Fragen & Antworten

Verkehrsänderung im Königsweg

Im Rahmen der Mobilitätswende in der Landeshauptstadt Kiel gab es eine Änderung bei der Verkehrsführung im Königsweg, um den Knotenpunkt Ringstraße/Königsweg zu beruhigen. Hier die wichtigsten Fragen mit Antworten.

Wie ist die Entscheidung zustande gekommen?

Die Initiative für diese neue Verkehrsführung ging vom Ortsbeirat Mitte aus. An der Ecke nordöstlicher Königsweg / Ringstraße musste wegen einer Baustelle die Verkehrsführung zumindest temporär geändert werden. Dabei war auffällig, dass die hierdurch hervorgerufenen verkehrlichen Auswirkungen eher unauffällig waren. Die Mitglieder des Ortsbeirats Mitte sahen darin die Chance, die provisorische Verkehrsführung zu einer dauerhaften zu machen.

Daraufhin haben Tiefbauamt und Bürger- und Ordnungsamt (Straßenverkehrsbehörde) gemeinsam mögliche Varianten entwickelt, die anschließend dem Ortsbeirat vorgestellt wurden. Der Ortsbeirat beschloss einstimmig, die nun realisierte Variante – auch in Kenntnis der leichten Verschlechterung der Kfz-Erreichbarkeit der Anliegenden im Königsweg. Sie führt zu einer maximalen Reduktion von Kfz-Schleichverkehren aus der Stadt in Richtung Hummelwiese.

Nachdem der Ortsbeirat sich also einstimmig für die nun umgesetzte Variante ausgesprochen hatte, brachte das Tiefbauamt eine entsprechende Beschlussvorlage in die zuständigen Selbstverwaltungsgremien – den Bauausschuss und den Innen- und Umweltausschuss.

Auch in diesen beiden Gremien fand die Beschlussvorlage einstimmig in allen politischen Fraktionen Zustimmung. Nachdem dann die Baustelle am Königswegs wieder freigegeben war, setzte das Tiefbauamt die Beschlüsse des Ortsbeirates und der Ausschüsse der Selbstverwaltung um.

Welche Varianten hat die Verwaltung erarbeitet?

Die Verwaltung hat drei Varianten erarbeitet, um den Beschluss des Ortsbeirates umzusetzen. Ziel alles drei Varianten war es, den Durchgangsverkehr von der Innenstadt stadtauswärts aus dem Königsweg zu drängen. Im Verlauf des Königswegs kam es vor allem stadtauswärts vor der Ringstraße und auch vor dem Zusammenschluss mit der Hopfenstraße zu längeren Staus. Auch für Radfahrer brachte das ehrbliche Behinderungen.

Variante 1 sah die Beschilderung des Königsweg ab Kirchhofallee bis zum St. Elisabeth-Krankenhaus als Sackgasse vor. Bei der Variante 2 ist die Einfahrt in den Königsweg in Richtung Süden ab Ringstraße für den Kfz-Verkehr gesperrt und bei der Variante 3 - die nun umgesetzte - ist zusätzlich die Einfahrt in Richtung Norden gesperrt. 

 

Königsweg Verkehrsplanung Variante 1
Königsweg Verkehrsplanung Variante 1
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Königsweg Verkehrsplanung Variante 2
Königsweg Verkehrsplanung Variante 2
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Königsweg Verkehrsplanung Variante 3
Königsweg Verkehrsplanung Variante 3
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Die Königsweg Verkehrsplanung Varianten im Vergleich
Die Varianten im Vergleich
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Welche Vorteile hat die neue Verkehrsführung?

Der Vorteil der ausgewählten Variante 3 gegenüber der anderen Varianten ist, dass der Durchgangsverkehr in Richtung Norden und Süden verringert wird und so der Radverkehr ohne größere Behinderungen durch den Kfz-Verkehr die Veloroute 12 in diesem Abschnitt nutzen kann.

Davon profitieren auch die Fußgänger*innen, da die Radfahrenden nun nicht mehr unerlaubterweise auf den Gehweg ausweichen, um an den sich aufstauenden Kfz vorbei zu fahren. Durch den Entfall des Rechtsabbiegers in der Ringstraße konnten zudem auch Kurzzeitparkplätze und Radabstellanlagen geschaffen werden, die dem ansässigen Gewerbe im Kreuzungsbereich dienen. 

Welche Nachteile bringt sie mit sich?

Ein Nachteil ist, dass die direkte Kfz-Erreichbarkeit des Königsweges und des dort ansässigen Gewerbes über die Ringstraße nicht mehr möglich ist. Dies führt dazu, dass Anlieger*innen aus den beiden Quartieren nördlich und südlich der Ringstraße nun über die parallel zum Königsweg verlaufenden Straßen hineinfahren müssen. Davon sind auch zwei Fahrradstraßen, die Kirchhofallee im Norden und der Papenkamp im Süden, betroffen.

Die offizielle Verkehrsführung in den Königsweg verläuft über die als Kreisstraße klassifizierte Hopfenstraße und den dortigen Stichstraßen. Das Argument, dass durch die umwegige Verkehrsführung die Strecke für den Kfz-Verkehr länger wird und somit der Schadstoffausstoß höher wird, ist zwar für jedes einzelne Kfz richtig. In der Summe gilt es aber auch den Umstieg von Autofahren auf das Fahrrad in der CO2-Bilanz zu berücksichtigen. 

Wie geht es jetzt weiter?

Die Mobilitätswende in Kiel ist nicht nur gewollt, sondern für unsere Umwelt und unser Klima dringend erforderlich. Wenn der Status Quo verändert wird, gibt es oft Interessenkonflikte. Die Verwaltung will hier künftig alle von einer Maßnahme Betroffenen besser informieren und einbinden. Ein entsprechendes Kommunikationskonzept wird erarbeitet.

Wie bei anderen vergleichbaren Maßnahmen auch wird die neue Situation und das neue Verkehrsverhalten beobachtet und evaluiert. Bei Bedarf wird nachgebessert. So können zum Beispiel zusätzliche Hinweisschilder aufgestellt werden. Die Diskussion wird darüber hinaus im Ortsbeirat fortgeführt.