeutung für die Gesamtstadt.
  • Die Kieler Förde umfasst etwa 6.400 Hektar Wasserflächen, von denen knapp 1 Prozent (49 Hektar) im Untersuchungsgebiet liegt. Die Kieler Förde ist ein sensibles marines Ökosystem, das von den Besonderheiten der Ostsee geprägt ist.
  • Im nördlichen Drittel des Gebiets befinden sich Flachwasserlebensräume, die auf einer Breite von 120 Metern unter dem gesetzlichen Biotopschutz stehen.
  • Der Bereich des Untersuchungsgebietes ist geprägt durch die Nutzungen durch Kreuzfahrtschiffe (Ostseekai), durch Fördefähren sowie durch individuelle oder im Verein organisierte Sportschifffahrt mit zahlreichen Steg- und Hafenanlagen, unter anderem auch dem Olympiahafen von 1936, dem heutigen Sporthafen Düsternbrook.
  • Neben dem Sport- und Olympiahafen Schilksee findet sich hier der maßgebliche Segelstandort der Landeshauptstadt Kiel.
  • Geformt und geprägt wird das Gewässer durch die Uferbefestigungen sowie Hafen- und Steganlagen, aber auch durch uferbegleitende Nutzungen, bauliche und freiräumliche Strukturen sowie das sich daraus ergebende Landschaftsbild.
  • Der Bereich hat eine große Bedeutung für die Landeshauptstadt Kiel als Wirtschafts- und Tourismusfaktor, für das Selbstverständnis als Kiel.Sailing.City und für die weltgrößte Segelveranstaltung, die Kieler Woche.

 


Historische Park- und Grünanlagen

Orchideenwiese title=
Foto: Betty Bogya

Die Parkanlage „Orchideenwiese“ bildet den Endpunkt des Grünzuges Schulredder-Homannstraße zur Förde hin. Im oberen Bereich befindet sich ein Aussichtspunkt mit Blick auf die Tirpitzmole. Im unteren Bereich hat sich eine artenreiche Nasswiese entwickelt, die als gesetzlich geschütztes Biotop besonders wertvoll ist. Im Frühsommer blüht dort das Breitblättrige Knabenkraut. Aber auch viele andere feuchteliebende Pflanzen wie Klappertopf, Seggen und Rohrglanzgras sind hier zu finden.

Die Orchideenwiese ist Bestandteil des 1980 ausgewiesenen Landschaftsschutzgebietes „Kieler Fördeumgebung, Stadtkreis Kiel, Landschaftsteil Forstbaumschule, Düsternbrooker Gehölz, Krusenkoppel“.

Forstbaumschule title=
Foto: Betty Bogya

Bereits 1788 gründete August Christian Niemann im einstigen Bereich des Düvelsbeker Geheges eine Forstlehranstalt. Bis zu 500 verschiedene Gehölzarten, darunter auch eine Sammlung fremdländischer Bäume wurden dort angepflanzt.

Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm die Stadt Kiel die rund 15 Hektar große Grünanlage und gestaltete sie im Stil eines englischen Landschaftsparks um. Noch heute prägen alte Baumgruppen, weite Rasenflächen und Kleingewässer den öffentlichen Park. Ein beliebter Anziehungspunkt ist die Gastwirtschaft „Forstbaumschule“. Sie besitzt eine der größten Freischankflächen Norddeutschlands.

Als Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes „Kieler Fördeumgebung“ wurde die Parkanlage Forstbaumschule 1980 unter Denkmalschutz gestellt.

Diederichsenpark title=
Foto: Betty Bogya

Auf dem Gelände des Diederichsenparks wurde im 18. Jahrhundert, parallel zur Gründung der Forstbaumschule, von Christian Cay Lorenz Hirschfeld eine der ersten Fruchtbaumschulen des Landes angelegt, die Obstsorten kultivierte, um die Versorgung der damaligen Bevölkerung zu verbessern.

Mit dem starken Bevölkerungswachstum Ende des 19. Jahrhunderts wurde das landschaftlich schöne Gebiet zum begehrten Bauland. Der größte Teil der ehemaligen Fruchtbaumschule verwandelte sich in ein Villenviertel. Das parkartige Grundstück mit der Villa „Forsteck“ von Heinrich Diederichsen wurde 1956 zu einem 4,5 Hektar großen öffentlichen Park gestaltet, der einen der schönsten Ausblicke auf die Kieler Förde bietet.

