Ausstellungs­programm 2024

Im Ausstellungsjahr 2024 zeigt die Stadtgalerie Kiel in vier großen Wechselausstellungen aktuelle Malerei in Deutschland, junge italienische Kunst, internationale Kunst mit Verbindung zu (lokalen) Gewässern und ihrer Biodiversität und eine Ausstellung mit Blick auf den architektonischen Raum der Stadtgalerie Kiel sowie deren künstlerische Praxis.

Frühere Ausstellungen finden Sie in unserem Archiv.

 
 

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Andreas-Gayk-Straße 31, 24103 Kiel

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16. März - 26. Mai 2024
Bild: Oska Gutheil, Hot Thoughts, 2023, Öl auf Leinwand, 180 x 180 cm, Courtesy the artist und Galerie Russi Klenner, Berlin, Foto: Matthias Kolb, Berlin
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Bild: Clemens Tremmel, Fjorder, 2023, Öl auf Aluminium, 180 x 250 cm, Courtesy REITER Galleries and the artist, Foto: Clemens Tremmel, Leipzig
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Bild: Annedore Dietze, Everything counts, 2021, Mischtechnik auf Leinwand, 200 x 170 cm, Courtesy the artist, Foto: Holger Dietze, Berlin
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Dissonance - Platform Germany (2)

16. März – 26. Mai 2024

 

Ausgangspunkt für die Ausstellung Dissonance – Platform Germany (2) ist eine gleichlautende Publikation, die Positionen aktueller Malerei vorstellt. Zusammengestellt von den Kuratoren Christoph Tannert und Mark Gisbourne eröffnet diese einen Überblick über unterschiedliche künstlerische Ansätze und Strategien, die sich in den vergangenen drei Dekaden in Deutschland herausgebildet haben. Ausgewählt wurden internationale Künstler*innen, die nach 1972 geboren wurden und in Deutschland leben und arbeiten.

Grundlegend kann gesagt werden, dass der seit der Nachkriegszeit verhandelte Antagonismus zwischen Abstraktion und Figuration in der Malerei spätestens seit dem Umbruch 1989 bis zum heutigen Zeitpunkt einer extremen Pluralität an Formulierungen und Themen gewichen ist. Es ist weniger ein typisierendes Denken, das Einordnungen in verschiedenste Stile und Schulen vornimmt. Vielmehr zeichnet sich das heutige Feld der erweiterten Malerei durch Heterogenität und Behauptung von Selbst und Identität aus. Parallel dazu bilden sich in der gesellschaftlichen Realität vielfältige Veränderungen hin zu einer Kultur des Postmigrantischen aus. Dissonance – Platform Germany (2) zeichnet die Momente des Übergangs nach, in denen sich mehrere Kognitionen, die scheinbar nicht miteinander vereinbar sind, zu harmonisieren beginnen.

Nach ihrer Station in der Stadtgalerie Kiel wird die von Christoph Tannert (künstlerischer Leiter des Künstlerhauses Bethanien, Berlin) kuratierte Ausstellung im Nationalmuseum Bukarest zu sehen sein.

Künstler*innen: Aline Alagem, Emmanuel Bornstein, Söntke Campen, Nicolae Comanescu, Ivana de Vivanco, Annedore Dietze, Zohar Fraiman, Rao Fu, Falk Gernegroß, Oska Gutheil, Simone Haack, Roey Victoria Heifetz, Julius Hofmann, Franziska Holstein, Sebastian Hosu, Małgosia Jankowska, Hortensia Mi Kafchin, Aneta Kajzer, Kanta Kimura, Pia Krajewski, Clemens Krauss, Tegene Kunbi, Jeewi Lee, Inna Levinson, Katsuhiko Matsubara, Monika Michalko, Kazuki Nakahara, Irina Ojovan, Justine Otto, Grit Richter, Tanja Rochelmeyer, Dennis Rudolph, René Schoemakers, Sebastian Schrader, Gustav Sonntag, Aiko Tezuka, Ulrike Theusner, Christian Thoelke, Clemens Tremmel, Angelika J.Trojnarski, Ruprecht von Kaufmann, Paul Wesenberg, Sahar Zukerman

Bildmaterial:

  1. Oska Gutheil, Hot Thoughts, 2023, Öl auf Leinwand
  2. Clemens Tremmel, Fjorder, 2023, Öl auf Aluminium
  3. Annedore Dietze, Everything counts, 2021, Mischtechnik auf Leinwand

 

15. Juni - 1. September 2024
Bild: Teresa Giannico, On feelings, 2023, Druck auf Baumwollpapier, Farbmusterrahmen
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Abbildung: Beatrice Taponecco, Letto di Foglie, 2023, weißer Marmor
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Bild: Debora Garritani, Wunderkammer # 11, 2019, Giclée-Druck auf Baumwollpapier
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X. Premio Fondazione VAF - Aktuelle Positionen italienischer Kunst

15. Juni – 1. September 2024

 

Der 2003 zur Förderung junger italienischer Künstler*innen ins Leben gerufene Kunstpreis Premio Fondazione VAF wird alle zwei Jahre von der VAF-Stiftung (das Akronym VAF bezieht sich auf die Anfangsbuchstaben des Gründers Volker Feierabend und seiner italienischen Frau Aurora) ausgelobt. Ziel ist es, »innovative Positionen aktueller italienischer Kunst zu fördern und in Deutschland durch Verleihung eines Preises, durch Ausstellungen und Publikationen zu vermitteln«.

Gemäß der Satzung der VAF-Stiftung wird die Wettbewerbsausstellung in einer Kunstinstitution in Italien und Deutschland gezeigt. Für die zehnte Ausgabe wurden 13 Künstler*innen durch das Stiftungskuratorium zur Teilnahme eingeladen. Ausgehend von den Arbeiten, die von den Künstler*innen für die Präsentation ausgewählt wurden, werden der Hauptpreis und zwei Anerkennungspreise vergeben.

Seit der letzten Ausgabe des Preises vergibt die VAF-Stiftung neben dem Preis für junge Künstler*innen auch eine Art Ehrenpreis an eine*n Künstler*in, der*die in der umfangreichen italienischen Kunstsammlung der Stiftung dokumentiert ist. In diesem Jahr wird neben den jungen Wettbewerbsteilnehmer*innen der bekannte Künstler, Architekt und Designer Marcello Morandini, einer der wichtigsten Vertreter der Konkreten Kunst in Europa, in der Ausstellung vertreten sein.

Zu der Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog (dt. /it.).

Künstler*innen: Adriano Annino, Antonio Barbieri, Chiara Calore, Valentina Diena, Roberto Fanari, Debora Garritani, Teresa Giannico, Jacopo Ginnaneschi, Monica Mazzone, Alessandro Nanni, Davide Quartucci, Michele Tajariol, Beatrice Taponecco und Marcello Morandini. 

