Internationales Kiel

Wir bauen Brücken

Wer sind die Personen, die die internationalen Partner­schaften Kiels prägen und voranbringen? Es sind Menschen aus den Verwaltungen, aus der Zivil­gesellschaft, aus allen Lebens­bereichen wie Kultur, Bildung oder Sport. Sie setzen sich ein für grenz­überschreitende Zusammen­arbeit und bauen Brücken in andere Kulturen.

Jeden Monat stellen wir eine*n Brückenbauer*in aus Kiel oder aus den Partnerstädten in einem Kurzinterview vor. Sie kennen Leute, die unbedingt dazugehören? Dann lassen Sie uns das gerne wissen.

November 2022 Seda Pak - Stadt Samsun

Lächelnde Frau mit langen braunen Haaren vor historischem Gebäude
Seda Pak, Foto: Landeshauptstadt Kiel.
Wer bist du und was genau machst du?

Mein Name ist Seda Pak. Ich arbeite seit zweieinhalb Jahren in der Großstadt Samsun als Angestellte der Kanzlei und als Assistentin des Oberbürgermeisters der Großstadt,  Mustafa Demir. 

Aufgrund meiner bisherigen Erfahrung in internationalen Beziehungen wurde ich durch unseren Oberbürgermeister zur Organisatorin und Koordinatorin für Beziehungen und Programme ernannt, die wir mit Kiel und mit unseren anderen Partnerstädten aufbauen und durchführen. Meine Aufgabe ist es, diese weiterzuverfolgen und weiterzuentwickeln. 

Besonders in der Sache unserer Partnerstadt Kiel habe ich die notwendige Korrespondenz über die zwischen den beiden Städten durchzuführenden Programme geführt, Treffen (online) mit den betroffenen Personen organisiert und dafür gesorgt, dass die Informationen in Vertretung des Oberbürgermeisters richtig und problemlos übermittelt werden. Ich schätze mich glücklich, dass ich sehr schnell ein Teil eines Projekts mit der Stadt Kiel geworden bin.

Worum geht es in deinem aktuellen Projekt zwischen Kiel und Samsun?

Die Workshops während des Internationalen Städteforums zur Kieler Woche, an denen unser Oberbürgermeister und unsere Delegation im Juni 2022 teilgenommen haben, waren der Ausgangspunkt für unseren Wunsch, beim Thema Verkehrsplanung (Weiterentwicklung unserer Fahrradwege und unseres emissionsarmen öffentlichen Nahverkehrs) mit Kiel in Kontakt zu kommen und zusammenzuarbeiten. 

Auf Initiative unseres Oberbürgermeisters haben wir eine Delegation von Fachleuten aus Kiel nach Samsun eingeladen, um ihnen unsere Projekte vorzustellen. Der Gedanke war dabei, dass die Kieler Expert*innen möglicherwiese bei unseren Verkehrsprojekten beraten und technisch unterstützen könnten.

Vom 13. bis 16. November waren zwei Expert*innen aus dem Kieler Tiefbauamt zu Besuch. Eine Woche zuvor hatten sich bereits unser Bürgermeister Mustafa Demir und der Kieler Stadtpräsident Hans-Werner Tovar getroffen. Es gab einen fruchtbaren Austausch mit unserer Verkehrsabteilung unter Kadir Gürkan, und einige städtische Verkehrsprojekte in Samsun wurden in Augenschein genommen. 

Es wurden auch weitere mögliche Themen für eine Zusammenarbeit besprochen, sodass es wahrscheinlich weitere Fachaustausche in Zukunft geben wird. 

Expert*innen aus Samsun und Kiel besprechen ein Radwegeprojekt in Samsun.
Expert*innen aus Samsun und Kiel besprechen ein Radwegeprojekt in Samsun, Foto: Landeshauptstadt Kiel.
Weshalb findest du internationale Arbeit wichtig?

Ich möchte hier einiges darüber sagen, warum die Partnerschaft zwischen den Städten wichtig ist. Meiner Meinung nach sind Städtepartnerschaften nicht nur aus Gründen der Freundschaft wichtig. Die Stadtverwaltungen können sich auch an Partner*innen wenden, mit denen sie zwecks Erfüllung ihrer Aufgaben (zum Beispiel Wirtschaftsförderung, Besiedelung, öffentlicher Verkehr, Sozialwesen, Kulturtourismus etc.) Austausch pflegen und kooperieren können. 

Die Städte in den verschiedenen Ländern stehen alle vor ähnlichen Aufgaben, weshalb ein Austausch immer wertvoll sein kann.

Ich denke, dies ist nicht nur von Vorteil für die Kommune, die mögliche Wege zu einem Erfolg kennenlernt, Dinge lernt und anpasst, sondern auch für die Kommune, die einen Lösungsvorschlag entwickelt hat. Weil die Lösung des Problems nämlich so in einem größeren Bereich angewendet wird. 

Es ist äußerst wichtig, international zusammenzuarbeiten, um Erfahrungen auszutauschen, langfristige und gemeinsame Projekte zu realisieren, zur Entwicklung der Stadt beizutragen und die Qualität der kommunalen Verwaltung und Leistungserbringung zu verbessern.

Die Verkehrsplaner*innen am Partnerschaftsstein an einer Stadteinfahrt nach Samsun.
Die Verkehrsplaner*innen am Partnerschaftsstein an einer Stadteinfahrt nach Samsun, Foto: Stadt Samsun
Was hat dich am meisten während deines Projekts mit Kiel überrascht?

Was mich am meisten überrascht, ist die Tatsache, dass uns beide Seiten trotz der Distanz, die durch die Auswirkungen der Pandemie entstanden ist, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit großer Begeisterung und Motivation vermitteln. Dafür möchte ich unserem Oberbürgermeister der Großstadt Samsun, Mustafa Demir, danken, der sich um die Zukunft unserer Stadt bemüht, und auch Kadir Gürkan, dem Leiter der Verkehrsabteilung, sowie den Kolleg*innen im Büro des Stadtpräsidenten in Kiel, mit denen ich ständig in Kontakt stehe. 

Was uns während des Besuchs am meisten beeindruckt hat, waren die geteilten Fahrradwege und die intensive Nutzung von Fahrrädern als alternatives Fortbewegungsmittel und die diesbezüglich durchgeführten Planungen und Arbeiten.

Was würdest du anderen Engagierten, die ein internationales Projekt planen, mit auf den Weg geben?

Ehrlich gesagt hatte ich anfangs Zweifel, ob wir eine ausreichende Sprachkommunikation bieten könnten. Aber an dem Punkt, an dem wir uns jetzt befinden, kann ich Folgendes sagen: Jede geographische Region hat ihre eigenen Realitäten, Chancen und Nachteile. Ich denke, dass diese Dinge zusammen großes Potenzial bergen. 

Je mehr die Menschen dies verinnerlichen, desto intensiver wird der kulturelle und wirtschaftliche Nutzen für unsere Regionen sein. Ich schlage auch vor, dass Projekte vorbereitet werden, in denen die Menschen sich auf kulturelle und wirtschaftliche Unterschiede konzentrieren anstatt auf Trends. Ich glaube, dass dadurch Mehrwert geschaffen wird und auch neue Horizonte und neues Bewusstsein.


Die Interviews der vergangenen Monate

Januar 2022

Februar 2022

März 2022

April 2022

Juli 2022

August 2022

September 2022

Oktober 2022

Kontakt

Frauke Wiprich
Leiterin des Sachbereichs Internationales und Nachhaltigkeit
0431 901-2500
   


Daniela Roth
0431 901-2501