Der Diederichsenpark steht heute als Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes „Kieler Fördeumgebung“ unter Denkmalschutz.

Hirschfeld-Blick title=
Foto: Betty Bogya

Der hoch über der Förde gelegene „Hirschfeld-Blick“ in der Bismarckallee ist nach dem Gründer der einstigen Fruchtbaumschule auf dem Gelände des heutigen Diederichsenparks, Christian Cay Lorenz Hirschfeld, benannt und bietet eine erhabene Aussicht auf die Kieler Förde.

Düsternrooker Gehölz title=
Foto: Betty Bogya

Einst als Waldweide der Brunswiker Bauern genutzt, wurde das Düsternbrooker Gehölz ab 1773 zum königlichen Gehege.

1780 entdeckte der Gartentheoretiker Christian Cay Lorenz Hirschfeld die besonderen landschaftliche Reize des rund 20 Hektar großen Waldgebietes mit seinen großen, eiszeitlich geprägten Höhenunterschieden und malerischen Ausblicken auf die Kieler Förde. Er entwickelte hier seine damals zukunftsweisende „Theorie der Gartenkunst“, die Erholung in reizvoller Landschaft und ästhetischen Genuss für alle Bevölkerungsschichten vorsah.

Dennoch entwickelte sich das Düsternbrooker Gehölz erst im 19. Jahrhundert zum vielbesuchten Anziehungspunkt für die Allgemeinheit. Den Auftakt hierfür bot seine Erschließung über eine Kastanienallee vom Schlossgarten zur heutigen Krusenkoppel, die der damals in Kiel residierende dänische Kronprinz Friedrich 1806 anlegen ließ. 1807 folgte der erste gestaltete Aussichtspunkt, der sog. Marientempel, der zu Ehren Friedrichs Gemahlin Marie errichtet wurde und damals Ausblicke über die Förde sowie zum Kieler Schloss ermöglichte. Die Tempelanlage ist heute nicht mehr vorhanden, die Aussichtsplattform wurde aber mittlerweile wiederhergestellt.

Bis heute wird das Düsternbrooker Gehölz durch einen aus dem Jahr 1839 stammenden Altbuchenbestand und bis zu 50 Meter hohe eiszeitliche Moränenhänge geprägt. Als inaktives Ostseekliff prägt es mit seiner Waldkulisse die Stadtansicht Kiels ganz maßgeblich auch von der Seeseite aus.

Das Düsternbrooker Gehölz ist Bestandteil des 1980 ausgewiesenen Landschaftsschutzgebietes „Kieler Fördeumgebung, Stadtkreis Kiel, Landschaftsteil Forstbaumschule, Düsternbrooker Gehölz, Krusenkoppel“.

Freifläche an der Blücherbrücke title=
Foto: Betty Bogya

Am Ende der Lindenallee, die durch das Düsternbrooker Gehölz hinunter bis zur Förde führt, bietet eine kleine, vornehmlich aus Rasenflächen bestehende Parkanlage Möglichkeit zum Verweilen und Genießen des  Ausblicks auf die Kieler Förde.

Freifläche vor dem Landeshaus title=
Foto: Betty Bogya

Die Promenade begleitend verläuft zwischen Wasserschutzpolizei und Bernhard-Harms-Weg vor den Landesministerien eine Grünanlage mit Rasen, umgebenden Gehölzbeständen und attraktiven Verweilmöglichkeiten mit Aussicht auf die Segelschiffe an der Blücherbrücke.

 
Reventlouwiese mit Blick auf die Förde title=
Foto: Betty Bogya

In Verlängerung des Schwanenweges führt die zum Wasser hin abfallende Rasenfläche mit lockerem Baubestand zum Fördeufer. Sie ist damit Endpunkt des Grünzuges, der vom zentral gelegenen Schrevenpark über die Grüntangente Nord und den Pastor-Husfeldt-Park entlang des Alten Botanischen Gartens bis zur Kiellinie reicht.

