Wir schwärmen... für die Kieler Innenstadt

Kleiner Kiel-Kanal

Der Kleine Kiel-Kanal ist – wie kaum ein anderes Vorhaben in Kiel – ein Projekt der Kielerinnen und Kieler. Die Idee, diese historische Wasserverbindung im Herzen der Stadt wieder herzustellen, war ein Vorschlag aus der Perspektivenwerkstatt Innenstadt 2008.

Nach dem Planungswettbewerb, in dem es um die konkrete Form und Gestaltung des Kleinen Kiel-Kanals ging, haben viele Kieler*innen in einem umfangreichen Beteiligungsprozess die Planungen verfeinert und neue Qualitäten hinzugefügt.

So geht es weiter am Kleinen Kiel-Kanal

Auf der bekanntesten Baustelle der Landeshauptstadt wird auch im heißen Rekordsommer intensiv gearbeitet. Obwohl statische Untersuchungen eine Anpassung der ursprünglichen Planung nötig gemacht haben, schreitet der Bau des Kleinen Kiel-Kanals sichtbar voran. Bis Ende 2019 soll die Wasserverbindung im Herzen der Kieler Innenstadt fertig sein.

Schon im Herbst haben Verkehrsteilnehmer*innen wieder vollständig freie Fahrt auf dem Straßenzug Rathausstraße/Martensdamm. Die Arbeiten auf dem Martensdamm und im Einmündungsbereich der Willestraße verlaufen planmäßig. Voraussichtlich am 15. August, wird die Asphalttragschicht in die Fahrbahn eingebaut. Anschließend werden die Bordsteine gesetzt, die Gehwege gepflastert und die Deckschicht aufgebracht.

Auch beim Kanalbecken am Berliner Platz geht es vorwärts: Seit Anfang August ist eine Bodenfräse im Einsatz, die in schmalen Gräben die Drainagestränge für die Grundwasserabsenkung in den Boden fräst. Über die Drainagestränge kann dann das Grundwasser in der Baugrube um circa 1,50 Meter abgesenkt und danach die Beckensohle eingebaut werden. Diese Arbeiten mussten um rund vier Wochen verschoben werden, da große Findlinge im Boden das Einfräsen unmöglich gemacht hatten. Diese Hindernisse wurden daher zunächst mit einem Bagger geborgen.

Nach dem Absenken des Grundwassers folgt der Erdaushub. Anschließend werden die Köpfe der Gründungspfähle gekappt und eine Filterschicht unterhalb der Sohle eingebaut. Danach werden die schräg liegende Sohle und die Wände aus Stahlbeton eingeschalt, bewehrt und betoniert.

Eine Überraschung und die Lösung

Plan mit eingezeichneten Treppen title=
Der angepasste Entwurf: Vor dem Ahlmannhaus gibt es zusätzliche Möglichkeiten, direkt am Wasser zu sitzen

Die Arbeiten am Wasserbecken zwischen Kehdenstraße und Holstenstraße hatten sich aufgrund einer überraschenden Entdeckung in Höhe des „Ahlmannhauses“ (Holstenbrücke 7) verzögert. Dort legten die Bauleute Fundamentreste eines nach dem Zweiten Weltkrieg abgetragenen Gebäudes frei. Dabei stellte sich heraus, dass einige der Gründungspfähle auf dem öffentlichen Grund unmittelbar vor dem Haus für die heutige Bebauung statisch bedeutend sind. Das Becken des Kleinen Kiel-Kanals kann daher an dieser Stelle nicht wie geplant eine Breite von zehn Metern haben, sondern muss um die Hälfte schmaler ausfallen.

Die Planung musste entsprechend angepasst werden. Nun ist in diesem Bereich eine Erweiterung der Promenade mit Sitzstufen herunter zum Wasser vorgesehen. Dem entsprechenden Änderungsantrag hat auch der Fördergeber, das Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein, bereits zugestimmt.

Das nun schmaler geplante Wasserbecken wird auf Pfähle gegründet, die durch die Kellersohle geführt werden. Die Baugrube wird dann – ausgehend von der Kehdenstraße – analog zum Vorgehen beim anderen Becken nach einer Grundwasserabsenkung ausgehoben.