Bildmaterial:

  1. Teresa Giannico, On feelings, 2023, Druck auf Baumwollpapier, Farbmusterrahmen
  2. Beatrice Taponecco, Letto di Foglie, 2023,  weißer Marmor
  3. Debora Garritani, Wunderkammer # 11, 2019, Giclée-Druck auf Baumwollpapier

 

14. September - 17. November 2024
Bild: Raul Walch, Semaphores (Geneva), 2023, Fine Art Print auf Hahnemühle PhotoRag Ultrasmooth
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Bild: Seba Calfuqueo, TRAY TRAY KO (BIG WATERFALL), 2022, Videostandbild, Foto: Sebastián Melo
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Bild: Som Supaparinya, Two Sides of the Moon, 2021, Videostandbild
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Kiel (re)connecting.earth Beyond Water

14. September – 17. November 2024

 

(re)connecting earth ist ein nomadisches Ausstellungsprojekt, versteht sich aber auch als Vermittlungsprogramm an der Schnittstelle künstlerischer, kuratorischer und wissenschaftlicher Praxis. Jede Ausstellung wird für sich als Plattform interdisziplinärer Kooperationen und Ausgangspunkt für einen Austausch zu ökologischen Themen zwischen Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Studierenden, Schüler*innen, Einwohner*innen, Verbänden, Organisationen, Initiativen und lokalen Institutionen konzipiert. Das Projekt (re)connecting.earth wird vom Schweizer Verein art-werk initiiert und von Bernard Vienat kuratiert.

Als jüngstes Projekt fand zuletzt im September 2023 unter dem Titel Beyond Water die zweite Biennale für Kunst und Stadtnatur in Genf statt; 32 internationale Künstler*innen nahmen teil. Die Austragungsorte verteilten sich rund um den Genfer See. Die nächste Station von (re)connecting.earth ist Kiel. Dieses Jahr, ebenfalls im September, werden künstlerische Werke und Projekte, vorwiegend im öffentlichen Raum und unter freiem Himmel in der Innenstadt und an der Förde sowie ein einmonatiges Programm mit Veranstaltungen und Workshops in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt realisiert. 

(re)connecting.earth ist als lokaler und internationaler Prozess angelegt: Diskurs und künstlerische Arbeiten werden weitergeführt, zirkulieren im Sinne der Nachhaltigkeit von einer Auflage zur nächsten, von Stadt zu Stadt, um in verschiedene Kontexte eintreten zu können. Wie ein Jahr zuvor in der Schweiz steht auch in Kiel die eigene Verbindung mit (lokalen) Gewässern und ihrer Biodiversität im Zentrum. Titel, Thema und eine Auswahl künstlerischer Positionen der Genfer Biennale bilden entsprechend die Grundlage einer Gruppenausstellung, die im Rahmen von Kiel (re)connecting.earth in der Stadtgalerie Kiel zu sehen sein wird.

Bildmaterial:

  1. Raul Walch, Semaphores (Geneva), 2023, Fine Art Print auf Hahnemühle PhotoRag Ultrasmooth
  2. Seba Calfuqueo, TRAY TRAY KO (BIG WATERFALL), 2022, Videostandbild,  Foto: Sebastián Melo
  3. Som Supaparinya, Two Sides of the Moon, 2021, Videostandbild

 

7. Dezember 2024 - Februar 2025
Bild: Andreas Peiffer und Midori Yamamoto, Decamerone, 2022, Installation, Performance, St Jakobi Hauptkirche, Hamburg, Foto: Lucia Bartel
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Bild: Andreas Peiffer und Midori Yamamoto, Decamerone, 2022, Installation, Performance, St Jakobi Hauptkirche, Hamburg, Foto: Lucia Bartel
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Bild: ehem. Hauptpost/Stadtgalerie Kiel, 1999, Foto: Helmut Kunde, Strande
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Ein Funke im System - Revision, Perturbation, Selbstdekonstruktion

7. Dezember 2024 – Februar 2025

 

Was in einem Museum für zeitgenössische Kunst oder konkret in der Stadtgalerie Kiel gezeigt wird, welche Themen verhandelt werden, was in den Ausstellungsraum passt und was nicht, ist eine zentrale Frage. Die Auswahl ist Teil eines dynamischen Systems und komplexen Netzwerks von Beziehungen und Kommunikation – nicht unbedingt komplizierter als die Frage, was in den Verkaufsraum eines Supermarktes gehört oder wie ein Büro für Sportwetten funktioniert, aber anders. 

Von diesem individuellen, spezifischen Bündel von Merkmalen und Beziehungen hängt nicht nur das sichtbare Ergebnis, die Ausstellung, ab, sondern macht, bei allen denkbar möglichen Schnittstellen, auch den identitätsstiftenden Unterschied zu benachbarten dynamischen Systemen aus: zum Supermarkt, zum Kino, zur Oper, zum Jugendtreff, zum Museum für Stadtgeschichte, zur kommunalen Galerie einer anderen Stadt, zur Hauptpost etc.

Jede der Wechselausstellungen spiegelt seit 1988, ohne dies zu thematisieren, in ihrem Kern die Identität der Stadtgalerie Kiel wider und lotet den Spielraum neu aus – sozusagen unbewusst. Bewusste Reflektion und Prüfung von Merkmalen und Bedingungen, die aktive systemgerechte Störung, Zerlegung, Analyse und Sichtbarmachung von Routinen und Potenzial (Revision, Perturbation und Selbstdekonstruktion) finden nicht alltäglich statt. Sie bedürfen oft ihrerseits eines außergewöhnlichen Anstoßes. 

Vor genau 25 Jahren ist der Ausstellungsraum der Stadtgalerie Kiel aus einem Umbau der ehemaligen Hauptpost hervorgegangen. Jubiläum und Architektur bieten Anlass und Ausgangspunkt einer prozessualen Ausstellungssituation, deren Akteur*innen in unterschiedlichen Disziplinen (bildende Kunst, Tanz, Performance, Musik, Komposition, Film, Literatur etc.) revisionistische, perturbative und dekonstruktive Strategien verfolgen.

Bildmaterial:

  1. Andreas Peiffer und Midori Yamamoto, Decamerone, 2022, Installation, Performance, St Jakobi Hauptkirche, Hamburg, Foto: Lucia Bartel
  2. Andreas Peiffer und Midori Yamamoto, Decamerone, 2022, Installation, Performance, St Jakobi Hauptkirche, Hamburg, Foto: Lucia Bartel
  3. ehem. Hauptpost/Stadtgalerie Kiel, 1999, Foto: Helmut Kunde, Strande

 
 
 

Ausstellungsarchiv

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  • 9. Dezember 2023 - 25. Februar 2024 Gottfried Brockmann Preis 2023

    (Ausstellungseröffnung am 8. Dezember, um 19 Uhr)

    Seit 1985 wird alle zwei Jahre der Gottfried Brockmann Preis der Landeshauptstadt Kiel durch die Ratsversammlung verliehen. Diese mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung ist der einzige Kunstpreis der Stadt und dient der Förderung junger Kieler Künstler*innen, die das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und, wie es die Vergaberichtlinien formulieren, »für die Zukunft eine aussichtsreiche Entwicklung erwarten lassen«.

