KulturSpuren Matrosenaufstand

Denkmal Wik

Denkmal Wik (Quell: Julia Fendler)

Erinnerung an den Matrosenaufstand

Seit 1982 erinnert im Ratsdienergarten am Kleinen Kiel die Skulptur "Wik" oder "Feuer aus den Kesseln" an den Kieler Matrosenaufstand. Sie wurde vom Hannoveraner Bildhauer Hans-Jürgen Breuste (1933 - 2012) geschaffen.

1978, zum 60. Jahrestag des Matrosenaufstandes, schlug die SPD-Ratsfraktion in Kiel einen Ideenwettbewerb zur Errichtung einer künstlerischen Erinnerung an den Aufstand vor. Dieser Vorschlag zog eine öffentliche Debatte nach sich, in der die aufständischen Matrosen unter anderem als "Meuterer" bezeichnet und deshalb eines Denkmals für unwürdig befunden wurden. Trotz dieser Widerstände wurde der Künstlerwettbewerb durchgeführt und am 16. Juni 1982 das Werk des Gewinners Breuste eingeweiht.

Inspiriert wurde Breuste durch das Schauspiel "Feuer aus den Kesseln" des Schriftstellers Ernst Toller. Das Schauspiel handelt von den aufständischen Matrosen Albin Köbis und Max Reichpietsch, die 1917 als Meuterer zum Tode verurteilt wurden und somit Vorgänger der aufständischen Matrosen vom November 1918 waren. Sie hatten sich für eine bessere Verpflegung der Matrosen und für eine Beendigung des Krieges eingesetzt.

Das Denkmal besteht aus Granitsäulen, die von einer Konstruktion aus Cor-Ten-Stahl getragen werden. Für den Künstler sind die Granitsäulen ein Symbol der Macht, während die scheinbar im Boden versinkenden Stahlkörper die Auflösung des alten Staatsgefüges darstellen. Die alte Macht wird aus ihrer Verankerung gerissen, das Untere nach oben gekehrt.

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Ausschnitt: Zitat am Denkmal (Quelle: Julia Fendler)

Das Zitat "Der die Pfade bereitet stirbt an der Schwelle, doch es neigt sich vor ihm in Ehrfurcht der Tod" aus Tollers Schauspiel ist an einem der Stahlträger angebracht. Die Textstelle ist eine Ehrung für Körbis und Reichpietsch, die ihren Einsatz für eine gerechte Behandlung der Matrosen mit dem Leben bezahlten.

Die Kieler Gewerkschaften gedenken des Matrosenaufstandes jährlich im November mit einer Kranzniederlegung am Denkmal.

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