Mit Anlage des südlichen Abschnittes der Kiellinie anlässlich der Segel-Olympiade 1972 wurden auch weitläufige Grünflächen, großenteils als Rasenflächen, entlang der Promenade angelegt, die in ihren nicht bebauten Bereichen Grünverbindungen bis hoch zum Düsternbrooker Weg bieten. Vor allem zur „Kieler Woche“ werden diese Freiflächen intensiv für verschiedenste Veranstaltungen und Angebote genutzt.

Holzbrücke im Alten Botanischen Garten title=
Foto: Betty Bogya

Ursprünglich als Landschaftspark nach englischem Vorbild geplant wurde das 2,5 Hektar große Gelände Ende des 19. Jahrhunderts zum Botanischen Garten der Kieler Universität umgestaltet. Er war damit bereits der vierte seit Gründung der Universität angelegte Botanische Garten in Kiel. Der alte Baumbestand blieb dabei größtenteils erhalten.

Als der Botanische Garten der Christian-Albrechts-Universität 1978 abermals in das damals neue Universitätsgelände an der Olshausenstraße verlegt wurde, nahm das Grünflächenamt der Landeshauptstadt Kiel den Alten Botanischen Garten in Pflege. Um die Stadt zu unterstützen hat sich 1980 unter der „Verein zur Erhaltung und Förderung des Alten Botanischen Gartens Kiel e. V.“ gegründet.

Trotz seiner geringen Größe gilt der Alte Botanische Garten als sehr vielseitig und ökologisch sehr wertvoll. Neben den vielen mehr als hundertjährigen Bäumen machen große Höhenunterschiede seinen besonderen Reiz aus. Auf dem höchsten Punkt bietet ein historischer Aussichtsturm einen schönen Blick auf die Kieler Förde und das gegenüberliegende Ufer.

Klein Elmeloo title=
Foto: Betty Bogya

Die bei der Neugestaltung des Kieler Schloßgartens ebenfalls neu gestaltete Grünfläche nördlich der Kunsthalle entlang des Düsternbrooker Weges verbindet die Fußwege des Schloßgartens mit dem Zugang zum Alten Botanischen Garten.

Kieler Schloßgarten title=
Foto: Betty Bogya

Der Kieler Schloßgarten wurde Ende des 16. Jahrhunderts als kleiner Renaissancegarten angelegt und ist damit Kiels älteste Parkanlage. Herzogin Friederike Amalie zu Gottorf ließ ihn 1695 zu einem prachtvollen Barockgarten ausbauen. Noch heute zeugen alte barocke Linden im Schloßgarten von dieser Zeit.

Nach seiner Blütezeit prägten den Garten wechselvolle Perioden der Zuwendung und Verwahrlosung. Mit der Aufklärung Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt der Hofgarteninspektor des Plöner Schlosses den Auftrag, den Kieler Schloßgarten in einen Englischen Landschaftsgarten umzugestalten, mit landschaftlich geschwungenen Wegen und lockeren Gehölzpflanzungen. Die Folgen der beiden Weltkriege und die anschließende Nutzung als Parkplatz nahmen der Parkanlage im 20. Jahrhundert erneut ihre Anmut.

Erst mit der umfassenden Neugestaltung in den Jahren 2006 bis 2012 durch das Grünflächenamt der Landeshauptstadt Kiel konnte die gartenkünstlerische Vielfalt des Schloßgartens zumindest in Teilen wieder hergestellt werden und zieht heute wieder viele Besucher*innen an.

 
Kartenausschnitt
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Geschichte

Seebadeanstalt
Seebadeanstalt Düsternbrook, 1892
1/10
Bellevue-Brücke um 1900
Bellevue-Brücke um 1900
2/10
Strandweg mit Kruppschem Logierhaus
Strandweg mit Kruppschen Logierhaus, später Institut für Weltwirtschaft, um 1910
3/10
Rohbau Institut für Meereskunde
Institut für Meereskunde, heute GEOMAR, im Bau - Juni 1970
4/10
Fußgängerbrücke über den Düsternbrooker Weg im Bau
Fußgängerbrücke über den Düsternbrooker Weg im Bau, April 1972
5/10
Besucher*innen sehen einer Seehundfütterung zu
Seehundbecken am Aquarium, 1972
6/10
Anleger mit Forschungsschiffen
Neue Anlegebrücke des Instituts für Meereskunde (heute GEOMAR), Januar 1976
7/10
Baustelle Spundwand
Bau der Kaimauer zur Verbreiterung der Uferpromenade, Mai 1980
8/10
Kaimauer mit unbefestigter Landfläche
Fertiggestellte Kaimauer im November 1980
9/10
Fertiggestellte Promenade neben unbefestigtem Fahrbereich
Fertiggestellte Promenade Höhe Lindenallee, Juli 1981
10/10