    Der Preis ist nach dem Maler, ehemaligen Kieler Kulturreferenten und Professor der Muthesius-Werkschule Gottfried Brockmann (1903-1983) benannt. Die Ausstellung zum Gottfried Brockmann Preis zeigt aktuelle Arbeiten des*der Preisträger*in.

    Zusätzlich wählt die überregional besetzte Jury weitere Künstler*innen aus dem Wettbewerb aus, die ihre Werke in den Räumen der Stadtgalerie Kiel präsentieren. Somit stellt die Ausstellung zum Gottfried Brockmann Preis in einem biennalen Rhythmus junge, herausragende Positionen des künstlerischen Kieler "Nachwuchses" vor.

    Bisherige Preisträger*innen: Nikolai Renée Goldmann (2021), Hannah Bohnen (2019), Anne Steinhagen (2017), Constanze Vogt (2015), Benjamin Mastaglio (2013), Samuel Seger (2011), Hendrik Lörper (2009), Katrin Pieczonka (2007), Nina Heinzel (2005), Johanna Domke (2003), Matthias Meyer (2001), Kai Zimmer (1999), Miron Schmückle (1997), Hansjörg Schneider und Claudia Sweekhorst (1995), Ilka Kollath (1993), Julia Bornefeld (1991), Carsten Höller und Thomas Karp (1989), Johannes Michler (1987), Rainer Grodnick (1985).


  • 16. September 2023 - 26. November 2023 Bilderkammer. Eine Schenkung von Ulrich Bischoff

    2022 erhielt die Stadtgalerie Kiel mit der »Bilderkammer« ein umfangreiches Konvolut an grafischen Arbeiten als Schenkung von Prof. Dr. Ulrich Bischoff. Das Konvolut beinhaltet 120 Arbeiten von unterschiedlichen Künstler*innen. Analog zu den Sammlungsschwerpunkten der Stadtgalerie Kiel umfasst die Liste Künstler*innen aus Kiel, Schleswig-Holstein und dem Ostseeraum sowie herausragende Positionen deutscher Gegenwartskunst. Im Rahmen einer Studioausstellung wird ein Großteil dieser Positionen präsentiert. Prof. Dr. Ulrich Bischoff war von 1994 bis 2013 Direktor der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.


  • 16. September 2023 - 26. November 2023 From Texture to Temptation

    From Texture to Temptation A Journey into Surface Abstraction and Ornament Silke Radenhausen - Hannah Bohnen - Lucia Bachner

    Seit 1977 arbeitet Silke Radenhausen auf vielschichtigen Ebenen mit unterschiedlichsten Stoffen. Ausgangspunkt war die Auseinandersetzung mit geerbten Tüchern.

    In der Ausstellung wird Silke Radenhausens als entscheidende feministische Position der Kieler Kunstszene mit Arbeiten einer jüngeren Künster*innengeneration in einen neuen Kontext gestellt. So bilden neuer Arbeiten von Hannah Bohnen einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung. Hannah Bohnen hat in Kiel an der Muthesius Kunsthochschule und in Berlin an der Kunsthochschule Weißensee studiert. 2019 erhielt sie den Gottfried Brockmann Preis der Landeshauptstadt Kiel. Ihre Arbeiten zeigen einen reflektierten Umgang mit unterschiedlichen Referenzen der Geschichte der Skulptur und Bildhauerei. Ähnlich der künstlerischen Praxis von Silke Radenhausen nutzt sie ebenfalls das singuläre Objekt, die Oberfläche, das Material oder den Herstellungsprozess der jeweiligen Arbeiten für ihre Forschungen nach Fragen individueller Formsprache, Automatisierung und Stereotypisierung und verbindet diese mit kunstimmanenten Untersuchungen von Oberflächen.

    Ergänzt werden diese beiden Positionen durch keramische Setzungen von Lucia Bachner. Lucia Bachner hat in Hamburg an der HfbK studiert und untersucht in ihren skulpturalen Arbeiten räumliche Strukturen und daran gekoppelte gesellschaftliche und ökonomische Systeme. Ihre Porzellanwandbilder basieren auf Farb- und Formstudien und spiegeln imaginierte Orte und Charaktere wieder. Begrifflichkeiten des Fragmentarischen und der Spur werden mit persönlich Erlebtem und individueller Erinnerung verbunden.

    Alle drei Künstlerinnen setzen sich in ihren Werken mit den kunstimmanenten Termini der Oberfläche, der Abstraktion und dem Ornamentalen auseinander. Ausgehend von der jeweiligen Materialität und Textur gelingt es ihnen auf ganz unterschiedliche Weise, die daran geknüpften Diskurse auf andere Lebenswirklichkeiten zu erweitern und auf die körperliche und künstlerische Geste in ihren unterschiedlichsten Formen zu beziehen: From Texture to Temptation.


  • 16. September 2023 - 26. November 2023 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel

    Jakob Spengemann

    Planet Waves, Jim Dunlop U.S.A., Ibanez Thin Japan, Herdim Germany, Sharkfin Sweden, Pyramid, Firestone, Gravity Striker, Fender Heavy, Ortega Soft, Herco Flex, Pickboy Genjine Bone Handmade, Kiwaya, Kasho, National M, Blue Chip, Adamas, Everlast Ernie Ball...

    »White road case (26 x 22 x 26"). With "Grateful Dead Kidd" stenciled on the sides, a Steal Your Face decal, a letter "K" decal, a few cigarette burns on the top; as toured. A much traveled road case, with numerous pieces of Dead ephemera... While they didn?t produce the sounds that made the Dead famous worldwide, they were what allowed them to happen. An indispensable piece of touring equipment, and a silent witness (of) the band?s storied career.«

    In seiner Installation "Planet Waves, Jim Dunlop U.S.A., Ibanez Thin Japan, Herdim Germany, Sharkfin Sweden, Pyramid, Firestone, Gravity Striker, Fender Heavy, Ortega Soft, Herco Flex, Pickboy Genjine Bone Handmade, Kiwaya, Kasho, National M, Blue Chip, Adamas, Everlast Ernie Ball..." widmet sich Jakob Spengemann dem emblematischen Charakter zweier Hilfsmittel aus der Musikkultur. Spengemanns Blick richtet sich dabei auf Objekte, die sich zwischen Vorder- und Hinterbühne bewegen, die zwischen den Musiker*innen und ihrem Instrument gehalten werden. Der Anfang eines Konzerts, das beiläufig gehörte Stück eines Straßenmusikers, die Handyaufnahme einer Gitarrenmelodie - Fragmente verschiedener akustischer Erinnerungen werden mit dem Eigengeräusch der ausgestellten Objekte verwoben und resultieren in einem Feedback, das in den Ausstellungsraum hineinhallt.

