KulturSpuren Matrosenaufstand

Rathaus

Das Kieler Rathaus 1911 (Quelle: Stadtarchiv Kiel)

5. November 1918: Übernahme der Verwaltung durch den Arbeiterrat

Zentrum der Kieler Stadtverwaltung war seit 1912 das neue Rathaus am Kleinen Kiel. Es löste das aus dem 14. Jahrhundert stammende Rathaus am Alten Markt ab, das durch den starken Bevölkerungszuwachs zu klein geworden war.

Im Zuge des Matrosenaufstandes wurde am 5. November ein Arbeiterrat gebildet. Dieser erlangte die Kontrolle über die Stadtverwaltung, ohne jedoch die Verwaltungsbeamten oder Oberbürgermeister Paul Lindemann aus dem Dienst zu drängen. Die Verwaltung sollte „unter Abhängigkeit vom Arbeiter- und Soldatenrat selbständig“ arbeiten, Vertreter des Arbeiterrates unterstützten als Beigeordnete die Polizei, die Post und die Behörden. Beigeordneter des Oberbürgermeisters wurde der MSPD-Stadtverordnete Eduard Adler. Wie auf den Kriegsschiffen im Hafen wurde auch auf dem Rathausturm die rote Fahne gehisst.

Als einzige Behörde wurde auf Grund der schlechten Versorgungslange das Ernährungsamt komplett vom Arbeiterrat übernommen. Alle Beigeordneten waren Mitglieder der SPD oder der USPD. Mit dieser Einflussnahme der revolutionären Bewegung auf die Stadtverwaltung war die Stadt in der Hand der Aufständischen. Die Aufständischen brachten jedoch keine radikalen Umstrukturierungen auf den Weg und erkannten die Erfahrung der Verwaltungsmitarbeiter an.

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Das Kieler Rathaus heute (Quelle: Landeshauptstadt Kiel, Sven Meier)

Als einzige Behörde wurde auf Grund der schlechten Versorgungslange das Ernährungsamt komplett vom Arbeiterrat übernommen. Alle Beigeordneten waren Mitglieder der SPD oder der USPD. Mit dieser Einflussnahme der revolutionären Bewegung auf die Stadtverwaltung war die Stadt in der Hand der Aufständischen. Die Aufständischen brachten jedoch keine radikalen Umstrukturierungen auf den Weg und erkannten die Erfahrung der Verwaltungsmitarbeiter an.

Der Magistrat der Stadt rief am selben Tag die Bevölkerung zur Ruhe auf. Es wurde darum gebeten, sich von öffentlichen Ansammlungen fernzuhalten. Von Seiten der Behörden gab es zunächst keinen Widerstand. Dies änderte sich jedoch mit zunehmender Beruhigung der Verhältnisse und dem Beginn der Weimarer Republik. Im September 1919 stellte Oberbürgermeister Lindemann die finanzielle Unterstützung des Arbeiterrates ein, der sich daraufhin auflöste.

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