KulturSpuren Dänemark: Rundgang

Warleberger Hof und Stele zum Kieler Frieden

Eingang des Warleberger Hofes (Quelle: Landeshauptstadt Kiel, Anita Nanninga)

1814: Skandinavien wird neu geordnet

In der Kieler Altstadt ist heute aufgrund der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nur noch wenig aus der Zeit der dänischen Herrschaft zu sehen.  

Eine Ausnahme bildet der Warleberger Hof, der seit 1970 das Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum beherbergt. Das Gebäude ist der einzige noch erhaltene Kieler Adelshof aus dem frühen 17. Jahrhundert.

In unmittelbarer Nähe stand auch der im Krieg zerstörte Buchwaldsche Hof. Dieser erreichte am 14. Januar 1814 historische Bedeutung, als dort der Kieler Frieden zwischen Dänemark, Schweden und England unterzeichnet wurde.

Als Bündnispartner Napoleons gehörte Dänemark 1814 zu den Verlierern der Napoleonischen Kriege, Kiel war zeitweise von 8000 Soldaten der Allianz gegen Napoleon besetzt - bei nur 7000 eigenen Einwohnern wurden die Lebensmittel schnell knapp und die Stadtkasse geriet nah an den finanziellen Ruin.

Der Friedensvertrag regelte das Kriegsende zwischen Dänemark und Schweden auf der einen sowie zwischen Dänemark, Preußen und Russland auf der anderen Seite. Dänemark verpflichtete sich außerdem, ab sofort den Krieg gegen Napoleon zu unterstützen.

Schwerwiegend waren die Gebietsverluste, die Dänemark im Zuge des Kieler Friedens hinnehmen musste: Der dänische König Friedrich VI. musste die Herrschaft über Norwegen abgeben, was de facto das Ende des so genannten ‚Dänischen Gesamtstaates‘ bedeutete.

Dänemark verlor mit den Norwegern einen erheblichen Teil seiner Gesamtbevölkerung.

Buchwaldscher Hof, Zeichnung (Quelle: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek)
Stele zum Kieler Frieden (Quelle: Julia Fendler)

Für Norwegen war der Kieler Frieden dagegen der erste Schritt in die staatliche Souveränität mit eigener Verfassung, die am 17. Mai 1814 im norwegischen Eidsvoll verabschiedet wurde. Bis heute ist der 17. Mai im Gedenken daran der norwegische Nationalfeiertag.

Zur Zweihundertjahrfeier des Kieler Friedens wurde im Januar 2014 der Platz hinter dem Warleberger Hof in „Platz des Kieler Friedens“ umbenannt.

Bereits 1960 wurde eine Gedenkstele am ehemaligen Standortes des Buchwaldschen Hofes aufgestellt, die mit der Zeit jedoch verwitterte.

Wo früher der Buchwaldsche Hof stand, befindet sich heute das Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.

2010 ermöglichten die Nordelbische Kirche, die Landeshauptstadt Kiel, die Bürgerstiftung Kiel und die Deutsch-Dänische Gesellschaft die Aufstellung einer originalgetreuen Nachbildung der Stele.

Die Inschrift lautet "An dieser Stelle stand der Buchwaldsche Hof. 1621 errichtet als adliger Freihof. 1944 im Kriege zerstört. 1814 wurde hier der Kieler Friede zwischen Dänemark, Schweden und England geschlossen."

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