    Betrachtet man Musik als ein weiteres Echo, welches wir in die Welt setzen, so tragen diese vermeintlich stummen Begleiter einen wesentlichen Faktor dazu bei, was wir als Resonanz zu hören bekommen. Ob es die, als Titel dienende Auflistung verschiedener Plektren Hersteller sind, oder die visuellen Spuren auf den sog. Roadcases, Formsprache und Branding zeichnen eine musikalische Diversität ab. Sie deuten auf ein Umfeld hinter dem Sound hin, durch das wir Musik überhaupt erst wahrnehmen.

    Abb: Jakob Spengemann - Conrad Hübbe. Hochschule für Bildende Künste Hamburg, 2022


  • 10. Juni 2023 - 27. August 2023 Filip Markiewicz Liquid Poem

    In seinen installativen Arbeiten und Projekten verbindet und kombiniert Filip Markiewicz Bildende Kunst, Musik und Theater. Malerei und Zeichnung, 3D-Druck, klassische Skulptur und digitale Animation, Musik, Film und Theater beziehen sich aufeinander, generieren sich wechselseitig aus sich heraus, um in einer Gesamtinszenierung die Grenzen von Original und Reproduktion, Transformation und Ursprung, Realität und Fake zu verflüssigen. Ein post- popkulturelles Spiel mit Bildern und Visualitäten, das unsere aktuelle Gegenwart samt ihrer kulturellen und politischen Entwürfe und Narrative spiegelt.

    Die ästhetische Verschmelzung von Hoch- und Popkultur in den unterschiedlichen Medien versteht Markiewicz als kohärente Antwort auf die Komplexität und Widersprüchlichkeit unserer heutigen hyper-mediatisierten Welt, in der sich Fakten und Fiktionen in einem permanenten Transformationsprozess befinden. Filip Markiewicz wurde 1980 in Luxemburg als Sohn polnischer Auswander*innen geboren und hat bis 2006 in Straßburg Kunst studiert. 2015 vertrat er Luxemburg auf der Biennale von Venedig und 2018 war eine Video-Installation Teil der Ausstellung "2018 - Are you satisfied?? Aktuelle Kunst und Revolution" in der Stadtgalerie Kiel. Die Ausstellung "Filip Markiewicz. Liquid Poem" in der Stadtgalerie Kiel ist eine Weiterentwicklung seines Projektes "Ultrasocial Pop", das zuletzt in Berlin und Kaunas (Litauen) zu sehen war.


  • 10. Juni 2023 - 27. August 2023 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel

    Desasosiego / Unrast

    Julia Nanda Bejarano López

    In der multimedialen Rauminstallation Desasosiego beschäftigt sich die kolumbianische Künstlerin Julia Nanda Bejarano López mit dem Prozess der Selbstbeobachtung und einem darüber herbeigeführten Verweilen. Ein Vorgang, der - durch von der Künstlerin hergestellte Objekte und ein audio-visuelles Environment - aktiv nachvollzogen werden kann.


  • 10. Juni 2023 - 27. August 2023 In der Heinrich-Ehmsen-Stiftung: Malerei, Europa, Warensprache

    Das gesamte Jahr 2023 werden einzelne Arbeiten der Sammlung der Stadtgalerie Kiel in unterschiedlichen Kontexten und Zusammenhängen präsentiert. Ziel dieses Projektes ist es, parallel zu den Wechselausstellungen den Facettenreichtum und die Originalität der Sammlung darzustellen. Gezeigt werden Arbeiten, die zwischen 2002 und 2017 in den Bestand der Sammlung aufgenommen wurden. Diese Jahre spiegeln das Zeitfenster der Direktion von Wolfgang Zeigerer wieder, der im Januar 2023 verstorben ist. Das Projekt ist eine Hommage an sein Wirken in und für die Stadtgalerie Kiel.

    Ausgangspunkt der multimedialen Ausstellung "Filip Markiewicz. Liquid Poem" ist die Malerei. Entsprechend eröffnet die begleitende Studioausstellung in den Räumen der Heinrich- Ehmsen-Stiftung einen konzentrierten Überblick auf die Vielseitigkeit malerischer Positionen, die in der Sammlung der Stadtgalerie Kiel vertreten sind. Mit einer Reihe von Arbeiten des niederländischen Malers, Foto- und Objektkünstlers Jan Henderikse wird ein zweiter zentraler Aspekt der Hauptausstellung aufgegriffen: Ready-mades, Objets trouvés und Neonschriften überführen Formen der Reklame und Produktästhetik in den Ausstellungskontext. Der dritte Bestandteil der Ausstellung ist eine Auswahl von Heinrich Ehmsens "Europa-Bildern", mit denen der Künstler vor genau 100 Jahren mit dem seinerzeit aktuellen Stil des Konstruktivismus eine Ausdrucksform für die kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen, politischen Situation erprobt.

    Abb: Heinrich Ehmsen, Europa Abteilung 4, 1923, Foto: Helmut Kunde, Strande


  • 11. März 2023 - 21. Mai 2023 Tourismus. Let´s do it all!

    Weltweit ist Tourismus neben den Branchen Mikroelektronik, der Automobil- und Mineralölindustrie einer der bedeutendsten Wirtschaftsbereiche, beschäftigt über 100 Millionen Menschen und hat weiterhin eine hohe Wachstumsrate. Global sind jährlich mehr als eine Milliarde Menschen Tourist*innen. Die anhaltende und beschleunigte Zunahme touristischer Aktivität steht zumindest scheinbar in einem vielschichtigen Spannungsverhältnis zu einer langen Tradition der Tourismuskritik und dem negativ konnotierten Begriff des*der Tourist*in. In den immerwährenden Kreislauf von Produktion, Konsum, Abgleich, Wiederabbildung und Weiterverbreitung touristischer Attraktionen, haben sich - neben Postkarte, Souvenirstand und Dia-Abend - Reise-Blog und Instagram eingereiht. Längst haben Akteur*innen die touristische Kulissenlandschaft betreten, die sich nicht täuschen lassen, die das Spiel vermeintlich durchschaut und eine Freude daran haben die Selbstinszenierungsversuche der Mitreisenden und Inszenierungsangebote der touristischen Destination hinsichtlich der Qualität zu bewerten.

    Die in der Gruppenausstellung versammelten künstlerischen Positionen eröffnen einen facettenreichen Blick auf das Phänomen Tourismus, dessen Merkmale, Bedingungen und Funktion. Im soziologischen Sinne wird Tourismus hierbei als Erfahrung organisierter Außeralltäglichkeit verstanden, in der sich Entwürfe von Sehnsuchts- und Fluchtorten stetig auf den Alltag und gesellschaftliche Strukturen zurückspiegeln.

