Rendsburger Landstraße
Bürger*innenbeteiligung

Der Abschnitt der Rendsburger Landstraße zwischen Waldwiesenkreisel und Wulfsbrook ist eine Fahrradstraße und liegt innerhalb einer Tempo-30-Zone. Die meisten Auto- und Radfahrer*innen biegen vom Waldwiesenkreisel in die Straße ein und verlassen sie am Knotenpunkt Rendsburger Landstraße Ecke Wulfsbrook.

Zwischen Rad- und Autofahrenden kommt es hier immer wieder zu Konflikten. Die Gründe: eine teilwese geringe Breite der Fahrbahn, zu hohes Fahrtempo und viel Durchgangsverkehr. Diese Verkehrssituation wirkt sich auch negativ auf die Anwohner*innen aus.

 

Hintergrund zum Prozess

Angeregt durch Bürger*innen hat sich der Ortsbeirat Hassee/Vieburg des Themas angenommen und einen Antrag an den Bauausschuss gestellt. Dieser hat folgendes beschlossen:

  • Während der Baustelle auf dem Theodor-Heuss-Ring, die voraussichtlich bis Oktober 2021 bestehen soll, wird an der Zufahrtsituation zur Rendsburger Landstraße nichts geändert 
  • Innerhalb dieser Zeit organisiert die Verwaltung ein Werkstatt- oder Workshop-Verfahren mit den Betroffenen (Gewerbetreibende, Anwohner*innen, Ortsbeirat, Fahrradforum). Dort sollen gemeinsam Maßnahmen erarbeitet und nach dem Ende der Baustelle umgesetzt werden. Die Maßnahmen sollen den Radverkehr stärken, ohne die Gewerbebetriebe dabei in ihrer Existenz zu gefährden
  • Die Ergebnisse sollen dem Bauausschuss Ende September vorgelegt werden, damit die erarbeiteten Veränderungen im Anschluss an die Bauarbeiten auf dem Theodor-Heuss-Ring umgesetzt werden können
Eine Fahrradstraße/Einbahnstraße mit parkenden Autos

Die vier Planungsvarianten

Karte mit den vier Planungsvarianten

 

Variante 1: Sperrung des Waldwiesenkreuzes Rendsburger Landstraße

Variante 2: Sperrung der Zufahrt vom Bypass (Zubringer vom Theodor-Heuss-Ring zu Rendsburger Landstraße)

Variante 3: Sperrung der Rendsburger Landstraße in der Mitte zwischen Danewerkstraße und Helgolandstraße

Variante 4: Ausfahrt aus der Rendsburger Landstraße nur noch in Richtung Winterbeker Weg


Ergebnisse der Veranstaltung

Ein Kartenausschnitt zeigt den hinteren Teil der Rendsburger Landstraße, über den nur noch in den Winterbeker Weg abgebogen werden kann
Kartenansicht der Variante 4

An der Veranstaltung nahmen 30 Anwohner*innen und anliegende Unternehmer*innen teil. Der überwiegende Großteil der Teilnehmenden sprach sich für die Variante vier aus, bei der die Ausfahrt aus der Rendsburger Landstraße nur noch in Richtung Winterbeker Weg möglich ist. 

Der Durchgangsverkehr vom Waldwiesenkreisel in Richtung Rendsburger Landstraße würde damit unterbunden werden, gleichzeitig würde sich an der Erreichbarkeit für die Anlieger*innen nichts ändern. Für die Helgolandstraße würde diese Variante nur geringfügig mehr Verkehr bedeuten. 

Wichtig: Die Abstimmung duch die Teilnehmenden zeigt nur ein Stimmungsbild, welche Variante für Radfahrende, Gewerbetreibende und Anwohner*innen am ehesten in Frage käme. Die Variante mit dem meisten Zuspruch wird - zusammen mit realisierbaren Anregungen - Ende September dem Bauausschuss vorgelegt. Dieser wird nach Fertigstellung der Arbeiten am Theodor-Heuss-Ring einen halbjährigen Verkehrsversuch anordnen. 

 

 


Die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen

In verschiedenen Gruppenräumen konnten die Teilnehmer*innen online Anmerkungen zu den Varianten und weitere Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation sammeln. Alle Ideen zu den Varianten sind für Sie unter diesem Text zusammengefasst. Viele Vorschläge sind aus rechtlichen Gründen oder aus Platzmangel in der Rendsburger Landstraße nicht realisierbar. 