 

 

Daueraufgabe Ufersanierung

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ist es gelungen weite Bereiche entlang der Kieler Förde mit Promenaden auszustatten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese ermöglichen ungestörtes Flanieren und Verweilen, verbunden mit einer intensiven Wahrnehmung der Aktivitäten auf der Förde.

Die Uferkanten werden in der überwiegenden Mehrzahl durch Stahlspundwände gesichert. Insgesamt sind 5.900 Meter Uferwände auf Kieler Stadtgebiet zu überwachen, instand zu setzen und bei Baufälligkeit zu erneuern. Der gesamte Bestand der Ufereinfassungen wird sukzessive einer regelmäßigen Bauwerksprüfung unterzogen.

Entsprechend den Befunden werden anschließend Handlungskonzepte erarbeitet und Prioritäten gesetzt. Insgesamt ergibt sich nach aktuellem Stand bis zum Jahre 2030 ein Finanzbedarf von rund 35 Millionen Euro für Erneuerungsmaßnahmen der Ufereinfassungen.


Elf Sanierungsabschnitte

Die Kiellinie lässt sich in elf Sanierungsabschnitte unterschiedlicher Länge unterteilen. Drei Abschnitte sind in der Prioritätenliste der Erneuerungsmaßnahmen an vorderster Stelle. Dazu zählen das Berthold-Beitz-Ufer, der Bereich an der Landesregierung und der Abschnitt vom Anleger Bellevue bis zur Tirpitzmole.

Die Stadt führt seit 1995 fortlaufend Instandsetzungsarbeiten bis zur Grunderneuerung an der Kiellinie durch. Bei Grunderneuerungen kann dabei mit einer Nutzungsdauer von rund 70 Jahren gerechnet werden.

 

1980
Sporthafen Düsternbrook bis Anlegestelle Bellevue (Berthold-Beitz-Ufer), Abschnitt 10
Baujahr 1980, Erneuerung zur Zeit in der Planung

1971
Sporthafen Düsternbrook, Becken IV, Abschnitt 9
Baujahr 1971, Erneuerung 2007

1969
Reventlouwiese bis Bastion GEOMAR/Schwanenweg, Abschnitt 5
Baujahr 1969, Grundinstandsetzung 2004

1969
Bastion GEOMAR/Schwanenweg bis Sporthafen Seeburg, Abschnitt 6
Baujahr 1969, Grundinstandsetzung 2003

1965
Anleger Reventlou bis Reventlouwiese, Abschnitt 4
Baujahr 1965, Grundinstandsetzung 2000

1960/1995
Wasserschutzpolizei bis Anleger Reventlou (Landeshaus), Abschnitt 3
Baujahr 1960/1995, geplante Erneuerung ab 2021 in zwei Bauabschnitten

1959
Sporthafen Düsternbrook, Becken I inklusive Blücherbrücke, Abschnitt 1
Baujahr 1959, Grundinstandsetzung 2004/2005

1940
Blücherbrücke bis Wasserschutzpolizei, Abschnitt 2
Baujahr 1940, Grundinstandsetzung 1998

1926
Sporthafen Düsternbrook, Becken II und III, Abschnitt 8
Baujahr 1926, Erneuerung in zwei Bauabschnitten 2009 bis 2011

1926
Sporthafen Seeburg, Abschnitt 7
Baujahr 1910, Grundinstandsetzung 2006

1910
Anlegerbrücke Bellevue bis Tirpitzmole, Abschnitt 11
Baujahr 1910, Schwergewichtswand, Erneuerung mittelfristig


 
5.900

Meter Spundwand