    Künstler*innen Aram Bartholl, Alice Creischer, Fantastic Little Splash (Lera Malchenko / Oleksandr Hants), Frederik Foert, Sophie Gogl, Barbara Hammer, Miriam Jonas, Ralf Meyer, Michael Sailstorfer, Philip Scheffner, Constantin Schröder, Aleen Solari


  • 11. März 2023 - 21. Mai 2023 Reisen, Mobilität und Grenzen.

    Aus der Sammlung der Stadtgalerie Kiel und der Heinrich-Ehmsen-Stiftung

    In den Räumen der Heinrich-Ehmsen-Stiftung.

    Das gesamte Jahr 2023 werden einzelne Arbeiten der Sammlung der Stadtgalerie Kiel in unterschiedlichen Kontexten und Zusammenhängen präsentiert. Ziel dieses Projektes ist es, parallel zu den Wechselausstellungen den Facettenreichtum und die Originalität der Sammlung darzustellen.

    Gezeigt werden Arbeiten, die zwischen 2002 und 2017 in den Bestand der Sammlung aufgenommen wurden. Diese Jahre spiegeln das Zeitfenster der Direktion von Wolfgang Zeigerer wieder, der im Januar 2023 gestorben ist. Das Projekt ist eine Hommage an sein Wirken in und für die Stadtgalerie Kiel.

    Das Projekt startet mit einer Studioausstellung in den Räumen der Heinrich-Ehmsen-Stiftung. Parallel zu der Ausstellung "Tourismus. Let‘s do it all!" werden themenbezogene Werke von Heinrich Ehmsen und Arbeiten aus der Sammlung der Stadtgalerie Kiel präsentiert. Es ist ein ergänzender Blick auf das Reisen, den Tourismus, Fragen der Mobilität und Grenzen.

    Gezeigt werden Arbeiten von: Yasmin Birkandan, Heinrich Ehmsen, Frederik Foert, Lutz Grünke, MK Kaehne, Joachim Richau, Hansjörg Schneider, Joachim Thode und Kai Zimmer.

    Foto: Frederik Foert, Shopping in the Sky, 2005/2013, Ausstellungsansicht, Städtische Galerie Delmenhorst, 2013, Foto: Johanna Ahlert


  • 11. März 2023 - 21. Mai 2023 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel

    Pauline Simon, Leck

    Auf dem Boden des Ausstellungsraums stehen drei mit Wasser gefüllte Putzeimer auf Kartonstücken. Immer wieder bilden sich kreisförmige Wellen auf der Wasseroberfläche und gleichzeitig ist der Klang eines aufprallenden Wassertropfens zu hören. Unweigerlich beginnt die Suche nach dem Grund für die Bewegung im Wasser. Tropft es etwa von der Decke? Pauline Simons Installation Leck entkoppelt Kausalität von Effekt und inszeniert dieses Moment als ein ästhetisches.

    Text: Hannah Niemeier

    Eintritt frei


  • 10. Dezember 2022 - 19. Februar 2023 69. Landesschau des BBK-SH

    Mit der Landesschau zeigt der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler/Landesverband Schleswig-Holstein (BBK-SH) seit 69 Jahren, immer zum Jahreswechsel, die Arbeiten seiner Mitglieder und Gäst*innen.

    Zum Konzept dieser Ausstellung gehört es, nicht nur ein Abbild der schleswig-holsteinischen Kunstszene zu liefern, die das Nebeneinander der unterschiedlichen Generationen miteinschließt, sondern die Schau auch an wechselnden Ausstellungsorten zu zeigen, um somit die hiesige Kunst in den unterschiedlichsten Regionen des Landes zu präsentieren. Eine von den Mitgliedern des BBK-SH gewählte Jury wählt, gemeinsam mit einem*einer Vertreter*in des gastgebenden Hauses, vorab die Arbeiten aus - ein repräsentativer Querschnitt von Künstler*innen der nördlichsten Region Deutschlands in ihrer ganzen Vielfalt ist somit gegeben.

    Zur Eröffnung wurden die Preisträger*innen des Landesschaupreises und des Förderpreises bekanntgegeben und geehrt. Zur Finissage wird der Publikumspreis vergeben.

    Zu der Ausstellung ist ein begleitender Katalog erschienen.


  • 10. Dezember 2022 - 19. Februar 2023 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel

    MALFUNCTIONING STORAGE

    Studierende der HBK Braunschweig aus der Klasse von Thomas Rentmeister stellen im Prima Kunst-Container aus. Die zwölf Arbeiten der vierzehn Studierenden sind unabhängig voneinander entstanden und wurden für die speziellen Anforderungen des Containers ausgewählt und vor Ort zu einer Ausstellung zusammengebracht. Die Klasse für Bildhauerei zeigt neben Skulpturen und Installationen auch Malerei und Fotografie.


  • 18. September 2022 - 27. November 2022 nature morte - still alive. Zeitgenössische Stillleben in der finnischen Kunst

    Stillleben, nature morte, hat in der Malerei eine lange und abwechslungsreiche Tradition. Zu einer eigenständigen Bildgattung und zur Blüte etablierte sich dieses Genre in der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Allerdings verlor es danach in der Rangordnung der Bildgattungen an Bedeutung und wurde bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als das minderwertigste Genre, hinter Historienmalerei, Porträt und Landschaft betrachtet. Auf dem Weg in die moderne Malerei wurde das Stillleben danach durch junge Maler*innen wiederentdeckt und auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen fungierte es für sie als ein optimales Experimentierfeld.

    Die traditionellen Motive des Stilllebens sind leblose, meist dem Alltag entnommene Gegenstände, insbesondere Lebensmittel und Objekte aus der Flora und Fauna. Oft hatten die Darstellungen auch eine verschlüsselte, moralische Botschaft: memento mori - denke daran, dass du sterben wirst. Es überrascht vielleicht, dass das alte Genre Stillleben nach wie vor für viele Künstler*innen ein interessantes und faszinierendes Betätigungsfeld ist. Neben den herkömmlichen Mitteln und Bedeutungen haben sich allerdings die Erscheinungsformen durch neue Medien und Inhalte verändert. So geht es oft nur am Rande um Stillleben im traditionellen Sinne - viel mehr in verschiedenster Weise um aktuelle Themen unserer komplexen Zeit.

    Die Ausstellung "nature morte - still alive" geht mit neun künstlerischen Positionen der Frage nach, mit welchen Intentionen und Techniken sich finnische Künstler*innen heute mit dem Genre Stillleben auseinandersetzen.

    teilnehmende Künstler*innen: Heini Aho, Annika Dahlsten, Saara Ekström, Jussi Goman, Tuula Lehtinen, Jukka Rusanen, Elsa Salonen, Perttu Saksa, Toni R. Toivonen


  • 18. September 2022 - 27. November 2022 Prima Kunst - Saleh Shaweesh

    Wie oben, so unten

    Das Projekt hat sich aus einer Kooperation zwischen der Muthesius Kunsthochschule (Freie Klasse Film) und dem Exzellenzcluster "Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen" (PMI) in drei Formate entwickelt: Film, Installation und Virtuelle Realität.

