Wohnberechtigungsschein

Die mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung geförderten Wohnungen (sog. Sozialwohnungen) unterliegen Belegungs- und Mietpreisbindungen. Das bedeutet, dass die Eigentümerin bzw. der Eigentümer die Wohnungen lediglich an Haushalte vermieten darf, die einen entsprechenden Wohnberechtigungsschein haben. Daneben darf die Wohnung eine bestimmte Miethöhe nicht übersteigen. Die Miete liegt meist niedriger als die anderer Wohnungen.

Welche Haushalte können einen Wohnberechtigungsschein für eine Sozialwohnung erhalten?

Ein Wohnberechtigungsschein kann ausgestellt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Der Antragsteller bzw. die Antragstellerin muss mit seinen bzw. ihren Haushaltsangehörigen einen Haushalt nach § 8 Abs. 5 SHWoFG bilden und es muss die für diesen Haushalt geltende Einkommensgrenze eingehalten werden. Die Prüfung des Einkommens erfolgt bei der Behörde, bei der der Antrag auf einen Wohnberechtigungsschein gestellt wird.

Außerdem ist die Größe einer Wohnung, die bezogen werden darf, in der Regel abhängig von der Größe des Haushaltes (angemessene Wohnungsgröße).

Es gibt folgende Wohnflächengrenzen:

Haushalte

Wohnfläche

Zahl der Wohnräume

Alleinstehende

bis zu 50 m²

 

mit zwei Personen

bis zu 60 m²              oder

zwei Räume

mit drei Personen

bis zu 75 m²              oder

drei Räume

mit vier Personen

bis zu 85 m²              oder

vier Räume

Für jede weitere zum Haushalt gehörige Person erhöht sich die angemessene Wohnungsgröße um einen Raum oder 10 m² Wohnfläche.

Die Inhaber eines Wohnberechtigungsscheins gehören zu dem Kreis der Personen, der Sozialwohnungen mieten darf. Sie erhalten mit dem Wohnberechtigungsschein aber nicht automatisch eine Sozialwohnung, sondern müssen sich die Sozialwohnung selbst suchen.

 

Hinweis

Folgende gültige Leistungsbescheide können einen Wohnberechtigungsschein ersetzen, sofern der im Leistungsbescheid aufgeführte Haushalt unverändert bleibt und die Wohnungsgröße angemessen ist:

  • ein Leistungsbescheid für Unterkunft und Heizung nach dem Sozialgesetzbuch II und XII
  • ein Wohngeldbescheid nach dem Wohngeldgesetz

 

Welche Unterlagen brauche ich?

  • Personalausweis oder Reisepass
    (ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger müssen zusätzlich Ihren Aufenthaltsstatus nachweisen (Aufenthaltstitel/Aufenthaltserlaubnis),
  • Einkommensnachweise des Antragstellers/der Antragstellerin und seiner/ihrer Haushaltsangehörigen,
  • gegebenenfalls Geburtsurkunde(n) des/r Kindes/r,
  • gegebenenfalls Schwerbehindertenausweis oder Nachweis über eine Zuordnung mindestens zur Pflegestufe I,
  • gegebenenfalls Heiratsurkunde (sofern beide Ehepartner unter 40 Jahre alt sind und noch keine fünf Jahre verheiratet sind),
  • gegebenenfalls Mutterpass/ärztliches Zeugnis über eine Schwangerschaft,
  • gegebenenfalls aktuelle Studienbescheinigung,
  • gegebenenfalls Schulbescheinigung (für Schülerinnen oder Schüler außerhalb der allgemeinen Schulpflicht).

Welche Fristen muss ich beachten?

  • Keine Beantragungsfristen.
  • Die Geltungsdauer eines Wohnberechtigungsscheines beträgt 2 Jahre.

Kosten & Gebühren

Keine

An wen kann ich mich wenden?

An Ihre Gemeinde-, Amts- oder Stadtverwaltung (Wohnungsamt, Wohngeldbehörde).

Hinweise für Kiel:

Sie suchen eine Wohnung in Kiel? 

Die Landeshauptstadt Kiel unterstützt Wohnungssuchende bei der Suche nach einer Wohnung. Die Kommunale Wohnungsvermittlung stellt Wohnberechtigungsscheine aus, die für den Bezug einer geförderten Wohnung benötigt werden. Sie ist Ihnen auch bei der Suche nach einer entsprechenden Wohnung behilflich. Die Stadt hat bei verschiedenen Vermietern Benennungsrechte. Die Kommunale Wohnungsvermittlung vermittelt Wohnungen innerhalb des Stadtgebietes Kiel. Die Vermittlung einer Wohnung erfolgt nach sozialer Dringlichkeit. Voraussetzung ist ein Vermittlungsantrag. Das Einkommen wird geprüft wie für die Ausstellung eines Wohnberechtigungsscheines.

Für den Wohnberechtigungsschein und die Vermittlung einer Wohnung gibt es in Kiel einen gemeinsamen Antrag, den Sie online ausfüllen und ausdrucken können.

Wenn Sie nur einen Wohnberechtigungsschein beantragen wollen, füllen Sie nur die erste Seite aus und reichen den Antrag bei Ihrer Wohnortgemeinde ein.

In der Landeshauptstadt sind folgende Stellen zuständig:

Rechtsgrundlage

§ 8 Gesetz über die Wohnraumförderung in Schleswig-Holstein (Schleswig-Holsteinisches Wohnraumförderungsgesetz - SHWoFG).

§ 8 SHWoFG

Zum Herunterladen
Zuständige Stellen
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