Durch die Planungsänderung im Bereich „Ahlmannhaus“ und durch den Fund der großen Findlinge am Berliner Platz ist es beim Bau zu Verzögerungen gekommen. Das soll im Winterhalbjahr wieder aufgeholt werden, sodass der Kleine Kiel-Kanal wie geplant bis Ende des Jahres 2019 fertig wird.

 


Die nächsten Schritte

 

  • Anfang Januar – Ende März 2018
    Baufeldfreimachung Holstenbrücke, Kampfmitteluntersuchung und Herstellen der Baugruben
  • Ende März – Mitte Juni 2018 (Kieler Woche)
    Herstellen der Pfähle (Tiefgründung für die Wasserbecken)
  • Anfang März – Mitte Juni 2018
    Herstellen der Fahrbahn und der Nebenflächen Rathausstraße
  • Ende Juni – August 2018
    Baufeldfreimachung, Herstellen Baugrube und Herstellen Pfähle Baufeld Nord (Höhe Kehdenstraße), Vertiefen der Baugruben
  • Ende Juni – Dezember 2018
    Herstellen der Wasserbecken
  • Ende Juni – Dezember 2018
    Herstellen Fahrbahn und Nebenflächen Martensdamm
  • Anfang Januar – Dezember 2019
    Herstellen der Freianlagen und Verkehrsflächen Holstenbrücke, Beleuchtung, Wassertechnik


Bürgerbeteiligung mit mehr als 650 Beiträgen

Zahlreiche Kielerinnen und Kieler haben in einem umfangreichen Beteiligungsprozess ihre Ideen und Anregungen zum Kleinen Kiel-Kanal eingebracht. In vielen Verantstaltungen konnten am sechs Meter langen Zukunftsmodell neue Ideen eingefügt und Veränderungsvorschläge erörtert werden.

Planungsspaziergänge, Workshops und Diskussionsrunden haben sich ebenso Eigentümer, Investoren, Politiker, Anlieger sowie Schulklassen mit der Planung auseinandergesetzt. Mehr als 650 Beiträge sind eingegangen, die vom Büro luchterhandt, Hamburg zusammengestellt wurden.

Eine Dokumentation des Mitwirkungsprozesses (circa 7 MB) steht zum Herunterladen bereit.

Grüner, natürlicher & lebendiger

Die Ideen der Kielerinnen und Kieler reichten von der Auswahl der Pflanzen über Sport- und Spielmöglichkeiten bis hin zu einer naturnahen Gestaltung des Kleinen Kiel-Kanals.

Hier können Sie sich alle Vorschläge der Kielerinnen und Kieler herunterladen.

Teilweise wurden Ideen gezielt für bestimmte Orte entwickelt.

Alle Vorschläge mit einem örtlichen Bezug können Sie hier herunterladen.

 


Auswertung & Präsentation

Das Büro luchterhandt, Hamburg hat die Vorschläge sortiert und zusammen gefasst. Die Planer, das Landschaftsarchitekturbüro bgmr, Berlin, das Ingenieurbüro Obermeyer, Potsdam, die Masuch + Olbrich Ingenieurgesellschaft für das Bauwesen, Oststeinbek und die ifb Tragwerksplanung, zeigen in einer Präsentation, wie die eingebrachten Vorschläge in die Planung übertragen werden können.

Hier sehen Sie Ausschnitte der Präsentation mit Visualisierungen zu der Gestaltung der Stege, der Sitzmöglichkeiten, der Beleuchtung und wie Spiel und Spaß am Kleinen Kiel-Kanal ebenfalls möglich wären. 
 

Eindrücke
Visualisierung
So könnten die Stege am Kleinen Kiel-Kanal aussehen
1/4
Visualisierung
Gemütlich am Kleinen Kiel-Kanal Platz nehmen
2/4
Visualisierung
So könnte die Holstenbrücke bei Nacht aussehen
3/4
Visualisierung
Alle sollen in Zukunft Spaß & gute Laune am Kleinen Kiel-Kanal haben
4/4

 
Die komplette Präsentation der Planer mit allen Ideen der Kielerinnen und Kieler herunterladen
 


Chronik

Die Holstenbrücke wird voll gesperrt. Die Haupt-Baumaßnahme beginnt mit Kampfmitteluntersuchungen sowie Abbruch- und Kanalbauarbeiten.