    Die Arbeiten basieren auf mit einem Mikroskop aufgenommenen Materialien, die im Zuge einer aktuellen Darm-Forschung in den PMI-Laboren entstanden.

    Die Entwicklung der Medien hat ermöglicht, die vorhandenen Ähnlichkeiten im Aussehen und Funktion der mikroskopischen Umwelt mit der Makroskopischen Umwelt zu zeigen.

    Die Arbeit beleuchtet das Spannende an der Beobachtung der Darm-Organoiden zwischen Wissenschaft und Fiktion, als ob sie im All erwachsen.


  • 18. September 2022 - 19. Februar 2023 Heinrich-Ehmsen-Stiftung - Werkbestand

    Die Gemälde. Teil 2

    Der vierte und damit letzte Teil der Ausstellungsreihe "Werkbestand", einer chronologischen Übersicht über sämtliche grafischen und malerischen Werke Heinrich Ehmsens aus dem Besitz der Heinrich-Ehmsen-Stiftung, umfasst 23 Gemälde, die zwischen 1936 und 1963 entstanden sind.

    Eine Vielzahl von Landschafts- und Personendarstellungen sind in einen unmittelbaren Zusammenhang mit einzelnen Reisen Heinrich Ehmsens zu bringen, wobei die Gemälde nur vereinzelt vor Ort entstanden aber in der Mehrzahl nach der Rückkehr im heimischen Atelier aus Reiseskizzen hervorgingen. Zum Teil übersetzte Ehmsen Zeichnungen und Aquarelle erst Jahre später in Malerei oder er fertigte in einem größeren zeitlichen Abstand Neufassungen bestehender Bilder an, was eine genaue Zuordnung der Werke nicht immer möglich macht.

    Im Besitz der Stiftung befinden sich vier Ansichten der nordfriesischen Hallig Hooge, die der Maler 1936 besuchte. Ein auf das Jahr 1948 datiertes und mit "Karatschaier im Kubantal" betiteltes Gemälde verweist auf die nordkaukasische Region um den Fluss Kuban. Dem selben topografischen Kontext sind die Arbeiten "Kosake bei Utrchulan" aber auch "Auf dem Gebirgspfad im Himalaya" zu zuordnen - der Verweis auf das asiatische Hochgebirge im Titel ist hier irreführend. Den Kaukasus bereiste Ehmsen zweimal: im Verlauf einer neunmonatigen Studienreise durch die UDSSR 1932 und 1943 als Mitglied der Staffel der bildenden Künstler. 1954 begleitete Ehmsen von Rostock aus eine Fischfangflotte beim Heringsfang. Aus dem selben Jahr stammen die Werke "Fischer und Möwen" und "Ostseefischer". Das Bild "Vietnamesische Reisbauern" entstand zwei Jahre später. Ehmsen hatte das Angebot der Deutschen Akademie der Künste angenommen und eine Delegation auf einer Reise in die Volksrepubliken China und Vietnam begleitet.

    Eine zweite Gruppe von Gemälden widmet sich Themen des Krieges und der Zerstörung. In den ersten Nachkriegsjahren entstanden die Werke "Am Ende eines Krieges" und "Bomben auf Berlin", sie bezeugen das zerstörte Berlin. Das Bild "Anklage" kann einer Folge von Arbeiten zugeordnet werden, in denen sich Ehmsen der Thematik der systematischen Massenmorde und des Holocaust annäherte. Kurz nachdem Ehmsen aus der Hochschule für Bildende Künste entlassen worden und in den Ostteil Berlins übergesiedelt war, entstand im Frühjahr 1950 das Bild "Jugend beim Aufbau des Walter-Ulbricht-Stadions" als eins von sieben Gemälden, die Ehmsen im Rahmen seines ersten staatlichen Auftrags für den Kulturfonds der DDR anfertigte.

    Übergreifend legt Ehmsen seine Reisebilder aber auch Darstellungen von Ruinen und des Wiederaufbaus formal als Landschaften an, in die er Gruppen oft arbeitender, typisierter Personen in den Vordergrund einsetzt. Staffage und einzelne Elemente der Natur oder Architektur sind zeichnerisch umrissen. Farbwahl und Duktus der konturlosen, großflächig angelegten z.T. abstrakten Partien, umgesetzt in statisch-lasierender, sanft verlaufender oder aufgewühlt-pastoser, kontrastreicher Malweise bestimmen die Atmosphäre der Szenerien.

    Entsprechend dem Werk "Die Wölfe (Balkankrieg)" von Franz Marc (1880-1916), mit dem der expressionistische Maler 1913, angesichts der Folgen des Balkankrieges - einem direkten Vorboten des I. Weltkrieges - prophetisch vor den Folgen der Kriegstreiberei warnte, setzt auch Ehmsen 1954, vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Konfrontation zwischen BRD und DDR, Tiere als Symbolträger ein. Mit dem Gemälde "Tierbild V (Hyänen)" (in der Forschung auch mit "Wolf und Hyäne" betitelt) nimmt Ehmsen kompositorisch und inhaltlich direkt auf das Gemälde von Franz Marc Bezug. Insgesamt entsteht ein etwa 20 Arbeiten umfassender Zyklus beunruhigender, allegorischer Darstellungen von Hyänen, Wölfen, Eulen und Geiern in expressiv-dramatischer und dynamischer Malweise. Mit der großformartigen Darstellung einer Atombombenexplosion ("Störungsrechnung") verweist Ehmsen im selben Jahr der Tierdarstellungen und neun Jahre nach der Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki, noch einmal direkt auf die Gefahren eines Kalten Krieges und atomarer Waffen.

    Ein Porträt der Schriftstellerin Anna Seghers, die wie Heinrich Ehmsen Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste war, setzt der Maler nur bis zu den Schultern um. Das "Selbstbildnis mit Eltern" wurde von Ehmsen 1954 angelegt und zum Großteil eigenhändig ausgeführt aber erst knapp zehn Jahre später durch seinen Meisterschüler Bert Heller vollendet.


  • 11. Juni 2022 - 28. August 2022 RFLXN 07 - Foto-Reflexionen 07

    Landesausstellung für Fotografie in Schleswig-Holstein

    Zum 20jährigen Jubiläum sind die Foto-Reflexionen zu Gast in der Stadtgalerie Kiel. Bei der Landesausstellung für Fotografie in Schleswig-Holstein handelt es sich um eine jurierte Wettbewerbsausstellung überwiegend professionell arbeitender und künstlerisch ausgerichteter Fotograf*innen, die mit Schleswig-Holstein auf besondere Art und Weise verbunden sind. Für die Teilnahme am Wettbewerb sollten Serien mit mindestens sechs und höchstens fünfzehn Fotografien eingereicht werden. Es gab keine thematischen und technischen Vorgaben. Einzig der konzeptionelle Hintergrund und die Intention der Arbeiten sollten in kurzen Texten erläutert werden.

