Nachhaltiges Kiel

Wir machen Zukunft

In Kiel gibt es viele engagierte Menschen, die sich mit guten Ideen und viel Tatendrang dafür einsetzen, dass unsere Fördestadt nachhaltig und zukunftsfähig wird.

Jeden Monat stellen wir ein*en Kieler Zukunftsmacher*in in einem Kurzinterview vor. Sie kennen Leute, die unbedingt dazugehören? Dann lassen Sie uns das gerne wissen.

 

März 2019: Marie Delaperrière - Unverpackt

Marie Delaperrière title=
Foto: Sara Ghazi Alkoud
Was hat dich nach Kiel geführt?

Ich bin in Südfrankreich geboren und im Jahr 2009 nach Kiel gekommen. Dazwischen lagen viele Etappen unter anderem in Paris und Erlangen, wo ich als logistische Projektleiterin bei Siemens Medizintechnik gearbeitet habe. Von dort führte mich die Arbeit zu einem großen Projekt nach Kiel – damals beim Partikeltherapiezentrum Kiel, das heute Karl-Lennert-Krebscentrum Nord heißt.

Das Projekt wurde gestoppt, aber meine Familie und ich hatten uns entschieden, zu bleiben. Wir hatten uns in Kiel verliebt, in das maritime Flair, die Gelassenheit und Aufmerksamkeit der Einwohner*innen. Hier können wir frei atmen und es ist der erste Ort, an dem wir unsere Koffer wirklich abgestellt haben.

Was genau machst du?

Vieles! Ich bin Gründerin und Inhaberin von Unverpackt, Deutschlands erstem Unverpackt Laden, den ich im Februar 2014 eröffnet und damit deutschlandweit zur Eröffnung weiterer Läden inspiriert habe. Ich verbreite das Konzept außerdem durch Seminare und Workshops für Gründer*innen.

Im Frühjahr 2016 habe ich den Verein Zero Waste e.V. mit ins Leben gerufen, dessen Vorsitzende ich derzeit bin.

Auch an weiteren Gründungen von Kieler Initiativen habe ich mitgewirkt, zum Beispiel dem Kieler Ernährungsrat und dem Tag des guten Lebens. Zurzeit arbeite ich zudem noch als freie Mitarbeiterin im Umweltschutzamt der Landeshauptstadt Kiel an der Vorbereitung des Projekts "Kiel Zero Waste City".

Der Unverpackt Laden und der Zero Waste Verein bleiben aber meine Haupttätigkeiten.

Ganz aktuell organisiere ich eine internationale Zero Waste Konferenz, die am 29. März in Kiel stattfinden wird und zu der alle Interessierten und Engagierten herzlich eingeladen sind. 

Welche SDGs sind von deinem Engagement besonders berührt?

Viele SDGs werden durch mein Handeln angesprochen, aber zwei möchte ich besonders hervorheben:

Ziel 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden):

Die weltweite Müllproblematik, insbesondere der Plastikmüll, nicht nur in den Weltmeeren, sondern auch vor Ort in Deutschland, ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Die Landeshauptstadt Kiel ist bereits auf das Thema aufmerksam geworden, was sicher auch mit ihrer Lage am Meer zu tun hat. „Müllvermeidung“ ist nicht nur Sache unserer Stadtverwaltung und Abfallwirtschaft, sondern auch Sache von Einrichtungen, Firmen, Event-Veranstalter*innen und natürlich den Bürger*innen.

Zero Waste bedeutet „Kein Abfall” und „Keine Verschwendung“ - ich möchte mit Unverpackt und dem Verein zeigen, dass dieses Ziel Schritt für Schritt erreichbar ist, sowohl in einer Stadt als auch auf individueller Ebene.


Und Ziel 12 (Nachhaltige Konsum und nachhaltige Produktion):

Nachhaltiger Konsum ist das Ziel, dem ich mich mit meinem Laden verschrieben habe. Wir zeigen, dass wir auf unnötige Einwegverpackungen verzichten können, um uns von der Wegwerfgesellschaft distanzieren zu können. Wir zeigen, dass Alternativen existieren und dass eine andere Art des Einkaufens zu einem ökologischen Bewusstsein führen kann.

Die fünf Jahre seit es Unverpackt gibt, haben den Erfolg des Modells bestätigt: Unverpackt ist in Deutschland mittlerweile zu einem festen Begriff geworden.

Ein zweites Ziel ist die Reduktion der Lebensmittelverschwendung durch gezielten und bedarfsgerechten Einkauf, sowie Verkauf von Produkten aus lokaler Erzeugung oder solche, die nur kurze Wege vom Acker zum Teller zurücklegen.

Warum findest du Nachhaltigkeit wichtig?

Laut Definition bedeutet Nachhaltigkeit eine für „längere Zeit anhaltende Wirkung“. Für mich persönlich ist es eine Einstellung, die an die zukünftigen Generationen denkt.

Ich habe selbst drei Kinder und lebe mit vielen jungen Menschen in meiner Umgebung. Ich habe die feste Überzeugung, dass auch kleine, individuelle Aktionen in Richtung Nachhaltigkeit große Wirkungen haben können.

Jeder kann dazu beitragen. Aus Samen werden Bäume und aus Bäumen werden Wälder.

Kiel 2030 - was ist Deine Vision für unsere Stadt?

Mein Traum wäre es, Kiel als erste „Zero Waste City“ in Deutschland zu sehen.

Kiel arbeitet an weiteren Nachhaltigkeitszielen, zum Beispiel im Bereich der Mobilität. Ich freue mich schon auf die zukünftigen Fahrradwege und das autofreie Stadtzentrum im Jahr 2030...


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Kontakt

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Leiterin des Büros des Stadtpräsidenten

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Koordinatorin kommunale Entwicklungspolitik

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