Feier zum Baubeginn title=
Baubeginn im September 2017 mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Wolfgang Erichsen (Vorsitzender Forum Innenstadt), Doris Grondke (Stadtbaurätin), Norbert Scharbach (Abteilungsleiter Bauen und Wohnen im Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration) und Schachtmeister Hans Kochanowski

Die Abschlussveranstaltung fand am 10. Februar 2015 von 19 bis 21.45 Uhr im
Legienhof, Legienstraße 22, 24103 Kielstatt.

Die Ergebnisse des gesamten Beteiligungsprozesses wurden vorgestellt.

Zudem zeigen die Planer, das Landschaftsarchitekturbüro bgmr, Berlin, das Ingenieurbüro Obermeyer, Potsdam, die Masuch + Olbrich Ingenieurgesellschaft für das Bauwesen, Oststeinbek und die ifb Tragwerksplanung, wie die eingebrachten Vorschläge in die Planung übertragen werden können.

So war das Programm:

 

  • 19 Uhr
    Begrüßung und Einführung

    Dr. Ulf Kämpfer, Oberbürgermeister
  • 19.05 Uhr
    Die Kontinuität einer Idee - der Kleine Kiel-Kanal
    Peter Todeskino, Bürgermeister
  • 19.15 Uhr
    Bericht des Beteiligungsprozesses
    Daniel Luchterhandt, büro luchterhandt, Hamburg
  • 19.35 Uhr
    Vorstellung der Handlungsschwerpunkte

    Dr. Hüttmann, M + O Ingenieure, Oststeinbek
    Dirk Christiansen, bgmr, Berlin
  • 20.20 Uhr
    Diskussion

    Moderation: Daniel Luchterhandt, büro luchterhandt, Hamburg
  • 21.20 Uhr
    Schlusswort/Ausblick

    Peter Todeskino, Bürgermeister

 

  • Auftaktabend: Mitplanen
    Dienstag, 28. Oktober, 18.30 Uhr
    Rathaus, 2. Obergeschoss, Rotunde
    Sich über Planung und den Prozess informieren und mitreden. Am Zukunftsmodell eigene Ideen ausprobieren.
    Hier können Sie das Protokoll zur Auftaktveranstaltung herunterladen.
  • Einzelhändler und Gastronomen waren am 6. November zu einer geschlossenen Veranstaltung eingeladen.
  • Die Kieler Grünen luden zur Begehung am 14. November, 17 Uhr ein.
  • Das Modell auf dem Wochenmarkt Exerzierplatz am Samstag, 15. November
  • Mitwirkungstage
    Mittwoch, 26. November &
    Donnerstag, 27. November
    Ladenlokal im LEIK, Wall 6-8
    Diskussionen und Austausch am Zukunftsmodell, Spaziergänge in das Projektgebiet. Geplante Maßnahmen diskutieren, Veränderungen erörtern, eigene Ideen übermitteln.

    Auch Kinder und Jugendliche brachten ihre Ideen am Zukunftsmodell ein und besprachen die Pläne.
    Neben der Möglichkeit sich mit dem Modell zu beschäftigen, nahmen auch viele an den Spaziergängen in das Projektgebiet teil.
  • Die Mitglieder des Ortsbeirates Mitte informierten sich am 4. Dezember am Modell über den Stand der Planungen und die Beteiligung.
  • Ladenlokal im LEIK:
    Den Prozess am Modell verfolgen
    Wall 6-8

    Hier war am am großen Modell zu entdecken, wie der Bereich an der Holstenbrücke einmal aussehen könnte.

    Das Modell im Maßstab 1:100 hat stattliche Ausmaße: Es ist 6,30 Meter lang und 1,80 Meter breit.

    Vom 30. Oktober bis 13. Dezember war das Lokal geöffnet jeweils
    donnerstags & freitags 16 - 20 Uhr,
    samstags 9 - 13 Uhr (außer am 15. November;
    da ware das Modell auf dem Wochenmarkt Exerzierplatz zu finden.)

Im Dezember und Januar werden die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung ausgewertet und dem Planungsbüro zur Verfügung gestellt. Nach Abwägung arbeitet das Büro die Ergebnisse in den Entwurf ein.

Am 10. Februar um 19 Uhr ist eine öffentliche Abschlussveranstaltung geplant. Hier wird ein überarbeiteter Entwurf vorgestellt und die Begründungen für die Auswahl der eingebrachten Ideen werden dargelegt.