    Aus den 128 eingereichten Serien wählte eine hochkarätig besetzte Jury insgesamt 17 Bildserien und 3 Installationen aus. Mitglieder der Jury waren: Dr. Dörte Beier (Direktorin, Stadtmuseum Schleswig), Ruth Eichhorn (Bildredakteurin und Kuratorin), Dr. Matthias Harder (Direktor, Helmut Newton Stiftung), Jan Klose-Brüdern (Freier Fotograf, Jurypreisträger RFLXN 06), Dr. Peter Kruska (Direktor, Stadtgalerie Kiel) und Dr. Sabine Schna¬kenberg (Kuratorin der Sammlung F.C. Gundlach, Deichtorhallen).

    Die Arbeiten in der Ausstellung reichen von analoger und digitaler Fotografie über experimentelle Positionen und Installationen bis hin zu Stillleben und Architekturfotografie. Durch das Nebeneinander der nicht nur in technischer, sondern auch in thematischer Hinsicht vielfältigen Positionen, kommt das breite Spektrum der Fotografie-Landschaft in Schleswig- Holstein auf spannungsvolle Weise zur Geltung.

    Die Ausstellung wurde organisiert und kuratiert von Angeline Schube-Focke M.A. in Zusammenarbeit mit der Stadtgalerie Kiel. Zur Ausstellung ist ein zweisprachiger Katalog (deutsch/englisch) erschienen.

    Die teilnehmenden Künstler*innen: Kai Bornhöft, Sonia Brüggemann, Tine Edel, Christoph Edelhoff, Klaus Frahm, Kurt Hamann, Hayo Heye, Victor Kataev, Jörg Klinner, Luis Lucyga, Maria Malmberg, Anke Müffelmann, Andreas Oetker-Kast, Angelika Oetker-Kast, Detlef Radenbach, Peter Rathmann, Stephan Schakulat, Mirja Schellbach, Michael Tank, Micha Twardy


  • 10. Juni 2022 - 28. August 2022 Heinrich-Ehmsen-Stiftung: Werkbestand

    Die Gemälde.Teil 1

    1986 wurde die Kieler Heinrich-Ehmsen-Stiftung gegründet. Die Reihe "Werkbestand" bietet mit vier Ausstellungen eine chronologische Übersicht über sämtliche grafischen und malerischen Werke Heinrich Ehmsens aus dem Besitz der Stiftung. Nach der zweigeteilten Präsentation der Grafiken, widmen sich der dritte und vierte Teil den Gemälden. Die Ausstellung berücksichtigt jene Werke, die vor 1933, dem Ende der Weimarer Republik, datiert sind.

    An den Anfang der zeitlichen Abfolge sind vier Portraits zu setzen, die zwischen 1909 und 1911, während des Besuchs der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf entstanden. Sichtbar wird hier bereits, dass die Kontakte zu zeitgenössischen künstlerischen Strömungen Ehmsens Malweise mehrfach direkt beeinflussen; einzelne Impulse lassen sich dauerhaft und wiederkehrend im Œuvre weiterverfolgen. Die stete Wiederholung einzelner Sujets, Motive und Versatzstücke in verschiedenen Varianten wird ebenso früh zum Merkmal seines Gesamtwerkes. "Mädchen aus der Eifel II" und das erste Portrait von Mahi Scheffer (Portrait Mahi Scheffer) weisen ausschließlich verbindliche Elemente des Jugendstils auf. In dem zweiten Bildnis von Mahi Scheffer (Frau Mahi Scheffer) wird die Auseinandersetzung mit Vincent van Gogh deutlich. Die, für den niederländischen Maler charakteristischen, pastos, kurz und eng nebeneinander gesetzten Pinselstriche schließen sich in einem, weiterhin im Stile des Jugendstils angelegten Selbstbildnis (Selbstportrait als Clown) wiederum zu Flächen. Zu Ornamenten zusammengefasste Figuren, wie sie Ehmsen während seiner Studienzeit in zahlreichen Grafiken entwickelte, umkreisen den Kopf des Malers.

    Zeugnis der Erlebnisse als Soldat im I. Weltkrieg ist das Gemälde "Gefallener I (Im Schützengraben)". Augenscheinlich ist hier der Kontakt zum Expressionismus. Zum einen die starken, leuchtenden Farben in denen Ehmsen den Tod an der Front dramatisch und alarmierend darstellt. Zum anderen der über die gesamte Bildfläche in starre Fragmente zertrümmerte Hintergrund, auf den der Tote gebettet ist.

    Der Rest der in der Ausstellung präsentierten Gemälde, wie der Großteil des Stiftungsbestandes ist während der zahlreichen Reisen Ehmsens entstanden bzw. später aus Reiseskizzen hervorgegangen. Das ausgestellte Konvolut beinhaltet Werke, die Ehmsen während eines Aufenthalts in Südfrankreich, einer Reise durch Süditalien, die im Anschluss an ein sechsmonatiges Stipendium an der Villa Massimo in Rom stattfand und einer Russlandreise malte. Szenen aus den mediterranen Badeorten Cassis und Capri verbinden sich zu einem übergeordneten Themenkomplex, den Ehmsen bis in die 1950er Jahre weiterverfolgt. Das vermeintlich touristische Idyll zeigt sich aus einer veristisch-kritischen Perspektive bald subtil getrübt bald deutlich gestört. Im Zentrum stehen symbolhaft bis stereotyp stilisierte oder karikaturesk verzerrte Darstellungen von Personen und Personengruppen. Neben die gedrungene, von Linien getragene expressionistische Komposition der Kriegsdarstellungen, tritt eine offene, z.T. skizzenhafte Bildanlage, in der sich die zunächst klar eingefassten kulissenhaften Architekturelemente, aber auch Personen und Gegenstände zusehends zu Farbflächen öffnen oder als Farbverläufe in den Bildgrund übergehen.

    Insgesamt zeigt sich eine spielerische Gleichzeitigkeit verschiedener malerischer Techniken: von kurzen Strichen, dynamischen, flüchtig gesetzten, bald sich verdichtenden Schraffuren über einen pastosen, getupft-flockigen Farbauftrag. Sujet typische Phänomene, Urlaub, Landschaft, Freizeit treten gegenüber gesellschaftlichen Fragen und Spannungen zurück. Aus der Zugehörigkeit und Konstellation der zeichnerisch, mit linearer Pinselführung eingesetzten Staffage, mondänen Tourist*innen, einheimischen Fischern, Arbeiter*innen oder auch Geistlichen entwickelt Ehmsen variierende Sequenzen menschlicher und sozialer Begegnungen. Polaritäten und eine teilweise dramatisch aufgeladene Stimmung werden maßgeblich durch farbgewaltige Kontraste und die malerische Unruhe innerhalb abstrakter Farbzonen evoziert.