 

Vorteile

  • intuitive Lösung
  • effektiv gegen Abkürzungs/-Durchgangsverkehr

Nachteile

  • Erreichbarkeit Handel
  • Erreichbarkeit Anwohner*innen
  • Begegnungsverkehr
  • noch gefährlicher für Radfahrende
  • Option "Anlieger*innen frei" rechtlich und praktisch nicht umsetzbar
  • schwierige Integration in Navigationssysteme

Vorteile:

 

  • gefährliche Engstelle der Fahrradstraße würde vom Durchgangsverkehr befreit werden, mehr Sicherheit für Radfahrer*innen

 

Nachteile:

 

  • Ausweichverkehr als Belastung für Anwohner*innen der Nebenstraßen
  • Nebenstraßen sind zu eng für Ausweichverkehr
  • Wende- und Rangiermöglichkeiten für Anwohnende jetzt schon begrenzt
  • erschwerte Einfahrt in die Rendsburger Landstraße auch für Radfahrende

 

Vorteile: 

 

  • Durchgangsverkehrproblem gelöst
  • Situation für Anwohner*innen und Radfahrende maßgeblich besser
  • Einbahnstraßenregelung kann erhalten bleiben
  • Alle kommen problemlos zu ihren Wohnungen
  • Gewerbe können problemlos beliefert/angefahren werden

 

Nachteile:

 

  • bräuchte vermutlich erstmal Zeit, damit sich alle Verkehrsteilnehmer*innen umstellen
  • Abbiegeverkehr: Kurve schwierig für Lkw? Eventuell doch Ausweichverkehr über Nebenstraßen?

 

 

  • fester Blitzer (Anmerkung Tiefbauamt: Quote der Zuschnellfahrenden nicht ausreichend für Installation eines Blitzers)
  • eine Lösung für die von Radfahrenden besonders gefährlich empfundene Engstelle zwischen Danewerkstraße und Helgolandstraße finden
  • kein Parkplatz darf wegfallen
  • Einfahrt vom Waldwiesenkreisel und Theodor-Heuss-Ring ausschließlich für Anlieger*innen (Anmerkung Tiefbauamt: Ist schlecht kontrollierbar und zeigt meist keine Wirkung)
  • Ausfahrt entweder komplett einspurig oder klar geregelt: rechte Sput nur Rechtsabbieger, linke Spur geraudeaus
  • eine Kombination aus Variant 3 und Variante 4
  • Schrittgewschindigkeit für Durchgangsverkehr? 
  • Schikanen an bestimmten Stellen (Anmerkung Tiefbauamt: Schikanen aufgrund der geringen Breite der Straße nicht vorgesehen)
  • Lkw außerhalb der Zulieferungszeiten nicht mehr zulassen 
  • Eine Fahrradumleitung ab Ecke Rendsburger Landstraße/Helgolandstraße zur Hamburger Chaussee
  • Eine Fahrradumleitung ab Ecke Rendsburger Landstraße/Danewerkstraße zur Hamburger Chaussee
  • Letzte Umleitungsmöglichkeit der Radfahrer*innen Ecke Rendsburger Landstraße/Waldwiesenstraße zur Hamburger Chaussee
  • Karpfenteich zur Spielstraße machen, um Durchfahrtsverkehr zu reduzieren
  • bei Variante 1 und 2 Anlieger*innen und Lieferverkehr frei
  • Setzen einer Schikane zu Beginn der Straße an der Einfahrt aus dem Waldwiesenkreisel (Anmerkung Tiefbauamt: Vorschlag wird geprüft)
  • Modalfilter zwischen Waldwiesenstraße und Schleswiger Straße
  • Tempolimit 20 km/h
  • Wenn es Variante 3 oder 4 werden sollten, sollte der hintere Teil der Karpfenstraße auch eine Einbahnstraße werden, um Ausweichverkehr zu verhindern

 

 


Das Meinungsbild unter den Teilnehmenden

In einem Abstimmungstool konnten die Workshopteilnehmenden sich dafür entescheiden, ob sie eine Variante für "sehr geeignet", "eher geeignet", "eher ungeeignet" oder "sehr ungeeignet" finden. Sie hatten auch die Möglichkeit, der Variante neutral gegenüberzustehen. Im folgenden sind "sehr geeignet" und "eher geeignet" als Zustimmung zusammengefasst - eine Ablehnung zeigt sich durch das Zusammenfassen von "eher uneeignet" und "sehr ungeeignet".

 

61

Prozent halten Variante 1 für ungeeignet

79

Prozent sprechen sich gegen die Variante 2 aus

Für nicht geeignet halten

65

Prozent die Variante 3

Variante 4 erhält eine Zustimmung von

73

Prozent

 

  • Variante 1 und 2 mit Einfahrt vom Waldwiesenkreisel und Theodor-Heuss-Ring nur für Anlieger*innen: abgelehnt mit 48 Prozent
  • bei Variante 4 Ausfahrt über rechte Spur nur für Rechtsabbieger, über linke Spur nur für geradeaus: von 35 Prozent Zustimmung
  • Kombination aus Variante 3 und 4: Ablehnung durch 69 Prozent
  • Schikanen einsetzen: Ablehnung von 52 Prozent (wegen geringer Farhbahnbreite nicht realisierbar)
  • Lkw außerhalb von Zulieferungszeiten nicht mehr zuslassen: Zustimmung von 55 Prozent< <
  • Schrittgeschwindigkeit von Waldwiesenkreisel bis Wulfsbrook: 45 Prozent Zustimmung
  • feste Blitzer: 42 Prozent Zustimmung (Quote der Zuschnellfahrenden nicht ausreichend)