Anschließend befassen sich die städtischen Gremien mit der Beschlussvorlage zur Realisierung des Kanals.
 

Der Kleine Kiel-Kanal soll die Innenstadt der Landeshauptstadt aufwerten. Wie die Wasserfläche im Herzen der Stadt und die umgestaltete Holstenbrücke aussehen könnten, hat ein Planungswettbewerb gezeigt.

Sieben Arbeitsgemeinschaften aus Architekten, Stadtplanern und Wasserbauern hatten ihre Ideen für dieses besondere Projekt in der Kieler Innenstadt eingereicht.

Der Siegerentwurf stammt von der Arbeitsgemeinschaft Becker Giesecke Mohren Richard (Berlin) / yello z urbanism architecture (Berlin) / Ingenieurbüro Obermeyer (Potsdam).
 

Visualisierung
Visualisierung

Bürgermeister Peter Todeskino und der Wettbewerbsjury-Vorsitzende Wolfgang Kurz, ehemaliger Stadtplanungsamtsleiter in Leipzig, stellten die Ergebnisse am Mittwoch, 21. November 2012 im Anschluss an die Jurysitzung im Rathaus vor. Die drei preisgekrönten Entwürfe können sie hier aufrufen:

1. Preis: ARGE 5 Becker Giesecke Mohren Richard, yello z urbanism architecture, Ingenieurbüro Obermeyer
2. Preis: ARGE 3 Agence Ter GmbH, Melchor + Wittpohl Ingenieurgesellschaft
3. Preis: ARGE 8 Atelier LOIDL Landschaftsarchitekten, Reinhart + Partner Architekten und Stadtplaner, BPR Dr. Schäpertöns & Partner

Alle zum Wettbewerb eingereichten sieben Entwürfe waren von Mitte Dezember 2012 bis zum 7. Januar 2013 im Rathaus in einer Ausstellung zu sehen. Zur Ausstellungseröffnung gab es einen Bürgerinformationsabend am 12. Dezember im Ratssaal, bei dem über den Kanal, den Wettbewerb und die weiteren Planungen gesprochen wurde. Lesen Sie mehr in der Meldung.

Zustimmung zum Kleinen Kiel Kanal:
Der BDA Bund Deutscher Architekten und die SRL Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung haben in einem offenen Brief den Bau des Kleinen Kiel-Kanals begrüßt. Die Kieler Innenstadt bedarf auch nach der Eröffnung des Nordlicht-Einkaufscenters dringend weiterer positiver Impulse. Dafür ist der Kanal hervorragend geeignet.
 

Gemeinsam mit interessierten Privatpersonen und Verbänden hatte das Stadtplanungsamt das Rahmenkonzept „Perspektiven für die Kieler Innenstadt“ erarbeitet. Darin wurde unter anderem von Kieler Einwohnerinnen und Einwohnern eine offene Wasserverbindung zwischen dem Kleinen Kiel und dem Bootshafen vorgeschlagen.

Das Projekt hat stadtweite Bedeutung. Um die städtebaulichen, verkehrlichen und technischen Rahmenbedingungen für die Umgestaltung zu klären, war die Vorstudie Holstenbrücke Kiel vom Ingenieurbüro Obermeyer Planen + Beraten GmbH (Hamburg) in Zusammenarbeit mit den Freiraumplanern Bendfeldt, Herrmann, Francke (Kiel) und Schnittger Architekten (Kiel) erarbeitet worden.

Auf Grund der geringen Nachteile für den Verkehr und der erheblichen Steigerung der Aufenthaltsqualität empfahlen die Gutachter die Hauptvariante B. In dieser Variante erhält der öffentliche Nahverkehr eine eigene Fahrbahn in der Holstenbrücke, während der private PKW-Verkehr entfallen soll. Hierdurch kann ein Wasserbecken von rund zehn Meter Breite realisiert werden.

Die Verwaltung hat sich dieser Fachmeinung ungeteilt angeschlossen. Zur konkreten Ausgestaltung des Projektes hat das Wettbewerbsverfahren stattgefunden.
 

Auch interessant
Zum Herunterladen
Dokumentation Mitwirkungsprozess Kleiner Kiel-Kanal

Dokumentation Mitwirkungsprozess Kleiner Kiel-Kanal (7 MB)
 

Kontakt

Landeshauptstadt Kiel
Tiefbauamt

Andreas Lade

0431 901-4571