    Abb: Heinrich Ehmsen, Am Hafen, 1931/46, Foto: Helmut Kunde, Strande


  • 12. März 2022 - 22. Mai 2022 IX. PREMIO FONDAZIONE VAF. Aktuelle Positionen Italienischer Kunst

    Seit 2008 war die Ausstellung rund um den Premio Fondazione VAF bereits sechs Mal in der Stadtgalerie Kiel zu Gast. Der 2003 zur Förderung junger italienischer Künstler*innen ins Leben gerufene Kunstpreis wird alle zwei Jahre von der VAFStiftung (das Akronym VAF bezieht sich auf die Anfangsbuchstaben des Gründers Volker W. Feierabend und seiner italienischen Frau Aurora) vergeben. Ziel ist es, "innovative Positionen aktueller italienischer Kunst zu fördern und in Deutschland durch Verleihung eines Preises, durch Ausstellungen und Publikationen zu vermitteln". Gemäß der Satzung der VAF-Stiftung wird die Wettbewerbsausstellung in einer Kunstinstitution in Italien und Deutschland gezeigt. Die Stadtgalerie Kiel ist der zentrale Ausstellungsort dieser neunten Ausgabe. Unter dem Vorsitz von Elena Pontiggia hat das Stiftungskuratorium, dem außerdem Nicoletta Colombo, Volker W. Feierabend, Serena Redaelli und Denis Viva angehören, neun Künstler*innen (sieben Einzelpositionen und ein Künstlerinnenduo) auf dem Weg zum internationalen Renommee sowie ein anonymes Künstler*innenkollektiv für die Teilnahme an der Ausstellung ausgewählt. Von 2003 bis 2012 wurde der Preis an eine*n einzelne*n Künstler*in vergeben. Seit der sechsten Ausgabe lobt die Stiftung einen Hauptpreis und zusätzlich zwei Anerkennungspreise aus. Die Preise sind für den*die Gewinner*in bzw. den*die Zweit- und Drittplatzierte*n aktuell mit 15.000 bzw. 7.500 und 5.000 Euro dotiert. Über die Vergabe der Preise entscheidet das Kuratorium ausgehend von den Werken, die von den Künstler*innen für die Präsentation in der Ausstellung ausgewählt wurden. Neu an der neunten Ausgabe des Preises ist, dass die jungen Künstler*innen erstmals gemeinsam mit einem*einer etablierten Künstler*in ausstellen, diesjährig mit dem berühmten italienischen Maler Paolo Baratello (*1935), der mit Werken aus der Sammlung der VAF-Stiftung vertreten ist.

    Künstler*innen: Luca Azzurro, Renata + Cristina Cosi, Silvia Inselvini, KEM, L´orMa, Enrico Minguzzi, Sebastiano Raimondo, Dario Tironi, Valeria Vaccaro und Paolo Baratella

    Zur Ausstellung ist ein umfangreich bebilderter Katalog mit zahlreichen Aufsätzen in Deutsch und Italienisch zum Preis von 20 Euro (während der Ausstellung 15 Euro) erschienen.


  • 11. Dezember 2021 - 20. Februar 2022 Gottfried Brockmann Preis 2021

    Seit 1985 wird alle zwei Jahre der Gottfried Brockmann Preis der Landeshauptstadt Kiel durch die Ratsversammlung verliehen. Diese mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung ist der einzige Kunstpreis der Stadt und dient der Förderung junger Kieler Künstler*innen, die das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und - wie es die Vergaberichtlinien formulieren - "für die Zukunft eine aussichtsreiche Entwicklung erwarten lassen". Der Preis ist nach dem Maler, ehemaligen Kieler Kulturreferenten und Professor der Muthesius-Werkschule Gottfried Brockmann (1903-1983) benannt.

    Die Ausstellung zum Gottfried Brockmann Preis zeigt aktuelle Arbeiten des*der Preisträgers*in. Zusätzlich wählt die überregional besetzte Jury weitere Künstler*innen aus dem Wettbewerb aus, die ihre Werke in den Räumen der Stadtgalerie Kiel präsentieren. Somit stellt die Ausstellung zum Gottfried Brockmann Preis in einem biennalen Rhythmus junge, herausragende Positionen des künstlerischen Kieler "Nachwuchses" vor.

    Diesjährige Künstler*innen: Ruslan Barsegian, Melina Bigale, Juan M. Blanco, Jakob Braune, Mateusz Dworczyk, Nikolai Renée Goldmann, Jan Grollmuß, Lisa Hoffmann, In Jung, Paula König, Lilian Nachtigall, Anne Nitzpan, Oskar Schroeder, Naiwei Tian, Tian Wu

    Bisherige Preisträger*innen: Hannah Bohnen (2019), Anne Steinhagen (2017), Constanze Vogt (2015), Benjamin Mastaglio (2013), Samuel Seger (2011), Hendrik Lörper (2009), Katrin Pieczonka (2007), Nina Heinzel (2005), Johanna Domke (2003), Matthias Meyer (2001), Kai Zimmer (1999), Miron Schmückle (1997), Hansjörg Schneider und Claudia Sweekhorst (1995), Ilka Kollath (1993), Julia Bornefeld (1991), Carsten Höller und Thomas Karp (1989), Johannes Michler (1987), Rainer Grodnick (1985).

    Jury 2021:

    Hannah Bohnen Gottfried Brockmann Preisträgerin 2019, Berlin

    Peter Boué Kunstkritiker und Künstler, Hamburg

    Ute Brennwald Galeristin, Kiel

    Nadine Gründewald, M.A. Direktorin Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin

    Sönke Kniphals, M.A. Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stadtgalerie Kiel

    Dr. Peter Kruska Direktor der Stadtgalerie Kiel

    Annette Wiese-Krukowska Referatsleiterin für Kultur und Kreative Stadt, Landeshauptstadt Kiel


  • 11. Dezember 2021 - 20. Februar 2022 Prima Kunst Container an der Stadtgalerie Kiel

    IN DER ZUKUNFT GRABEN Paula Oltmann

    Die Installation stellt Überlegungen zu einer postfuturistischen Welt an, in der sich Rudimente in Form digitaler Körperfragmente anfinden. Die an Hologramme erinnernden, digitalen Repliken menschlicher Körperteile erscheinen als Projektion auf Wachs wie Lichtgestalt gewordene Manifestationen einer Realität, die wir erst noch erkunden werden müssen. In seiner Form als ehemals menschliches Körperteil verschleiert, wecken die digitalen Objekte die Assoziation eines Steins oder eines Minerals, ein Fundstück, welches den Ausgangspunkt für weitere Forschungen hinsichtlich Substanz, Entstehung und Bedeutung bilden kann.

    Plakat gestaltet von Fernanda Braun Santos.



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